Absturz in der Ukraine

17. Juli 2014 19:28; Akt: 18.07.2014 10:52 Print

«Die Airlines sollten Konfliktzonen umfliegen»

Ex-Swissair-Pilot Olav Brunner kritisiert scharf, dass Fluggesellschaften über Konfliktgebiete fliegen. Es sei für einen Piloten unmöglich, einer Abschussrakete auszuweichen.

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Am mussten die Experten am Absturzort die Ermittlungen aus Sicherheitsgründen unterbrechen. OSZE-Ermittler klagen über schlechten Zutritt und Gefahren rund um die Absturzstelle. Gemäss der ukrainischen Regierung hätten Separatisten gar Minen auf Zufahrtsstrassen gelegt. Malaysische Flugsicherheitsexperten untersuchen Überbleibsel auf der Absturzstelle der MH17. Erste Ergebnisse der Auswertung der Blackbox haben ergeben, dass diese mit dem Abschuss durch eine Boden-Luft-Rakete übereinstimmen, wie ein Experte am Samstag, 26. Juli 2014 gegenüber CBS-News sagte. Nur ein kleines Team kann vor Ort den Absturz untersuchen, weil gleichzeitig der Konflikt zwischen ukrainischem Militär und Separatisten wogt. Das Zeitfenster für die Untersuchung schliesse sich schnell, so Experten vor Ort. Niederländische Ermittler der Polizei auf dem Weg zu den Barracken von Hilversum, wo die rund 200 Leichen von Flug MH 17 zur Identifizierung hingebracht wurden. Ein erstes Opfer konnte am Samstag, 26. Juli identifiziert werden. Alexander Chodakowski bestätigte im Interview mit Reuters, dass die Rebellen im Besitz eines BUK-M-Raketensystems waren. Gegenüber Russia Today soll er seine Aussage am widerrufen haben. Bei der Eröffnung der Commonwealth-Spielen im schottischen Glasgow durch die britische Königin Elizabeth II. ist mit einer Schweigeminute der Opfer des Flugzeugabsturzes im Osten der Ukraine gedacht worden. Von den 298 Menschen die beim Absturz ums Leben kamen, stammten 82 aus Commonwealth-Staaten. König Willem-Alexander und Königin Maxima ambei der Ankunft der ersten Opfer des MH17-Absturzes am Flughafen in Eindhoven NL. 40 Särge wurden mit Militärflugzeugen aus der Ukraine nach Holland gebracht. Kinder spazieren am an einem Wrackteil vorbei, dass laut Spezialisten Spuren von Schrapnell aufweist. Diese deuten auf einen Einschlag von einer durch ein SA-11 Buk-System abgefeuerte Rakete hin. Viele Körper von Insassen der abgestürzten Malaysia-Airlines-Maschine dürften nach Einschätzung des australischen Ministerpräsidenten Tony Abbott verschollen bleiben. Es sei möglich, dass noch Leichen auf dem Trümmerfeld in der Ostukraine in der Sommerhitze lägen, sagte Abbott am 23. Juli. In Charkow ist den Opfern vor dem Rücktransport nach Eindhoven mit einer Trauerfeier gedacht worden. Blumen am Flughafen von Charkow. Wie Welt.de berichtet, richtet sich die Wut der niederländischen Bevölkerung gegen Putins Tochter, die mit einem Niederländer verheiratet ist. Vitaly Nayada, der ukrainische Geheimdienstdirektor, gibt Russland die Schuld am Abschuss. Ein in Russland trainierter, gut ausgebildeter Offizier habe den Knopf der Rakete gedrückt, die die MH 17 traf. Der Leichentransport ist am Vormittag des in Charkow eingetroffen. Die Kühlwagen sind mit Schaum versiegelt. Die Leichen der Absturzopfer sollen an eine niederländische Delegation übergeben und später per Flugzeug nach Amsterdam gebracht werden. In den Waggons befinden sich etwa 280 Leichen. In Kuala Lumpur gehen die Menschen auf die Strasse. Sie wollen Gerechtigkeit für die Opfer des Absturzes und betonen auf Transparenten, dass Malaysia sich nie auf eine Seite im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine geschlagen habe. , dass die Maschine von einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen wurde: In der Mitte dieses Wrackteils ist ein klaffendes Loch erkennbar, umgeben von kleineren Löchern und Brandflecken. Die prorussischen Separatisten in der Ostukraine haben am die Flugschreiber der abgestürzten Boeing-Passagiermaschine an malaysische Experten übergeben. Eine Luftaufnahme zeigt die Absturzstelle des Passagierflugzeugs MH17 nahe dem ostukrainischen Dorf Grabove. Wird hier die Blackbox der abgestürzten Maschine gefunden? Während einer Live-Übertragung des Fernsehsenders Sky News vom Sonntag war zu sehen, wie ein Rettungshelfer einen orangefarbenen Gegenstand über das Feld trägt. Die 196 Leichen, die an der Absturzstelle geborgen wurden, sollen in diesem Güterzug liegen. Die Leichen werden abtransportiert. Die ukrainische Regierung wirft den Aufständischen vor, mit Lastwagen Wrackteile über die russische Grenze bringen zu wollen. Alexander Hug, stellvertretender Leiter der OSZE-Mission (M.) mit Vertretern der Mission sowie Separatisten an der Absturzstelle nahe des Dorfes Hrabove am 18. Juli. Gepäckstücke der Insassen der abgestürzten MH 17: Ein prorussischer Separatist zeigt ein Stofftier. Rebellen bei den Trümmern des abgestürzten Flugzeugs. US-Präsident Barack Obama sieht im Absturz der Maschine eine «globale Tragödie». Am Tag nach dem Absturz, am 18. Juli, suchen Helfer nach den Leichen der 298 Insassen. Ein Passagierflugzeug der Malaysia Airlines ist in der Ukraine abgestürzt. Das Flugzeug stürzte auf dem von Separatisten kontrollierten Gebiet ab. Unfallermittler sollen einen sicheren Zugang zur Absturzstelle erhalten, garantieren die Separatisten. Alle Insassen - 280 Passagiere und 15 Crew-Mitglieder - sind ums Leben gekommen. Das Flugzeug wurde mit grosser Wahrscheinlichkeit abgeschossen. Russland und die Ukraine weisen sich gegenseitig die Schuld zu. Unter den Passagieren waren offenbar Niederländer, Amerikaner, Franzosen, Briten und Belgier. Die Bergung der Maschine werde dadurch erschwert, dass die Trümmer in grossem Umkreis verstreut seien, so der Sprecher des Notfalldienstes, Sergej Botschkowski. Der «Premierminister» der selbsternannten Volksrepublik Donezk, Alexander Borodai (M.), bei der Absturzstelle der MH 17. Die Boeing 777 war auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur. An der Absturzstelle liegen die Pässe der Passagiere. Ein Passagier hat vor dem Abflug in Amsterdam ein Foto von der Unglücksmaschine gepostet und schrieb auf Facebook dazu: «Für den Fall, dass sie verschwinden sollte ...» Eine Angehörige trauert um die Opfer. Angehörige der Passagiere werden von Flughafen-Mitarbeitern des Flughafens Schipol in Amsterdam in einen separaten Bereich gebracht. Mit Blumen und Kerzen gedenken die Menschen vor der niederländischen Botschaft in Kiew der Opfer der Flugzeug-Katastrophe.

