31-Millionen-Bischof spricht

10. Oktober 2013 16:26; Akt: 10.10.2013 17:31 Print

«Ich brauche keinen pompösen Lebensstil»

Bischof Tebartz-van Elst steht unter Druck: Der Gottesmann soll gelogen haben. Zudem kostet seine Residenz sehr, sehr viel Geld. Dabei brauche er keinen Pomp, sagt er in einem Interview.

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Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst steht seit Monaten in der Kritik: Erst berichtete der «Spiegel» von der millionenschweren Residenz, deren Baukosten mit 31 Millionen Euro um ein Vielfaches höher ausfielen als veranschlagt. Dazu kam eine umstrittene Indien-Reise in der ersten Klasse.

Jetzt steht Tebartz-van Elst auch noch wegen falscher eidesstattlicher Erklärung in zwei Fällen im Visier der Justiz. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, im Zusammenhang mit einem Indienflug von ihm unterzeichnete Eidesstattliche Erklärungen eingereicht zu haben, die nach staatsanwaltlichen Ermittlungen falsch sind (siehe Box).

Bischof gibt Denkmalschutz die Schuld

Nicht nur aus der Justiz bekommt der Bischof Gegenwind, auch im eigenen Bistum wird der 53-Jährige wegen der Kostenexplosion für den Neubau seiner Residenz angegriffen: Das sei eine Verschwendung von Kirchengeldern.

Der Priesterrat seiner Diözese fordert nun Tebartz-van Elsts Rücktritt, weil er das Vertrauen zerstört sieht. Tebartz-van Elst ist wegen seines autoritären Führungsstils ohnehin schon länger umstritten.

In einem Interview äussert sich der Gottesmann jetzt zur 31-Millionen-Umgestaltung der Limburger Bischofsresidenz. «Bei der Zahl erschrickt man, das verstehe ich», sagt Tebartz-van Elst der «Bild»-Zeitung.

Aber man müsse viele Details kennen, etwa die Auflagen des Denkmalschutzes. Indes: Der hessische Denkmalschutz verneint, solche Auflagen gemacht zu haben.

«Brauche keinen pompösen Lebensstil»

«Wer mich kennt, weiss, dass ich keinen pompösen Lebensstil brauche», sagt Tebartz-van Elst weiter und fordert, man solle die Ergebnisse einiger Überprüfungen abwarten, «bevor man den Stab über mich bricht».

An Rücktritt denke er nicht. «Viele Gläubige wissen sehr wohl zu unterscheiden zwischen den Fehlern, die tatsächlich gemacht wurden, und dem, was in den Medien daraus wird.»

Am Wochenende will er sich in einem Brief an die Gläubigen des Bistums wenden und «manches klarstellen». (Video: Reuters)

(kle)