Carunglück in Norwegen

29. Juli 2014 14:21; Akt: 30.07.2014 13:34 Print

«Die Leute schrien, als wir sie aus dem Bus holten»

Ein Car-Unglück eines Schweizer Busunternehmens in Nord-Trondelag fordert drei Schweizer Todesopfer und mehrere Verletzte.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Ein Bus mit 17 Schweizer Insassen an Bord ist in Norwegen von der Strasse abgekommen und in eine Felswand geprallt. Dabei wurden drei Personen getötet und drei schwer verletzt, wie das verantwortliche Reiseunternehmen Eurobus mitteilte.

Ein Schwerverletzter musste per Helikopter ins St. Olavs Spital in Trondheim geflogen werden. Die restlichen Passagiere wurden im nähergelegenen Namsos hospitalisiert.

Der Sprecher des Spitals in Namsos, Svein Karlsen, sagte auf Anfrage, dass die eine schwerverletzte Person in Lebensgefahr schwebe. «Ihr Zustand ist sehr kritisch», so Karlsen. Die meisten Bus-Insassen sind laut Karlsen mit leichten Schrammen davongekommen. Sie seien aber schwer traumatisiert und würden von einem Careteam betreut. «Viele haben beim Unfall Familienangehörige verloren», sagte Karlsen.

Passagiere aus dem Bus geschleudert

Einer der Ersten an der Unfallstelle war LKW-Fahrer John Rekonius: «Ich war unmittelbar nach dem Unfall beim Bus. Es war ein Chaos und jemand aus dem Innern des Busses schrie», sagt er gegenüber adressa.no.

Rekonius half dann die Passagiere zu bergen. Mehrere Menschen lagen unter dem Bus. Sie waren offenbar aus dem Fahrzeug geschleudert worden. LKW-Fahrer Rekonius sprach mit einem der Schwerverletzten: «Er starb, während ich seine Hand hielt.»

Einige Passagiere seien beim Unfall aus dem Bus geschleudert worden, unter das Fahrzeug geraten und eingeklemmt worden, berichtet «VG». Der Unfall sei am Mittag auf der E6 in der Nähe von Trones geschehen, teilte die Polizei mit.

Zwei Augenzeugen sagten gegenüber dem norwegischen Sender TV2: «Die Leute schrien und brüllten, als wir sie aus dem Bus zogen.» Gemäss dem Sender berichteten weitere Augenzeugen, dass der Bus vor dem Unfall hin und her geschwankt und mehrfach auf der falschen Spur gefahren sei.

Unfallursache noch unklar

Zur Unfallursache konnte die Polizei jedoch noch keine Angaben machen. Eurobus bestätigte am Nachmittag in einer schriftlichen Stellungnahme, dass drei Passagiere beim Unfall ihr Leben verloren haben. Weitere Passagiere und der Fahrer des Cars seien hospitalisiert worden. Rega und TCS flögen noch heute Abend nach Norwegen.

Gemäss Eurobus setze man alles daran, so rasch wie möglich weitere Informationen über den Unfallhergang zu erhalten. Geschäftsführer Andreas Meier: «Wir bedauern den Vorfall ausserordentlich und sind mit unseren Gedanken bei den Betroffenen und ihren Angehörigen.»

Der Schweizer Reisecar war von Mo i Rana nach Trondheim unterwegs gewesen. Der Bus befand sich auf der 14 Tage dauernden Tour «Traumreise Nordkap–Lofoten». Die angebotene Busreise führt von der Schweiz nach Norwegen und wieder zurück. Bei den Passagieren handelt es sich laut Medienberichten um Senioren.

Helpline eingerichtet

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) teilte auf Anfrage mit, dass es im Kontakt mit den norwegischen Behörden stehe. Der Leiter des zuständigen regionalen Konsulats in Stockholm befinde sich auf dem Weg an den Unfallort. Abklärungen zum Unfallhergang und zur Identität der Opfer seien im Gang.

Das Aargauer Reiseunternehmen Eurobus hat ein Helpdesk für Angehörige der Reisegruppe eingerichtet. Die Nummer lautet: 00800 44 33 99 00.


Der Unfall ereignete sich in der Nähe von Trones. Der Reisebus war von Mo i Rana nach Trondheim unterwegs.

(num/rok/sda)