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Herr Brunner, ist es normal, dass zivile Maschinen über Konfliktgebiete fliegen?
Offensichtlich fliegen die Airlines trotz des Ukraine-Konfliktes von allen Seiten über dieses Gebiet. Das ist aus meiner Sicht absolut unverständlich: Als ich noch geflogen bin, hat man solch kritischen Gebiete konsequent umflogen. Denn die Gefahr eines Fehlschusses besteht immer. Dass kürzlich ein Transportflugzeug abgeschossen wurde, hätte Warnung genug sein sollen.

Wieso macht man es trotzdem?
Das ist eine Kostenfrage. Man will immer möglichst direkt fliegen, um Treibstoff zu sparen. Zudem dauern die Flüge sonst länger und auch die Überflugsrechte können teurer werden. Trotzdem: Eine Airline sollte die Sicherheit höher gewichten und solche Konfliktzonen konsequent umfliegen.

Kolportiert wird ein Abschuss durch eine Rakete. Hätten die Piloten eine Chance gehabt, diese zu sehen?

Wohl kaum, die Raketen kommen von unten und suchen ihre Ziele selber. Und selbst wenn der Pilot diese sehen würde, hätte er keine Zeit mehr, um zu reagieren: Mit einem Passagierflugzeug hat man keine Chance, auszuweichen. Dies wäre höchstens mit einem Jagdflugzeug möglich, weil dieses extrem enge Kurven fliegen kann. Auch einen Funkspruch könnte man nicht mehr absetzen.

Es handelt sich beim abgestürzten Flugzeug um eine Boeing 777 der Malaysia Airline. Es ist die gleiche Fluggesellschaft, bei der vor gut vier Monaten eine Maschine spurlos verschwunden ist.
Das ist doppelt tragisch für die Airline. Noch immer ist unklar, was mit dem Flug MH370 passiert ist, und schon trifft es wieder die gleiche Gesellschaft. Das wird sie in existentielle Nöte bringen.

