Demo gegen Putin

06. März 2012 08:46; Akt: 06.03.2012 09:06 Print

«Ich bin empört über die Gewalt»

Die russische Polizei ist mit Härte auf friedlich demonstrierende Putin-Gegner losgegangen. 550 Demonstranten wurden festgenommen, darunter einige Prominente. Viele sind entsetzt.

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Nach der als unfair kritisierten Wahl Putins zum Kremlchef war die Polizei erstmals seit Monaten wieder mit Härte vorgegangen. Zehntausende hatten am Montagabend in den beiden Metropolen gegen die Rückkehr des 59-jährigen Ex-Geheimdienstchefs ins Präsidentenamt protestiert. Putin-Gegner schwangen Fahnen und tanzten vor dem Kreml in Moskau. Sie sangen «Putin ist ein Dieb», «Russland wird frei sein». Doch die Polizei sah darin grösste Gefahr gegen den Staat und nahm gesamthaft über 500 Demonstranten und Kritiker von Wladimir Putin in Gewahrsam. Einige kamen bald darauf gegen Kaution wieder frei.

Die Polizei nahm im Laufe des Abend mehrere prominente Putin-Gegner fest. Der populäre Blogger Alexej Nawalny, der in Oppositionskreisen als möglicher künftiger Präsidentschaftskandidat gehandelt wird, sei gegen eine Geldstrafe freigelassen worden. Das meldete die Nachrichtenagentur Interfax in der Nacht zu Dienstag in Moskau. Auch der Linkspolitiker Sergej Udalzow wurde noch in der Nacht auf freien Fuss gesetzt, wie die Nachrichtenagentur Itar-Tass berichtete. Der Oppositionelle Ilja Jaschin beklagte am Abend, er werde seit mehreren Stunden mit 19 anderen Festgenommenen in einem Polizeibus festgehalten. «Alles ziemlich seltsam», teilte Jaschin per Telefon mit.

Prochorow empört über Gewalt

Der Multimilliardär Michail Prochorow, der bei der Wahl den dritten Platz belegt hatte, verurteilte die Festnahmen. «Es war eine friedliche Kundgebung. Ich bin empört über die Gewalt.»

Internationale Beobachter hatten die Wahl als ungerecht und unfair kritisiert. In jedem dritten Wahllokal seien bei der Auszählung Unstimmigkeiten festgestellt worden, teilte die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) mit. Demokratische Standards, zu denen sich Russland als Europaratsmitglied verpflichtet habe, seien nicht voll erfüllt worden, hiess es.

Putin wird im Mai nach 2000 und 2004 zum dritten Mal als Präsident in den Kreml einziehen. Trotz der Vorwürfe erklärte die Wahlkommission Putin nach vorläufigem amtlichen Endergebnis mit 63,6 Prozent zum Sieger.

(kub/sda/ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • J.Berger am 06.03.2012 15:26 Report Diesen Beitrag melden

    Alles Betrug ne?

    "Unstimmigkeiten" bringen einer Person keine 63,6 Prozent der Stimmen, und den Konkurrenten einstellige Prozentzahlen oder kleine zweistellige. Das wären keine "Unstimmigkeiten", das wäre grossangelegter Wahlbetrug der aufgefallen wäre. Wo sind die konkreten Anschuldigungen? Die sehe ich nirgendwo. Überall wird "Wahlbetrug" skandiert, aber keiner liefert Fakten.

  • anonym am 06.03.2012 13:46 Report Diesen Beitrag melden

    Falschinformation!

    An dieser Kundgebung waren keine 2000 Leute und es wurden vielleicht 20 festgenommen, höchstens! Oder erkennt ihr auf den Bildern mehr? Heutzutage kann doch jeder in HD(720 oder 1080) Filmen auch in Russland. Wo sind die Beweisvideos für die 500 Festnahmen? Checkt ihr es nicht??

  • Samara Morgaine am 06.03.2012 12:14 Report Diesen Beitrag melden

    >Putin Wahlen

    Über das brutale Vorgehen der russischen Polizeit gegen die Putin-Gegner braucht man sich gar nicht zu wundern, Putin ist kein demokratisch gesinnter Mensch, sondern ein mit offensichtlich unfairen Methoden gewählter Diktator und die russische Polizei hat sowieso den Ruf, korrupt und teilweise in kriminelle Machenschaften verstrickt zu sein. Wer hier noch Hopp Putin schreit, soll doch zuerst das Gehirn einschalten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tiefflieger am 07.03.2012 01:50 Report Diesen Beitrag melden

    Passiert auch in der Schweiz

    Zum Beispiel bei präventiven Festnahmen an der Anti WEF Demo oder am 1. Mai...

  • Peter am 06.03.2012 17:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zweiermass  

    Lustig wie die Presse hier bei uns im Westen vorgeht hehe in Russland ist alles undemokratisch und schlecht aber wen es um USA gehet ist dort alles in Ordnung . Was war es los mit der Wahlen Bush - Gore? Wieso kritisiert niemand zum Beispiel Saudi Arabien? Dort gibt es nicht mal Wahlen geschweige Menschenrechte, Frauenrechte etc. Natürlich darf man Saudis nicht kritisieren den die liefern das Öl und sind Amis Partner also hauen wir auf Russland und finden wir bei Russen irgendwelche Marionetten wie Jelzin damals DAS IST FÜR UNS DEMOKRATISCH .

  • J.Berger am 06.03.2012 15:26 Report Diesen Beitrag melden

    Alles Betrug ne?

    "Unstimmigkeiten" bringen einer Person keine 63,6 Prozent der Stimmen, und den Konkurrenten einstellige Prozentzahlen oder kleine zweistellige. Das wären keine "Unstimmigkeiten", das wäre grossangelegter Wahlbetrug der aufgefallen wäre. Wo sind die konkreten Anschuldigungen? Die sehe ich nirgendwo. Überall wird "Wahlbetrug" skandiert, aber keiner liefert Fakten.

  • JohnnyBlaze am 06.03.2012 14:40 Report Diesen Beitrag melden

    Medien

    Wiso berichtet man nichts positives über Putin? Nur negative Schlagzeilen. über die Feier habt Ihr noch gar nichts geschrieben. Medien sollten "Neutral" bleiben und über eine Lage neutral schreiben. Oder 20 Minuten könnt Ihr mir das erklären? Waren die Demonstranten friedlich? Seit Ihr vor Ort gewesen? und 500 Demonstranten sind wirklich wenig um so ein Theater zu machen. sonst lese ich sehr gerne 20Minuten freundliche Grüsse

  • anonym am 06.03.2012 13:46 Report Diesen Beitrag melden

    Falschinformation!

    An dieser Kundgebung waren keine 2000 Leute und es wurden vielleicht 20 festgenommen, höchstens! Oder erkennt ihr auf den Bildern mehr? Heutzutage kann doch jeder in HD(720 oder 1080) Filmen auch in Russland. Wo sind die Beweisvideos für die 500 Festnahmen? Checkt ihr es nicht??