Elfenbeinküste

30. März 2011 20:22; Akt: 31.03.2011 15:34 Print

«Die Rebellen haben in Gbagbos Bett geschlafen»

Anhänger des als ivorischen Präsidenten anerkannten Alassane Ouattara haben die Hauptstadt Yamoussoukro eingenommen. Nun stehen sie vor den Toren von Abidjan, der grössten Stadt des Landes.

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Am ist der abgewählte Präsident der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo, in seiner Residenz verhaftet worden. Am 13. April gab Alassane Ouattara bekannt, dass er Gbagbo vor Gericht bringen wolle. Soldaten des abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo haben in der Elfenbeinküste auf französische Kampfhubschrauber geschossen. Am 7. April formieren sich die Truppen des international anerkannten Präsidenten Ouattara für einen Angriff auf die Residenz Gbagbos. Am 6. April schiessen Soldaten auf die Residenz des abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo. Dieser soll sich laut UNO in einem Bunker verschanzen. Am 5. April nehmen Ouattara-Truppen den Präsidentenpalast ein. Gbagbo verschanzt sich in einem Bunker. Am 4. April mischen sich die UNO und Frankreich in den Konflikt in der Elfenbeinküste ein. Zuvor hatte Frankreich die Evakuierung aller in der Elfenbeinküste lebenden Franzosen vorbereitet. Am 1. April marschieren Truppen des international anerkannten Präsidenten Alassane Ouattara in die Wirtschaftsmetropole Abidjan ein. Am 30. März 2011 nehmen die Anhänger Ouattaras die Hauptstadt Yamoussoukro ein. Am 29. März 2011 gelingt es Truppen von Alassane Ouattara, zwei Städte einzunehmen. Ouattara-Verbündete hoffen, mit der Einnahme strategisch wichtiger Städte den abgewählten Präsidenten Gbagbo ins Exil zu zwingen. Kristalina Georgieva, die Krisenreaktionskommissarin der EU kündigt die Aufstockung der Hilfe von 5 auf 35 Milliarden Euro an. Am 16. März schlägt der international anerkannte Präsident der Elfenbeinküste, Alassane Ouattara, dem abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo die Bildung einer gemeinsamen Regierung vor. Am 3. März 2011 intensivieren sich die Konflikte in der Elfenbeinküste: Gbagbo-Gegner demonstrieren gegen den abgewählten Präsidenten, dessen Milizen eröffneten derweil das Feuer gegen Demonstrantinnen. Bewaffnete Anhänger des abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo töten am 21. Februar 2011 sechs unbeteiligte Zivilisten in Abidjian. Am 19. und 20. Februar gingen Anhänger des offiziellen Wahlsiegers Alassane Ouattara erneut auf die Strasse. Dabei kam es zu heftigen Zusammenstössen mit der Polizei. Am 15. Februar 2011 liegen in der Elfenbeinküste immer noch über 100 Menschen in den Leichenhäusern: Eine Frau zeigt das Bild ihres Ehemannes, der ebenfalls getötet worden war. Am 24. Januar verlangt der Präsident Nigerias eine Resolution der UNO, um Gbagbo militärisch zu stürzen. Die UNO will weitere 2000 Mann in der Elfenbeinküste stationieren. Die Zeichen stehen auf Konflikt. Am 17. und 19. Januar 2011 versuchte der kenianische Präsident Raila Odinga (rechts), den Machtinhaber Laurent Gbagbo (links) dazu zu bewegen, auf sein Amt zu verzichten - vergeblich. Unterstützer von Wahlverlierer Laurent Gbagbo haben am 13. Januar 2011 drei UNO-Fahrzeuge in der Hauptstadt Abidjan angezündet. Dieser Anschlag war nicht der erste Angriff gegen die UNO-Blauhelme in dem westafrikanischen Land. In Abidjan, der Hauptstadt der Elfenbeinküste ist es seit Anfang Dezember im Nachgang zur Präsidentenwahl zu wütenden Protesten gekommen. Herausforderer Alassane Ouattara hat die Wahl laut Kommission mit 54,1 Prozent der Stimmen für sich entschieden. Dennoch liess sich auch Amtsinhaber Laurent Gbagbo zum Präsidenten vereidigen. Die Anhänger von Wahlsieger Ouattara gingen wütend auf die Strassen Abidjans. Sie entfachten auch Feuer. Bei den Ausschreitungen kamen mindestens 173 Personen ums Leben, hunderte wurden verletzt.

