Coronavirus in Ski-Ort

08. Februar 2020 21:27; Akt: 08.02.2020 21:27 Print

«Touristen kehren auf dem Weg hierher um»

Im französischen Ski-Ort Contamines-Montjoie am Mont Blanc sind fünf Briten am Coronavirus erkrankt. Darunter ist auch ein Kind. Der Ort spürt die Folgen bereits.

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Am wurde der erste Coronavirus-Fall in der Schweiz gemeldet: Ein Schild in einer Apotheke in Chiasso weist darauf hin, dass keine Schutzmasken mehr erhältlich sind. Der Fall ist laut den Tessiner Behörden im Südkanton aufgetreten. Täglich pendeln fast 68'000 Grenzgänger aus Norditalien ins Tessin. Die Schweiz sei «in erhöhter Bereitschaft», sagte Gesundheitsminister Alain Berset am 24. Februar 2020 vor den Bundeshausmedien. Zwei weitere Todesfälle in Italien: In der Nacht auf Montag starb in Bergamo ein 84-jähriger Mann an den Folgen des Coronavirus. Ebenfalls am Montag wurde zudem aus der Region Lodi der Tod eines 88-Jährigen gemeldet. (24. Februar 2020) China warnt seine Landsleute vor Reisen in die USA. Chinesische Touristen würden in den USA aufgrund «übertriebener Massnahmen» im Zusammenhang mit dem Coronavirus unfair behandelt.(24. Februar 2020) China verschiebt zum ersten Mal seit Jahrzehnten den Volkskongress. Diese Entscheidung sei beispiellos, schreiben Agenturen. Ein neuer Termin werde zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt. (24. Februar 2020) Die Börsen reagieren am Montag auf die Ausbreitung des Coronavirus. Südkorea verzeichnet den grössten Kursrutsch der dortigen Börse seit eineinhalb Jahren. Die Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie setzte auch den Dax zu Wochenbeginn stark unter Druck. (24. Februar 2020) In Griechenland werden seit Montagmorgen die Besatzungen von Fähren, die zwischen Italien und Griechenland pendeln, informiert, welche vorbeugenden Massnahmen getroffen werden müssen, damit mögliche Verdachtsfälle rasch isoliert werden. (24. Februar 2020) Rund 500 Passagiere - mehrheitlich Österreicher und Deutsche - sassen am Sonntagabend an Bord von zwei italienischen Zügen am Brenner fest. Der Bahnverkehr wurde wegen Coronavirus-Verdachtsfällen kurzzeitig unterbrochen. (23. Februar 2020) Bilder aus Norditalien zeigen Personen bei Hamsterkäufen in Supermärkten. Nach den ersten Fällen in Norditalien steigt im angrenzenden Tessin die Sorge um ein Übergreifen des Coronavirus. Nach einem starken Anstieg der Coronavirus-Fälle hat Italien mehrere Städte im Norden abgeriegelt, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. In zehn Gemeinden der Lombardei wurden Schulen und ein Grossteil der Geschäfte vorübergehend geschlossen. Rund 50'000 Einwohner sind aufgerufen, möglichst zuhause zu bleiben. Der lombardische Ort Codogno, nur knapp 150 Kilometer von Lugano entfernt, glich laut Medienberichten am Samstag einer Geisterstadt. «Das Betreten und Verlassen dieser Gebiete ist verboten», sagte Regierungschef Giuseppe Conte. Nach einem starken Anstieg der Coronavirus-Fälle hat Italien mehrere Städte im Norden abgeriegelt, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. (22. Februar 2020) Ein Wachmann steht vor dem Königspalast in Seoul. Nach dem Ausbruch der Lungenkrankheit Covid-19 in Südkorea ist die Zahl der infizierten Menschen den dritten Tag in Folge sprunghaft gestiegen. (22. Februar 2020.) Wie die Gesundheitsbehörden am Samstag mitteilten, kamen in Südkorea über Nacht 142 neue Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus hinzu. (22. Februar 2020.) Damit stieg die Zahl der erfassten Fälle auf 346 - so viele wie nirgendwo ausserhalb Chinas, wo Covid-19 im Dezember ausgebrochen war. (22. Februar 2020.) Die Behörden vermuten, dass die rasante Verbreitung des Virus unter den Mitgliedern von einer infizierten 61-jährigen Sektenanhängerin ausging. (22. Februar 2020.) Unweit der Schweizer Grenze gibt es den ersten Coronavirus-Toten. Ein 78-jähriger Patient ist in Padua in der norditalienischen Region Veneto gestorben. (21. Februar 2020) Mehrere Studien haben gezeigt, dass Männer eher am Coronavirus erkranken als Frauen. Die Gründe dafür sind noch nicht ganz klar. Möglich ist, dass die Vorerkrankung eine Rolle spielt, ebenso der Umstand, dass am Markt, wo das Virus ausbrach, vor allem Männer arbeiten. Doch auch Chromosome und Hormone könnten verantwortlich sein. (12. Februar 2020) Im französischen Skiort Contamines-Montjoie sind fünf britische Staatsbürger positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dies teilten die Behörden am Samstag, 8. Februar 2020, mit. Die Infizierten hatten Kontakt zu einem Briten, der aus Singapur zurückgekehrt war und ebenfalls am Virus erkrankt ist. Die fünf gehören zu einer Gruppe von elf Personen, die in zwei Chalets lebten. Die restlichen Mitglieder der Gruppe stehen unter Beobachtung. Die Gemeinde bekommt die Folgen bereits zu spüren. Verunsicherte Touristen melden sich beim Touristenbüro. Es gab auch bereits Annullierungen. An Bord eines unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiffes in Japan sind weitere 41 Fälle des neuen Coronavirus festgestellt worden. Auf dem Schiff befinden sich auch zwei Schweizer