Kollision bei Singapur

21. August 2017 02:29; Akt: 22.08.2017 02:14 Print

«Erhebliche Schäden» an US-Zerstörer

Ein mit Lenkraketen bestücktes US-Navy-Schiff ist östlich von Singapur mit einem Handelsschiff zusammengestossen. Zehn Matrosen werden vermisst.

Seeleute werden vermisst: Der US-Zerstörer USS John S. McCain verunglückte vor Singapur. Video: Tamedia/AFP
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Beim Zusammenstoss eines amerikanischen Kriegsschiffs mit einem Öltanker sind möglicherweise mehrere US-Soldaten ums Leben gekommen. Im Meer vor Singapur wurden mehr als zwölf Stunden nach dem Unglück noch zehn Seeleute des Lenkwaffenzerstörers «USS John S. McCain» vermisst, wie das Kommando der amerikanischen Pazifikflotte mitteilte.

Eine grossangelegte Suche brachte zunächst keinerlei Erfolg. Mindestens vier Soldaten mussten verletzt ins Spital gebracht werden. Das Schiff habe «erhebliche Schäden» am Rumpf erlitten.

US-Präsident Donald Trump erklärte auf Twitter, er sei in «Gedanken und Gebeten» bei den Soldaten.

Das Unglück ereignete sich um 05.24 Uhr Ortszeit (Sonntag 23.24 Uhr MESZ) östlich von Singapur nahe dem Eingang zur Strasse von Malakka, einer Meerenge zwischen Indonesien und Malaysia. Die Gewässer rund um Singapur zählen zu den wichtigsten und am stärksten befahrenen Wasserstrassen der Welt, rund ein Drittel des Seehandels wird über sie abgewickelt.

US-Zerstörer kollidiert mit Handelsschiff

Schlafkabinen überflutet

Die «John S. McCain» prallte mit dem Tanker «Alnic MC» zusammen, der unter der Flagge Liberias fährt. Der Rumpf des Zerstörers wurde im hinteren Backbordbereich unterhalb der Wasserlinie beschädigt – also am linken hinteren Teil des Schiffes. Auf Filmaufnahmen war im Rumpf ein etwa sechs Meter langer Riss zu erkennen. Nach amerikanischen Angaben wurden Mannschaftskabinen sowie Maschinen-und Kommunikationsräume überflutet.

Die «John S. McCain» sei unterwegs zu einem Routine-Stopp in einem Hafen in Singapur gewesen, als sich der Zusammenstoss mit dem unter liberianischer Flagge fahrenden Tanker «Alnic MC» ereignete, teilte die US-Marine mit. Trotz der Schäden gelang es der «McCain», aus eigener Kraft bis zu ihrem Zielhafen Singapur weiterzufahren.

An den Rettungsarbeiten beteiligten sich auch Schiffe und Helikopter aus Singapur, Indonesien und Malaysia. Wellengang erschwerte die Suche nach den Vermissten.

Keine Hinweise auf ausgelaufenes Öl

An Bord des liberianischen Tankers gab es nach Angaben der Hafenbehörden in Singapur keine Verletzten. Der vordere Teil des Schiffsrumpfes sei sieben Meter über der Wasserlinie beschädigt worden. Das 183 Meter lange Schiff hatte fast 12'000 Tonnen Heizöl geladen und war auf dem Weg von Taiwan nach Singapur.

Durch die Kollision lief laut der Tanker-Besatzung kein Öl ins Meer. «Wir haben unsere Ladung noch nicht gelöscht», sagte ein Besatzungsmitglied. Der Tanker werde einen Hafen in Singapur anlaufen, wo die Besitzer den Fall untersuchen wollten. Es gebe keine Hinweise auf eine Ölpest, erklärte auch die Hafenbehörde von Singapur. Der Schiffsverkehr in der Strasse von Singapur sei unbeeinträchtigt.

