Augenzeuge

25. März 2015 13:35; Akt: 25.03.2015 16:48 Print

«Ich dachte sofort, dass es abstürzen müsse»

Der Franzose Sébastien Giroux sah die Germanwings-Maschine auf niedriger Höhe fliegen. Sekunden später prallte der Flieger gegen einen Berg.

Der Franzose Sébastien Giroux sah die Germanwings-Maschine auf niedriger Höhe fliegen. (Video: YouTube/New's HD)
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Die Dorfbewohner von Prads-Haute-Bleone in den südfranzösischen Alpen stehen unter Schock: Viele von ihnen haben den Absturz der Germanwings-Maschine aus der Nähe miterlebt.

Sébastien Giroux erzählte dem französischen Sender BFMTV, dass ihm kurz vor dem Absturz ein Flugzeug in niedriger Höhe aufgefallen war: «Während etwa zwei bis drei Sekunden sah ich das Flugzeug sehr tief fliegen. Ich dachte sofort, dass es abstürzen müsse, denn der Berg ist ja 3000 Meter hoch, das geht ja nicht.»

Kein Rauch, keine Explosion

Ein anderer Augenzeuge macht eine ähnliche Beobachtung: «Als ich das Flugzeug vorbeiziehen sah, dachte ich – hm, ein bisschen niedrig. Als ich später dann hörte, dass ein Flugzeug abgestürzt sei, dachte ich sofort an dieses.»

Beide Männer sind sich sicher: Vor dem Absturz war weder Rauch zu sehen, noch gab es eine Explosion.

Stimmenrekorder ist beschädigt

Die Aussagen der Zeugen sind für die Aufklärung des Unglücks sehr wichtig. Vor allem nachdem der französische Innenminister Bernard Cazeneuve am Mittwoch dem Radiosender RTL sagte, dass der Stimmenrekorder des abgestürzten Fliegers beschädigt sei.

Das Gerät, das alle Gespräche in der Pilotenkanzel aufzeichnet, müsse in den nächsten Stunden wiederhergestellt werden, um die Daten auswerten zu können, erklärte der Minister weiter.

Umweltministerin Ségolène Royal sagte, entscheidend seien die Stimmenaufzeichnungen, die kurz nach dem Ende des Funkkontakts zur Flugsicherung gemacht wurden.

«Alles ist pulverisiert»

Nach Aussage von Rettungskräften liess die Wucht des Aufpralls die Unglücksmaschine in kleinste Trümmer zerbersten. «Alles ist pulverisiert. Man kann nichts mehr auseinanderhalten. Man sieht nichts, man kann nicht einmal ein Flugzeug darin erkennen», sagte Feuerwehr-Leutnant Éric Sapet der Zeitung «Le Monde» über den Anblick, der sich dem Betrachter an der Absturzstelle in den französischen Alpen bietet.

Der Lokalpolitiker Richard Bertrand aus dem nahe gelegenen Dorf Vernet sagte: «Das grösste Teil, was ich erkennen konnte, hatte die Grösse eines Auto-Kotflügels – grösser war es nicht.»

Experten rätseln weiter

Die Unglücksursache ist bislang unklar. Der A320 war laut Germanwings um 10.01 Uhr gestartet. Eine Dreiviertelstunde später erreichte er seine reguläre Flughöhe von 12'000 Metern und ging dann laut Flugverfolgungsdaten inoffizieller Webseiten in einen steilen Sinkflug über.

Nach Angaben der französischen Flugaufsicht setzten die Piloten keinen Notruf ab. Ein Umstand, der die Flugsicherheitsexperten weltweit verwundert.

(kle)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ... am 25.03.2015 13:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    beileid

    mein herzliches beileid an alle hinterbliebenen dieser schrecklichen tragödie..

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  • Gregory am 25.03.2015 13:52 Report Diesen Beitrag melden

    Zu viel

    Was soll die Medienschlacht und die Spekulationen. Man soll nun den Familien gedenken und abwarten, bis der Flugschreiber ausgewertet ist.

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  • Unwichtig am 25.03.2015 13:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    An die Engel

    R.I.P Eine schreckliche Tragödie, mit unendlichen Schmerz....

