Grossbritannien

12. Januar 2020 14:22; Akt: 12.01.2020 14:22 Print

Michael (26) entkam Serienvergewaltiger knapp

Über 190 Männer sollen von Reynhard Sinaga vergewaltigt worden sein. Ein 26-Jähriger entkam ihm. Er schöpfte Verdacht, weil Sinaga nachts um 4 Uhr nüchtern war.

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In Grossbritannien gilt Reynhard Sinaga als schlimmster Vergewaltiger. Über 190 Männer soll er sexuell missbraucht haben. Er hatte seine Opfer jeweils unter Drogen gesetzt, bevor er sich an ihnen verging. Wegen 48 Fällen wurde er nun zu mindestens 30 Jahren Gefängnis verurteilt.

Michael Crompton wäre beinahe ein weiteres Opfer geworden. Der 26-Jährige war eines Nachts in Manchester im Ausgang. Weil er seine Freunde aus den Augen verloren hatte, betrat Crompton um 4 Uhr morgens einen Takeaway. Dort wollte er fragen, ob er von jemandem ein Ladekabel für sein Handy ausleihen könnte, erzählt er «The Sun».

«Ich wollte einfach so schnell wie möglich aus der Wohnung dieses seltsamen Typen verschwinden.»

Dann wurde er von Sinaga angesprochen. Er bot Crompton an, dass er sein Ladekabel in seiner 1-Zimmer-Wohnung benutzen könne. «Ich fand, er war ein bisschen seltsam, als er mich ansprach. Er wirkte ziemlich nüchtern für einen Mann, der um 4 Uhr morgens in einem Takeaway Fremden anbietet, in seine Wohnung zu kommen.» Weil Sinaga jedoch deutlich kleiner war als Crompton, willigte dieser ein.

Dort angekommen bot Sinaga seinem Gast einen Drink an. Doch Crompton lehnte ab. Als Sinaga ihm dann einen Shot anbot, wurde der 26-Jährige misstrauisch. «Wenn ich einen Drink ablehne, warum soll ich dann einen Shot wollen?» Crompton lehnte erneut ab. Sinaga bot ihm schliesslich an, dass er die Nacht in der Wohnung verbringen könne. «Das war der Punkt, da ich erkannte, dass ich schnellstmöglich da raus muss. Sobald mein Handy ein bisschen Akku hatte, schrieb ich meinen Freunden, wo ich bin und ging. Ich wollte einfach so schnell wie möglich aus der Wohnung dieses seltsamen Typen verschwinden.» Zuvor tauschten die beiden jedoch noch ihre Handynummern.

«Es hätte auch mich treffen können.»

Im Juni wurde Crompton dann von der Polizei kontaktiert, die seine Nummer auf Sinagas Handy gefunden hatte. Als die Beamten ihm ein Bild des Serienvergewaltigers zeigten, habe er den Mann sofort erkannt. «Ich konnte es nicht glauben, als ich herausfand, was er getan hat. Es ist beängstigend, darüber nachzudenken, dass es auch mich hätte treffen können.»

Sinaga flog auf, nachdem er versucht hatte, einen 18-jährigen Rugby-Spieler in seine Falle zu locken. Doch dieser konnte sich trotz Drogeneinfluss wehren. Als die Polizei Sinagas Handy durchsuchte, fand sie Videos von drei Vergewaltigungen.


(vro)