Zweites Unglück innert weniger Wochen

Eigentlich sind Kollisionen von Kriegsschiffen mit anderen grossen Schiffen extrem selten. Erst im Juni stiess jedoch das Schwesterschiff des Zerstörers, die «Fitzgerald», vor der japanischen Küste mit einem philippinischen Containerschiff zusammen und wäre fast gesunken. Sieben Soldaten wurden getötet. Mehrere Offiziere verloren danach ihre Posten.

Die «John S. McCain» und die «Fitzgerald» wurden in der gleichen Werft gebaut und sind beide in Japan stationiert. Die Schiffsunfälle ereigneten sich in einer Zeit hoher Spannungen in der Region.

Sollte gegenüber China Stärke demonstrieren

Die «John S. McCain» hatte erst kürzlich die Zwölf-Meilen-Zone einer künstlichen chinesischen Insel im Südchinesischen Meer durchfahren, um damit Stärke gegenüber der Regierung in Peking zu demonstrieren. Die USA werfen China Bestrebungen vor, das strategisch wichtige Gewässer unter seine Kontrolle zu bringen. China kritisiert die Patrouillen der US-Kriegsschiffe in der Gegend seinerseits als Provokation.

Zuletzt eskalierte auch der Nordkorea-Konflikt, US-Präsident Donald Trump und die Regierung in Pyongyang drohten sich gegenseitig mit Militärangriffen.

Die «John S. McCain» ist nach dem Vater und dem Grossvater des US-Senators John McCain benannt. Beide dienten in der US-Marine als Admirale. Das Schiff dient unter anderem der Raketenabwehr. Der US-Senator twitterte, die er bete für die Seeleute.

(chk/ap/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ungläubiger am 21.08.2017 08:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Einen 200m langen Tanker kann schon einmal auf den Radar übersehen werden. Dass kann vorkommen.

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  • sandra s. am 21.08.2017 08:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    US-Zerstörer zerstört

    Würde mich ja interessieren,wo der Kapitän seine Augen während der Fahrt hat. Diese Schiffe haben definitiv nicht eine Größe zum übersehen.Aber auch so kann man Kriegsmaterial dezimieren.

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  • Aargauer am 21.08.2017 08:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso

    wieso kann das überhaupt passieren? Die haben doch eine Wachmannschaft auf der Brücke und ein Radar. Die müssen das Schiff doch entdeckt haben. Oder hatten die alle frei..

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Die neusten Leser-Kommentare

  • 142w am 22.08.2017 12:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zuerst informieren 

    Der frachter hat das ais system des Zerstörer nicht erkannt weil es abgeschaltet war und der Frachter hat kaum so ein gutes radar das er einen Zerstörer sehen desen Radar querschnitt aussieht wie ein 25m langes Schiff..... oder noch kleiner ausserdem kann bei Nacht und bei unruhigem wetter oder bei unklarer Sicht schnell so etwas passieren ....

  • olimec am 21.08.2017 19:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie geht das?

    Warum werden denn so viele Leute vermisst? War das etwa so eine massive Kollision? Kann mir das irgendwie nicht vorstellen.. auch wenn sie über Bord geschleudert werden sollten sie doch leicht wieder gerettet werden können?

  • Trump Lover am 21.08.2017 16:17 Report Diesen Beitrag melden

    Trumps Rache

    Niemand nahm das Wort Terror in den Mund somit war das US-Schiff schuld. Ansonsten würde Liberia von Trump angegriffen werden.

  • daniel düüsentrieb am 21.08.2017 16:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wer fragt sich auch ?

    ich frage mich eher was die amis vor china singapur usw zu suchen haben spielen die sich wirklich so auf als weltpolizei ?? ich verstehe nicht wie man die usa toll finden kann überall auf der welt stänkern und unruhe stiften gehen

  • webarch am 21.08.2017 16:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    grosse frage - keine antwort

    ich frag mich nur eines. wenn kriegsschiffe so beschädigt werden, wenn sie eine kollision haben. wie schützen sie sich, wenn wirkloch krieg ist und auf diese geschossen wird. w