IS-Video

04. Januar 2016 21:14; Akt: 04.01.2016 21:29 Print

«Geheimdienst weiss, wer der neue Jihadi-John ist»

Auf einem am Sonntag veröffentlichten Video drohen Jihadisten Grossbritannien. Experten sind sich sicher: Der Geheimdienst weiss bereits, wer das neue Gesicht des Terrors verkörpert.

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Drohte Grossbritannien in einem Video: Der mutmassliche neue Jihadi-John. (03. Januar 2016) (Bild: AFP//HO / Welayat Raqa)

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«Eines Tages werden wir in euer Land einmarschieren und mit der Scharia regieren», droht ein junger Mann Grossbritannien auf einem neuen IS-Video. Er zielt mit einer Waffe Richtung Kamera, spricht mit einem englischen Akzent und ist maskiert – trotzdem sind Experten der Meinung, dass das neue Gesicht des Islamischen Staates, der Jihadi-John, bereits identifiziert werden konnte, schreibt die englische Zeitung «Express».

In dem Moment, als er seinen Mund öffnete und sprach, habe er sein Todesurteil unterschrieben, sagt eine Terror-Expertin zur englischen Zeitung. Im Video höre man ganz klar einen englischen Akzent heraus, der neue Jihadi-John müsse also aus der Nähe von London stammen. Zudem habe jeder Freunde, Familie oder Bekannte – es sei sehr unwahrscheinlich, dass seine Stimme von niemandem erkannt worden sei. «Ausserdem kann ich mir nicht vorstellen, dass ihn alle Menschen, die ihn erkannten, decken werden», sagt sie weiter. Die Regierung habe Möglichkeiten, Stimmen auszuwerten. Und sobald der neue Jihadi-John identifiziert sei, würde ihn das Militär jagen – bis sie ihn erwischen, sagt ein anderer Experte.

Verfahren dauert lange

«Die Auswertung der Stimmen und des Dialektes dauert nicht lange, das Verfahren dafür umso länger.» Das habe man beim ehemaligen Gesicht des Terrors, Mohammed Emwazi, gesehen: Erst ein Jahr nach dem ersten, veröffentlichtem Video habe man diesen geschnappt. Doch das sei nicht der einzige Grund, warum sich die Jagd auf einen Jihadisten nicht einfach gestalte, sagt der Terror-Experte weiter. Er sei nun gewarnt, würde sich hinter Zivilisten und Geiseln verstecken. Irgendwann werde man ihn aber erwischen und töten.

In dem Video wird eine Exekution von fünf angeblichen Spionen gezeigt. Sie knien vor den Jihadisten und sagen nacheinander, sie hätten Videos oder Fotos über das Leben in der syrischen Stadt Rakka in die Türkei geschmuggelt oder Informationen über IS-Kämpfer weitergegeben. Der Sprecher droht Grossbritannien, vor allem aber dem britischen Preminierminister David Cameron und bezeichnet ihn als «Idioten».

(nab)