Kommt es oft vor, dass zivile Maschinen in kriegerische Konflikte hineingezogen werden?
Im Moment ist noch nicht bestätigt, dass es sich um einen Abschuss handelt. Auch ein terroristischer Anschlag im Flugzeug ist momentan nicht auszuschliessen. Es gilt nun, die Untersuchung abzuwarten. Ich kenne zwei Fälle, in denen Flugzeuge verschwunden sind, bei denen ein Abschuss vermutet wurde. 1980 soll eine DC-9 der Itavia nahe Sizilien abgeschossen worden sein. Auch beim Absturz eines Jumbos der TWA im Jahr 1996 kurz nach dem Start in New York wurde über einen Abschuss spekuliert.

(daw)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pianista am 17.07.2014 21:26 Report Diesen Beitrag melden

    Müssen sich Passagiere jetzt über die

    Flugrouten erkundigen, ob die Sparmanager über Krisengebiete fliegen? Ist ja nicht zu fassen, wie leichtfertig man mit Menschenleben umgeht!!!

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  • Adrian am 17.07.2014 23:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ???

    "Die Airlines sollten Konfliktzonen umfliegen"... Sorry, aber dass man nun erst jetzt damit kommt, frage ich mich schon ein wenig...

  • azazel am 17.07.2014 21:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hallo?

    muss man dafür ein prophet sein dass passagier flugzeuge kriegsgebiet umfliegen sollen. es gäbe einfachere lösungen hört auf mit dem verblödeten krieg.

Die neusten Leser-Kommentare

  • D.N. am 18.07.2014 21:12 Report Diesen Beitrag melden

    unbegreifliche Tragödie!

    Ja ich finde auch, dass die Verantwortlichen betreffend der Flugrouten ebenfalls verantwortlich sind. Beim letzten Fall war ja Weltweit bekannt, dass in diesem Gebiet Flugzeuge abgeschossen werden. Ich begreiffe nicht, warum von Anfang an solche Kriesengebiete umflogen werden. Alle Welt spricht immer von Sicherheit, aber immer das gleiche dilemma, es muss erst etwas passieren. Mein herzlichstes Beileid an alle, die das letzte Drama betrifft. Für mich einfach unbegreiflich und wäre sicher nicht zu verhindern gewesen.

  • Blue Wave am 18.07.2014 12:39 Report Diesen Beitrag melden

    Konfliktzonen

    Dieses Thema scheint viele zu beschäftigen. Konfliktzonen WERDEN umflogen. Es kommt nur darauf an, wer mit wem und wer nicht. BA z.B. fliegt nicht über Afghanistan usw usf. Aber warum sollten Malaysian Airlines nicht über die Ukraine fliegen? Und weshalb sollte die swiss nicht nach Tel Aviv fliegen? Wer Tel Aviv anfliegt, wird seit Jahren schon von Kampfjets begrüsst und begleitet. Ich glaube eher, dass Malaysian Airlines für etwas herhalten muss, wofür sie nichts können, sich aber grad so schön anbieten, WEIL sie dem eigentlichen Konflikt fern sind.

  • topagent am 18.07.2014 03:14 Report Diesen Beitrag melden

    Heile Welt

    es kann so vieles möglich sein. eines weiss ich mittlerweile auf sicher: es darf nie so heiss gegessen werden, wie es gekocht ist! vielleicht ist der hund ganz wo anders begraben, sprich die antwort, welcher keiner damit rechnet! das traurige ist, auch wenn die experten sich zu wort melden, sie wüssten was und wie es passierte, kann man nichts mehr glauben!

  • Hans am 18.07.2014 00:47 Report Diesen Beitrag melden

    Expertenrunde

    Hört mal auf mit diesen Spekulationen. Haben wir den schon wieder 10000000 Experten in der Schweiz

    • D.N. am 18.07.2014 21:18 Report Diesen Beitrag melden

      Spezialisten!!

      Ja wir haben nur Fachleute und Experten in der Schweiz! Es wimmelt nur so davon und jeder weiss es besser. Am Schuss weiss doch keiner etwas, Hauptsache man hat darüber gesprochen.

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  • Peter B. am 18.07.2014 00:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Beten beten beten!

    Ich bin im Herzen vorallem bei meine Landsleuten die viele Holländische Familien und auch bei die sonstige Nationen. Die Ihre lieben verloren haben. Ich bete für Sie allen und für Russland, hoffentlich haben die nichts damit zu tun sonnst gibts mächtig ärger!

    • D.N. am 18.07.2014 21:23 Report Diesen Beitrag melden

      Gebete werden erhört!

      Ja sehr tragische Katasrophe! Etwas das in der heutigen Zeit einfach nicht passieren darf. Aber bete weiter, dann wird es sicher besser!

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