Rebellenführer Borodai

21. Juli 2014 18:12; Akt: 22.07.2014 14:13 Print

«Hatten kein Motiv, das Flugzeug abzuschiessen»

Separatistenführer Alexander Borodai verneint jeden Zusammenhang mit dem Abschuss des MH17-Flugs der Malaysia Airlines. Er gibt der Ukraine die Schuld.

storybild

Alexander Borodai, der Anführer der pro-russischen Separatisten und Präsident der Volksrepublik Donezk, weist jede Schuld am Abschuss von sich. (Bild: Keystone/AP/Dmitry Lovetsky)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der Nachrichtensender CNN konnte den selbsternannten Premierminister der Volksrepublik Donezk interviewen. Alexander Borodai, der Anführer der pro-russischen Separatisten schildert seine Sicht der Dinge. Und er erhebt schwere Vorwürfe gegen die Ukraine.

«Ja, wir haben Gegenstände gefunden, die die Blackbox sein könnten, aber wir haben nicht die Experten, um dies zu bestätigen», ist Borodais Antwort, auf die Frage, ob die Rebellen die Blackbox der Boeing 777 in ihrem Besitz haben.

Auf die Vorwürfe der westlichen und ukrainischen Geheimdienste, wonach abgehörte Gespräche beweisen sollen, dass pro-russische Separatisten das Flugzeug der Malaysia Airlines abgeschossen haben, verdreht Borodai die Augen: «All die Informationen, die im Internet kursieren, sind Lügen.» Sie hätten auch gar nicht die Waffensysteme, um eine solche Attacke auszuführen. «Ich sage es Ihnen nochmals, wir haben nie auch nur ein einziges BUK-System gehabt.»

Der CNN-Journalist hakt nach, will wissen, was Borodai zu den Abschussvorwürfen sagt: «Was soll ich sagen? Ich habe oft darüber gesprochen: Wir hatten kein Motiv, dieses Flugzeug abzuschiessen. Aber für unseren Feind, die Ukraine, ist der Crash von Nutzen.»

Quelle: CNN

«Ich spreche zu Ihnen als Repräsentant der Volksrepublik Donezk»

Der CNN-Journalist fragt, ob Russland die Rebellen ausgebildet hat. Borodai: «Ich kann diese Frage nicht beantworten. Fragen Sie Russland. Warum ich darauf nicht antworte? Weil ich eine Frage, die die russische Republik betrifft, nicht beantworten kann, dazu habe ich kein Recht. Ich spreche zu Ihnen als Repräsentant der Volksrepublik Donezk.»

Die Vorwürfe, dass die Separatisten Hilfe vor Ort behindern würden und die Leichen zu lange liegen liessen, verneint Borodai: Im Gegenteil. Sie würden internationale Helfer so rasch als möglich erwarten.

Dass die Leichen zwei Tage lang herumlagen, sei Schuld der OSZE. Die Organisation habe klar gesagt; wenn ihr die Toten bewegt, seid ihr für die Leichen verantwortlich.

Die OSZE weist eine solche Anweisung von sich, wie der CNN-Reporter betont.

(zum)