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In der Elfenbeinküste hat am Donnerstag der Kampf um Abidjan begonnen. Nachdem die Soldaten des Präsidenten Alassane Ouattara bei ihrem Vormarsch auf wenig Gegenwehr gestossen sind, wird in der Millionenstadt nun ein letztes Aufbäumen der Anhänger des abgewählten Machthabers Laurent Gbagbo erwartet.

Abidjan werde an mehreren Fronten, aus mehreren Richtungen angegriffen, sagte ein Berater der Ouattara-Kämpfer. In einem nördlichen Stadtteil von Abidjan, der bereits erobert worden sei, seien Gefängnis angegriffen und die Insassen befreit worden.

In der Nacht sei bereits der Geburtsort des früheren Machthabers eingenommen worden. «Die Rebellen haben in Gbagbos Bett geschlafen», sagte der Berater, der anonym bleiben wollte. Seine Angaben konnten von unabhängiger Seite nicht überprüft werden.

Bestätigt ist, dass der Chef der ivorischen Streitkräfte, General Philippe Mangou, in der Nacht zum Donnerstag Zuflucht in der Residenz der südafrikanischen Botschafterin in Abidjan suchte. Dies teilte das südafrikanische Aussenministerium mit.

UNO-Resolution gegen Gbagbo

Am Mittwoch hatten die Ouattara nahestehenden Kämpfer die Kontrolle über die Hauptstadt Yamoussoukro übernommen, am Abend des gleichen Tages eroberten sie auch die Hafenstadt San Pedro, die wegen des für die Elfenbeinküste wichtigen Kakao-Exports von strategischer Bedeutung ist.

Die Millionenstadt Abidjan ist jedoch das wichtigste Wirtschaftszentrum des Landes und zugleich die wichtigste Machtbasis von Gbagbo, der sich im dort gelegenen Präsidentenpalast verschanzt hat.

Der UNO-Sicherheitsrat in New York forderte am Mittwoch in einer Resolution das Ende der Gewalt und verurteilte Gbagbos Entscheidung, die Wahl Ouattaras zum Präsidenten nicht zu akzeptieren. Das Gremium drängte Gbagbo «umgehend abzutreten».

Zudem wurden ein Reiseverbot gegen Gbagbo, seine Frau sowie drei wichtige Vertraute verhängt und ihr Vermögen eingefroren. Internationale Beobachter befürchten, dass die seit Monaten anhaltenden Konflikte zwischen den beiden Lagern zu einem Bürgerkrieg in dem westafrikanischen Land führen könnten.

Gbagbo als schlechter Verlierer

Die Präsidentenwahl im vergangenen November sollte eigentlich einen Schlussstrich unter den Bürgerkrieg von 2002/2003 ziehen. Gbagbos Weigerung, die Wahlniederlage anzuerkennen und abzutreten, hat die Kämpfe neu entfacht. Ouattara wird von der internationalen Öffentlichkeit als gewählter Präsident anerkannt.

Um ihre drohende Niederlage abzuwenden, begann die loyal zu Gbagbo stehende Armee, Waffen an junge Anhänger zu verteilen. Sie sind als besonders gewalttätig bekannt.

Nach offiziellen Angaben wurden bei den Kämpfen bisher mehr als 470 Menschen getötet, die wirkliche Zahl der Toten dürfte aber um einiges höher liegen. Millionen Menschen wurden obdachlos.

(sda)