Staatsangehörige. (6. Februar 2020) Das Flugzeug mit fünf Schweizern aus dem Coronavirus-Gebiet in China ist am Sonntag auf einer Luftwaffenbasis in Frankreich gelandet. (2. Februar 2020) Erstmals ist ausserhalb Chinas ein Mensch an den Folgen des neuartigen Coronavirus gestorben. Auf den Philippinen erlag am Samstag ein 44 Jahre alter Chinese aus Wuhan der von dem Erreger ausgelösten Lungenkrankheit. Südkorea hat seine Bürger aus Wuhan evakuiert. Das bayerische Gesundheitsministerium informierte über den ersten Coronavirus-Fall in Deutschland. Ein 33-jähriger Firmenangestellter habe sich bei einem chinesischem Gast angesteckt. Im Zürcher Triemlispital befanden sich zwei Personen in Quarantäne. Das Coronavirus konnte in der Zwischenzeit bei ihnen ausgeschlossen werden. Die beiden grössten Vergnügungsparks in Hongkong, Disneyland und Ocean Park, schliessen wegen des Virus ab Sonntag ihre Pforten. (26. Januar 2020) Sicherheitspersonal in Schutzanzügen misst die Körpertemperatur von Passagieren am Eingang einer U-Bahn-Station in Peking, China. (25. Januar 2020) Hongkong hat den «Virus-Notstand» ausgerufen. Sämtliche öffentlichen Neujahrsfeiern in der chinesischen Sonderverwaltungszone wurden abgesagt. (25. Januar 2020) Wuhan hat mit dem Bau neuer Krankenhäuser mit jeweils rund 1000 Betten begonnen. Das erste Spital soll am Montag in einer Woche erste Patienten aufnehmen. (24. Januar 2020) Am 24. Januar 2020 gaben die französischen Behörden bekannt, dass zwei Patienten positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Damit hat das Virus Europa erreicht. Ab Donnerstag, 22. Januar 2020, werden wichtige Verkehrsverbindungen von und nach Wuhan gekappt. Die Bürger sollen die Millionenstadt nur unter besonderen Umständen verlassen. Am WEF in Davos hat sich Bundesrat Alain Berset unter anderem mit WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus über das Coronavirus ausgetauscht. Die Schweiz sei gut vorbereitet, sagte er im Anschluss. In Asien sorgt das Virus für Angst. Das Foxconn-Werk hat beispielsweise seine Mitarbeiter aufgefordert, von Taiwan nicht nach Wuhan zurückzukehren. (Archivbild) Im Fall der mysteriösen Lungenkrankheit in China wurden erstmals zwei Fälle einer Übertragung von Mensch zu Mensch bestätigt. (20. Januar 2020) In der Provinz Guangdong habe sich medizinisches Personal infiziert. Die Ausbreitung der rätselhaften Lungenkrankheit ist möglicherweise viel grösser als bisher angenommen. Experten schätzen die Zahl der Infizierten auf mehr als 1700. (19. Januar 2020) Kurz nachdem bekannt worden war, dass sich mehrere Menschen in der chinesischen Metropole Wuhan mit einem bislang unbekannten Virus infiziert haben, hiess es: Es ist kein Sars (schweres akutes respiratorisches Syndrom). Doch laut dem Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin ist es das doch: «Es ist dieselbe Virusart, nur in einer anderen Variante.» Unterschiede gebe es vor allem bei den Proteinen, mit denen das Virus an menschliche Zellen andocke. In die Ursachenfindung ist auch die WHO involviert. Sie verfolge die Situation aufmerksam und stehe in Kontakt mit den chinesischen Behörden, hiess es. Grund für die Beteiligung der WHO war die schnelle Zunahme der gemeldeten Fälle in der zentralchinesischen Millionenmetropole Wuhan. Dort, so wird vermutet, nahm die mysteriöse Lungenkrankheit ihren Anfang – auf dem Huanan Seafood Market, auf dem Fische und andere Tiere verkauft werden. Sie gelten als mögliche Virusquelle. Der Markt wurde inzwischen geschlossen und soll gründlich gereinigt werden. Bereits vergangene Woche teilten chinesische Forscher mit, dass es sich beim Erreger um ein bislang unbekanntes Virus aus der Familie der Coronaviren handelt. Dafür spreche einiges. (Im Bild: ein Coronavirus) Auch ausserhalb Wuhans wurden Sicherheitsmassnahmen ergriffen, etwa im mehreren 100 Kilometer entfernten Hongkong. (4. Januar 2020) Dort wurden am Flughafen Fieber-Messgeräte installiert. Reisende aus Wuhan werden gesondert kontrolliert. Auch an vier thailändischen Flughäfen – Suvarnabumi, Don Mueang, Phuket und Chiang Mai – werden aus Wuhan kommende Fluggäste thermisch untersucht. Des Weiteren wird den Reisenden ein Kärtchen mit Verhaltensanweisungen überreicht. Sollten sie sich innerhalb der nächsten 14 Tage krank fühlen, sollten sie sofort zum Arzt gehen. Laut Presseberichten gibt es bislang auch Verdachtsfälle ausserhalb Chinas. So wurde in Singapur ein dreijähriges Mädchen, das Wuhan, aber nicht den dortigen Fischmarkt besucht hatte, ins Spital gebracht. Weitere Verdachtsfälle wurden in Thailand und Südkorea gemeldet. Diese seien allerdings mit Vorsicht zu beurteilen, selbst wenn eine vermeintliche Laborbestätigung vorliege, so Drosten. Die Aussagekraft der eingesetzten Tests sei unterschiedlich, möglicherweise müssten Testergebnisse im Nachhinein revidiert werden. (Im Bild: Chinesische Forscher untersuchen Proben einer Erkrankten) Schon vor einigen Tagen war den Fachleuten klar gewesen, dass es sich bei der Virus-Erkrankung nicht um Mers (Middle East respiratory syndrome coronavirus) handelt. Auch Grippe und Vogelgrippe (Bild) konnten da schon ausgeschlossen werden.

