Trump

10. Januar 2019 18:32; Akt: 10.01.2019 18:32 Print

«Gibt es eine Betonmauer vor euch, überwindet sie»

Donald Trump hat sich schon 2004 mit Mauern befasst. Sehr zur Freude der aktuellen «The Daily Show».

Donald Trump in einer Rede von 2004 am Wagner College in Staten Island, NY. (Quelle Video: Facebook / The Daily Show)
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«Gebt nie auf. Lasst das nicht zu. Wenn es eine Betonmauer vor euch gibt, überwindet sie. Steigt über sie. Umgeht sie. Aber gelangt auf die andere Seite dieser Mauer.»

Kein Geringerer als Donald Trump sprach diese Worte zu College-Absolventen im Jahr 2004. Heute, 15 Jahre später und vor dem Hintergrund der Mauerbau-Ambitionen des heutigen US-Präsidenten, trieft aus ihnen die pure Ironie der Geschichte.

«Ich weiss, dass Donald Trump das versteht»

Die bissige «The Daily Show» hat die Aufnahmen hervorgekramt: «Wenn wir etwas wissen, dann das, dass Migranten nichts vom Versuch abhält, nach Amerika zu gelangen», kommentierte Moderator Trevor Noah genüsslich. «Denn es ist der Ort, von dem Menschen träumen, weil sie für ihre Familien ein besseres, sichereres Leben aufbauen wollen und für diesen Traum alles tun werden.» Er, Trevor Noah, wisse, dass «Donald Trump das versteht» und verweist auf das Video.

Der US-Präsident machte indes auch heute klar, dass ihn sein Geschwätz von gestern nicht interessiert. Er, der in seinem Buch von 1987 «Die Kunst des Deals» seine Verhandlungsstrategien und -erfolge beschreibt, hat die Verhandlungen mit den Demokraten über den von ihm gewollten Mauerbau und den damit zusammenhängenden Regierungsstillstand abrupt abgebrochen.

«Totale Zeitverschwendung»

Sein Treffen mit den Oppositionschefs in Repräsentantenhaus und Senat, Nancy Pelosi und Chuck Schumer, sei «totale Zeitverschwendung» gewesen, schrieb Trump auf Twitter.

Nach Schilderung Schumers schlug der Präsident «irgendwie auf den Tisch». Dann sei er «einfach aufgestanden und hinausgegangen». Abermals habe Trump einen «Wutanfall» gehabt, «weil es nicht nach seinem Willen geht», sagte der Demokrat.

Süssigkeiten verteilt

Vizepräsident Mike Pence, der bei dem Treffen ebenfalls anwesend war, bestritt, dass Trump die Beherrschung verloren habe. Der Präsident sei guter Dinge in die Sitzung gegangen und habe Süssigkeiten verteilt. «Wir haben einmal mehr gehört, dass die Demokraten noch nicht einmal verhandeln wollen», sagte Pence.

Nach Schilderung des ebenfalls anwesenden Republikaners Kevin McCarthy fragte Trump die Oppositionschefs, ob sie sich mit der Finanzierung der Grenzmauer einverstanden erklären würden, wenn er den Haushaltsstreit beende. Pelosi habe ihre Hand gehoben und gesagt: «Nein, auf keinen Fall.»

Nationaler Notstand als Option

Trump verlangt vom Kongress 5,7 Milliarden Dollar für den Mauerbau an der Grenze zu Mexiko. Die Mauer ist sein zentrales Versprechen aus dem Wahlkampf 2016. Die Demokraten halten sie jedoch für ineffektiv und überflüssig. Sie bestreiten auch, dass es die von Trump geschilderte «Sicherheitskrise» an der Grenze überhaupt gibt.

Trump hielt sich weiter offen, den nationalen Notstand auszurufen. Gebe es keinen Deal, könnte er «diesen Weg einschlagen», sagte er am Mittwoch.

(gux)