Pelosi an UNO-Klimagipfel

02. Dezember 2019 19:28; Akt: 02.12.2019 20:43 Print

«Die Vereinigten Staaten sind noch dabei»

Zum Auftakt der 25. Uno-Klimakonferenz in Madrid sicherte die Frontfrau der US-Demokraten, Nancy Pelosi, die Unterstützung der USA zu.

Nancy Pelosi spricht am UNO-Klimagipfel in Madrid. (Video: AP)
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Die Zeit drängt, Millionen Menschen demonstrieren – aber die Staaten handeln langsam: Mit eindringlichen Rufen nach mehr Klimaschutz hat am Montag die 25. Uno-Klimakonferenz begonnen.

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, sagte in Madrid, der «Krieg gegen die Natur» müsse beendet werden. «Wenn wir nicht schnell unseren Lebensstil ändern, gefährden wir das Leben an sich.»

Uno-Klimagipfel startet mit dringenden Appellen

196 Staaten, darunter die Schweiz, und die EU verhandeln in den kommenden zwei Wochen darüber, wie das Pariser Klimaabkommen verwirklicht und die Erderwärmung eingedämmt werden kann. Die Aktivisten von Fridays for Future und anderen Klimaschutzbewegungen dürften ihnen genau auf die Finger schauen.

Ehrgeizigere Ziele nötig

Die neue EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen versicherte in Madrid: «Wir sind bereit, unseren Beitrag zu leisten.» Von der Leyen will die Ziele der EU zum Einsparen von Treibhausgasen für 2030 verschärfen – 2050 soll die europäische Wirtschaft unterm Strich sogar klimaneutral sein.

Bis 2020 sollen alle Staaten ehrgeizigere Pläne zur Reduzierung ihres Treibhausgas-Ausstosses vorlegen, dafür sollen in Madrid die notwendige Unterstützung und auch Druck aufgebaut werden.

Weitere Knackpunkte der auf zwölf Tage angesetzten Verhandlungen sind Hilfen für die Entwicklungsländer bei der Bewältigung klimabedingter Schäden sowie konkrete Regeln zur Einbeziehung des Emissionszertifikatehandels in die internationalen Klimaschutzbemühungen.

4 Grad mehr bei Business as usual

Zurzeit zerstöre die Menschheit wissentlich die Ökosysteme, die sie am Leben erhalten, beklagte Guterres. Vor allem die Länder mit dem grössten Treibhausgas-Ausstoss müssten mehr tun. Trotz gegenteiliger Versprechen sei während der vergangenen zehn Jahre der Ausstoss von Treibhausgasen jährlich im Schnitt um 1,5 Prozent gestiegen.

Die bisherigen Klimaschutzpläne der Staaten reichen bei Weitem nicht, um die Erderwärmung wie 2015 in Paris vereinbart auf deutlich unter 2 Grad zu begrenzen. Geht es weiter wie bisher, könnten es bis Ende des Jahrhunderts stattdessen im Mittel knapp 4 Grad mehr sein.

Auch die USA sind in Madrid dabei, obwohl US-Präsident Donald Trump ihren Ausstieg aus dem Pariser Abkommen eingeleitet hat. Die Frontfrau der US-Demokraten, Nancy Pelosi, sicherte als Leiterin einer Delegation von Demokraten des US-Kongresses zu: «Wir sind noch dabei. Die Vereinigten Staaten sind noch dabei.»

Fatale Folgen der Erderwärmung

Der Vorsitzende des Weltklimarats IPCC, der koreanische Klimaökonom Hoesung Lee, sagte, die fatalen Folgen der Erderwärmung kämen schneller und massiver als angenommen, etwa beim Anstieg der Meeresspiegel und der Erwärmung der Ozeane. Es seien Veränderungen der Lebens- und Wirtschaftsweise ungekannten Ausmasses nötig. «Wir sind nicht einmal ansatzweise dabei, den Klimawandel zu bekämpfen.»

Den Vorsitz des diesjährigen Klimagipfel hat die chilenische Umweltministerin Carolina Schmidt, denn eigentlich hätten die Verhandlungen in Chile stattfinden sollen.

Wegen der regierungskritischen Proteste dort sprang Spanien als Gastgeber ein. «Nur wenn wir Seite an Seite stehen, wenn wir zusammenarbeiten, können wir wirklich die grösste Herausforderung angehen, die weltweit auf uns zukommt: den Klimawandel», sagte Schmidt.

Der neue EU-Ratsvorsitzende, der Belgier Charles Michel, sagte, die Menschheit erleide zurzeit den Klimanotstand. Die Ressourcen des Planeten seien über Gebühr ausgebeutet worden. «Wir haben den Planten in die Knie gezwungen», sagte er.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Susanne am 02.12.2019 19:53 Report Diesen Beitrag melden

    Nachhaltigkeit

    Wurde eigentlich an diesem Klimagipfel einmal das Thema Bevölkerungswachstum erwähnt? Oder ging es wieder mal um reine Pflästerlipoltik.

    einklappen einklappen
  • Marc am 02.12.2019 19:40 Report Diesen Beitrag melden

    Wertloses Stück Papier..

    ..der Pariser-Klimavertrag ist wertlos. Alle Länder, haben sich dazu verpflichtet SELBST AUSGEWÄHLTE Ziele zu erreichen. Verfehlen sie diese gibt es keinerlei Sanktionen. All diese Pseudo-Verpflichtungen zusammentackert und schon hat man den Klimavertrag. Wertlos. Eine Schande.

    einklappen einklappen
  • Steuersklave am 02.12.2019 20:06 Report Diesen Beitrag melden

    Klimasozialismus

    Nein, Mrs. Pelosi, die USA sind in der glücklichen Lage, nicht mehr "dabei" zu sein. Finden Sie sich endlich damit ab, dass Killary die Wahlen verloren hat! - Man hätte übrigens auch erwähnen können, bzw. müssen, dass die "regierungskritischen Proteste" in Chile sich gegen die kürzlich eingeführte CO2-Steuer richten. Kudos! Nebenbei bemerkt: Wenn es den Grüngardisten tatsächlich um CO2-Reduzierung, und nicht um Sozialismus ginge (Greta ist in ihrem Project-Syndicate-Artikel wenigstens ehrlich: Es geht um Sozialismus!), müssten sie eine Videokonferenz veranstalten... WWG1WGA

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sieg dem Licht am 03.12.2019 17:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Club of Rome

    Und wir bezahlen noch für dieses Kasperli Theater. Traurig, traurig

  • didi191 am 03.12.2019 15:17 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur ein Problem

    Verschmutzung der Gewässer, masslose Bevölkerungszunahme und Abfallentsorgung sind ebenso wichtige Probleme unter Vielen. Im Gegensatz zur Klimaerwärmung jedoch sichtbar und ohne Zweifel.

  • Typhoeus am 03.12.2019 14:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und was machen nun

    die Antiklimafans, da sie keine Beweise haben?

    • Tellobelli am 03.12.2019 15:12 Report Diesen Beitrag melden

      @TYPHUS

      Beweise für was?Klimawandel gabs schon immer..und freiheit ist wichtiger als wetter..case closed.

    einklappen einklappen
  • Typhoeus am 03.12.2019 14:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wann bekommt Greta endlich

    den goldenen Euro. Sie hat die Gemüter total aufgemischt. Sie wird in die Geschichtsbücher eingehen.

  • Hexenkraft am 03.12.2019 12:58 Report Diesen Beitrag melden

    Frauen an die Front

    Die Fronfrau der Demokraten, mein Beileid!