Zug des Todes

17. Juli 2014 14:38; Akt: 17.07.2014 14:38 Print

«Die Bestie» bringt Verzweifelte in die USA

In der Hoffnung auf ein besseres Leben reisen Migranten aus Zentralamerika auf einem Zug Richtung USA. Während der wochenlangen Fahrt auf der «Bestie» drohen viele Gefahren.

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Jeden Tag klettern Hunderte von Menschen aus Guatemala, Honduras, Nicaragua oder El Salvador auf einen kilometerlangen Zug und riskieren damit ihr Leben. Sie alle wollen nur eines: die US-Grenze erreichen. Den Zug, der sie dorthin führen soll, nennen sie «La Bestia» (die Bestie).

Über 3800 Kilometer führt die Reise vom Süden Mexikos bis ganz in den Norden. Nur wenige erreichen ihr Ziel unverletzt: Viele Menschen, oftmals noch Kinder, fallen hinunter und verlieren dabei Beine oder Arme. Darum lautet Regel Nummer 1: nicht einschlafen. Der Zug fährt bedrohlich langsam und hat eine verheerende Sogwirkung. Wer hinunterfällt, landet nicht neben, sondern unter dem Zug.

Gangs und Drogenmafia warten schon

Doch auch wer es geschafft hat, auf das Dach des Güterzuges zu steigen – und dort zu bleiben –, ist nicht sicher. Während der wochenlangen Reise sind die Migranten vielen Gefahren ausgesetzt: Gangs, die versuchen, ihnen das letzte Geld zu klauen, oder die Clans der Drogenmafia, die sie entführen – in der Hoffnung, von den Angehörigen Geld erpressen zu können. Wer nichts zu bieten hat, der landet mit grösster Wahrscheinlichkeit in einem namenlosen Grab.

Auf der Route legen die Migranten ab und zu eine Pause ein. Einige Hilfsorganisationen und auch mehrere Kirchgemeinden betreiben Herbergen für die erschöpften Reisenden. Dort bekommen diese etwas zu essen, können baden und ausschlafen. Sie dürfen aber nur kurze Zeit bleiben, dann müssen sie weiter – zurück auf die «Bestie».

(kle)