Vulkanausbruch auf Stromboli

04. Juli 2019 07:20; Akt: 04.07.2019 13:38 Print

«Leute sprangen herum und suchten ein Schiff»

von Sven Forster - Zwei Explosionen des Vulkans Stromboli haben den Touristen und Einwohner von Stromboli Angst und Schrecken eingejagt. Ein Leser-Reporter war vor Ort.

Der Vulkan Stromboli unweit von Sizilien hat heute eine Aschewolke und Gesteinsbrocken ausgestossen. (Video: Tamedia)
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Am Mittwoch brach der Vulkan Stromboli vor der Küste Italiens aus und sorgte für Panik bei den Einwohnern und Touristen der gleichnamigen Insel. Ein Wanderer kam ums Leben, als er am Vulkan unterwegs war.

Es handelt sich dabei um den 35-jährigen Massimo Imbesi aus Sizilien. Medienberichten zufolge war er mit einem Freund aus Brasilien unterwegs gewesen. Dieser wurde verletzt, stehe laut der Feuerwehr noch immer unter Schock. Der Körper Imbesis konnte noch nicht geborgen werden. Der Zugang gestalte sich für die Rettungskräfte schwierig, schreibt das spanische Nachrichtenportal «El Confidencial».

Schiffe legten früher am Hafen an

Vor Ort war auch 20-Minuten-Leser U. B.* Der Schweizer besuchte Stromboli während seiner Ferien in der Region Kalabrien im Rahmen eines Tagesausfluges. «Als wir ankamen, liefen wir durch das Dorf, da kam es plötzlich zu zwei heftigen Explosionen.» Für U. B. und seine Freundin war es schwierig zu definieren, woher der Knall stammte.

Bei den Touristen brach Panik aus. Zum Glück für die Besucher reagierten die Einwohner sofort. «Sie haben den Touristen zugerufen, dass sie sich sofort in die Gebäude begeben sollten», schildert der Leser-Reporter. Es bestand die Gefahr, dass durch die Wucht der Explosionen Geröllbrocken und Lavagestein ins Dorf geschleudert werden.

U. B. und seine Freundin brachten sich in einem Supermarkt in Sicherheit. Als klar wurde, dass nicht mit Einschlägen zu rechnen war, machten sich die Insel-Besucher auf den Weg zum Hafen. Dort trudelten die Schiffe bereits deutlich vor der regulären Abfahrtszeit ein. U. B. meint: «Sie haben wohl mit dem Ansturm gerechnet.»

«Leute betraten fremde Schiffe aus Fluchtinstinkt»

Um die Touristen auf die Rückkehr an den Hafen aufmerksam zu machen, hornten die Schiffe in regelmässigen Abständen. Ein Problem dabei: «Die Leute haben einfach Schiffe betreten, die gar nicht auf sie gewartet haben.» Wohl aufgrund des Fluchtinstinkts vermutet der Leser-Reporter. Erst nachdem auf dem Schiff eine Durchsage erklang, verliessen einige die falschen Boote.

«Die Menschen sprangen umher»

Als das Schiff mit den beiden Schweizern die Insel verliess, wurde es nochmals hektisch. U. B. erzählt: «Am Hafen sprangen die Leute hin und her und waren auf der Suche nach einem Schiff.» Die starke Rauchentwicklung machte sich auch in der Nase bemerkbar. Das Paar sah auch die Lava, die dem Vulkan hinunterfloss.

Insel mit 500 Einwohnern

Für U. B. und seine Freundin gehen die Ferien nun auf dem Festland weiter. «Sollte es keine weiteren Zwischenfälle geben, sind wir noch bis Samstag in den Ferien.»

Der Stromboli gehört zu den aktivsten Vulkanen in Italien. Nur 500 Einwohner wohnen auf der gleichnamigen Insel. In regelmässigen Abständen kommt es zu Eruptionen. Meistens sind diese allerdings nicht so wuchtig wie am Mittwoch.

Gegenüber der Nachrichtenagentur Ansa erklärt der Feuerwehrkommandant, dass die Menschen in grosser Angst gewesen seien. Kein Wunder: Gehörten die beiden Explosionen doch zu den stärksten seit Beginn der Aufzeichnungen vor über 30 Jahren.

* Namen der Redaktion bekannt