Weltsozialforum

31. Januar 2011 10:29; Akt: 31.01.2011 13:24 Print

«Eine andere Welt ist möglich»

Das Weltsozialforum ist zurück in Afrika: Kaum ist das WEF zu Ende, versammeln sich Globalisierungskritiker aus der ganzen Welt in Dakar, Senegal.

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Das Weltsozialforum ist zurück in Afrika. (Bild: Keystone)

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Die achte Ausgabe der Gegenveranstaltung zum WEF in Davos findet vom 6. bis am 11. Februar in der senegalesischen Hauptstadt Dakar statt. Die Veranstalter erwarten nach eigenen Angaben bis zu 60 000 Teilnehmer.

An hunderten Workshops und Treffen werden die Globalisierungskritiker aktuelle politische und wirtschaftliche Fragen diskutieren. In Dakar sollen möglichst viele Ideen entstehen oder weiterentwickelt werden, um die Welt gerechter zu gestalten. «Eine andere Welt ist möglich», heisst das Motto.

Vertreter sozialer Bewegungen, Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen und Parlamentarier aus der ganzen Welt haben sich für das WSF angemeldet. Zu den bekanntesten Teilnehmern zählen der ehemalige brasilianische Präsident Ignacio Lula da Silva, der bolivianische Präsident Evo Morales oder die ehemalige französische Präsidentschaftskandidatin Segolène Royal.

Abgrenzung zum WEF

Ähnlich wie das WEF in Davos ist das Weltsozialforum (WSF) ein Diskussionsforum - kein Ort für konkrete Entscheidungen. An dem Punkt hören die Gemeinsamkeiten aber schon auf: Denn das WSF ist 2001 in Porto Alegre in Brasilien als Gegenveranstaltung zum WEF ins Leben gerufen worden.

«Sie versuchen, den Gedanken aufrechtzuerhalten, dass der Markt alles regelt; wir versuchen, der Welt zu sagen, dass dies nicht stimmt», erklärt der WSF-Mitgründer Chico Whitaker in seinem Buch «Das Weltsozialforum».

Nachteile der Globalisierung

In Dakar werden also die Kehrseiten der Globalisierungsmedaille diskutiert: Die kapitalistische Globalisierung habe zu sozialen, geopolitischen, ökologischen und ideologischen Problemen geführt, schreiben die Veranstalter auf ihrer Webseite. Am WSF stehen deshalb Themen wie Armut, Kriege, Klimawandel oder Demokratie auf der Traktandenliste.

Eröffnet wird das WSF am 6. Februar mit einer grossen Kundgebung. Der 7. Februar ist für den Gastgeberkontinent Afrika reserviert: Am dem Tag geht es um «den Platz Afrikas in der Welt», die afrikanische Diaspora, Migration und auch um die koloniale Vergangenheit des Kontinents.

Das WSF findet nach 2007 in Nairobi zum zweiten Mal in Afrika statt. Seit der Gründung 2001 war das WSF zudem fünf Mal in Brasilien und einmal in Mumbai, Indien, zu Gast.

(sda)