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«Wenn alle mit Masken herumlaufen, können Sie sich die Angstzustände vorstellen», sagt Annick Roger, Direktorin des Tourismusbüros in Contamines-Montjoie, zu «20minutes.fr». In der Gemeinde am Mont Blanc sind fünf Briten am Coronavirus erkrankt, wie die Behörden am Samstag bekannt gaben. Auch ein Kind ist infiziert. Weil es in der französischen Gemeinde lebt und folglich dort zur Schule geht, wurde diese für eine Woche geschlossen. Auch in der Gemeinde Saint-Gervais, wo das Kind Französischunterricht hatte, wurde die Schule vorsorglich geschlossen.

Die Auswirkungen der Infizierungen spüre der Skiort Contamines-Montjoie bereits, wie Roger sagt. Dies, obwohl Geschäftsleute und Einwohner die Touristen zu beruhigen versuchen. «Wir hatten heute Morgen viele Anrufe», sagt Roger. «Es gibt bereits einige Annullierungen, die Leute haben ein wenig Panik und fragen sich, wo die infizierten Personen wohl hingegangen sind.»

Touristen kehren um

An diesem Wochenende haben die Winterferien begonnen. «Es ist schade, dass das jetzt passiert», so Roger. Einige Touristen würden bereits auf dem Weg umkehren. In der Skisaison kommen jeweils Tausende Touristen nach Contamines-Montjoie. Im Ort leben rund 1200 Einwohner.

Die Infizierten gehören zu einer Gruppe, die in zwei Chalets wohnten. Sie hatten Kontakt zu einem Briten, der aus Singapur zurückgekehrt war und ebenfalls infiziert ist. Die restlichen Mitglieder der Gruppe stehen derzeit unter Beobachtung. Die Chalets werden desinfiziert.

Vater und Kind im Spital

In einer Wohnung befand sich eine Familie mit drei Kindern, die seit einigen Monaten in Frankreich lebt. Der Vater und eines der Kinder im Alter von neun Jahren wurden positiv getestet, schreibt «Le Parisien». Die Mutter wartet das Testergebnis noch ab. Die beiden Infizierten befinden sich im Spital, ihre Symptome sind jedoch nicht stark ausgeprägt.

In der zweiten Wohnung, die sich im selben Haus befindet, wohnten sieben Touristen. Drei von ihnen haben sich infiziert. Auch ihre Symptome sind jedoch nicht gravierend.

(vro)