Die neusten Leser-Kommentare

  • Merkwürdig am 26.03.2015 20:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mir ist das zu Glatt

    diese Darstellung ist kaum die Definitive Warheit. Es wird nur vom "Selbstmörder/ Mörder" gesprochen. Bei mir stellt sich aber nich eine Andere Frage; das Flugzeug mit einem 2 Std. Flug war kaum eine halbe Std. in der Luft, 10:31 absolute Flughöhe erreicht, da geht der Pilot aus dem Cockpit, um auf die Toilette zu Gehen? Endschuldigung, aber von einem Schulkind wird erwartet, das es zwei Std. sitzen bleibt, auf das WC kann man vorher gehen, heist es.Mir kommt das Ganze höchst fragwürdig vor, bei so einem Disziplinierten Beruf, nach 30 Min. muss der Kapitän zur Toilette, darüber wird nicht gesp

  • Argus am 26.03.2015 17:47 Report Diesen Beitrag melden

    1 Mirage, 6 AKW und der Tiefflieger

    1 Mirage, ein Amokflieger im Tiefflug und 6 AKW in weniger als 100 km Entfernung vom Aufprallort! Noch fragen?

  • C..Naef/Privatpilot am 26.03.2015 17:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wohin soll das noch führen?

    Einfach unglaublich: Dass Berufspiloten ihre suizidalen Handlungen mit derart "heroischen" Mitteln ausführen müssen (Malaysian, GWI)- sie könnten ja mit einer kleinen Sportmaschine alleine "abstürzen gehen". Feige, verkehrte moderne Welt - unfassbar! Wohin soll das noch führen?

    • Lüge am 26.03.2015 20:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      C. Näf

      es ist ja noch nichts Bewiesen, und es ist einfach einem Toten die Schuld zuzuweisen, der kann sich ja nicht mehr wehren. Ich glaube diese Version auf jeden Fall nicht. Weshalb ein Kapitän nach 30Min. bei einer Flugdauer von 2 Std. das Cockpit verlässt um angeblich zur Toilette zu Gehen, das ist für mich nicht nachvollziehbar.Disziplin sieht für mich anders aus. Hier stinkt etwas gewaltig. Mindestens ein Motiv muss vorhanden sein, ein Selbstmörder tötet nicht ohne Grund 149 unschuldige Menschen. Dann ist er ein Mörder mit Vorsatz, dafür muss ein Grund vorliegen.

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  • J. Meyer am 26.03.2015 11:14 Report Diesen Beitrag melden

    Cockpittür

    Wie man jetzt aus den Medien erfahren kann, wird aufgrund erster Auswertungen ein Selbstmord des Copiloten vermutet, der seinen Kapitän bewusst ausgesperrt haben soll. Eine grässliche Vorstellung, zu jemandem ins Flugzeug zu steigen, der Selbstmordabsichten hegt. Die Cockpittür hat man Angesichts vergangener Entführungen neu konzeptiert, aber nicht dabei bedacht, das gerade eine solche Situation damit quasi verbessert wurde. Sollte es sich bewahrheiten, so denke ich, das diese Tür noch einmal neu konzeptiert werden muss, um auch solche Suizidfälle verhindern zu können.

  • Alfred Z. am 26.03.2015 07:49 Report Diesen Beitrag melden

    Es hat was...

    Irgendwie habe ich das Gefühl, dieser Flugzeugabsturz ist so wie ein eigenes 9/11 (was die Medien betrifft). Es ist grauenhaft, dass diese Menschen umgekommen sind und ich fühle mit den betroffenen Hinterbliebenen mit. Aber jetzt soo ein weltweiter Medien-Hype daraus zu machen finde ich mehr als fragwürdig. Es sind (nur) dieses Jahr schon einige Flugzeuge (leider!) abgestürzt, aber von der Medien-Präsenz her, finde ich DAS hier schon fast (sorry) übertrieben... Gestern hat im Fernsehen einer gesagt, man (Medien) "feiere" diesen Absturz wie 9/11 - irgendwie hat diese Aussage was... RIP Victims!