Krawalle in Barcelona

17. Oktober 2019 21:36; Akt: 17.10.2019 21:36 Print

Vater flüchtet mit Baby auf Arm vor Feuerbarrikaden

Zum dritten Mal in Folge kam es in Barcelona zu Ausschreitungen. Viele Bewohner mussten sich in Sicherheit bringen.

Der Vater musste mit dem Baby vor dem Feuer flüchten. (Video: Twitter)
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Nach der Verurteilung von neun Separatistenführern durch das Oberste Gericht in Madrid kam es in Barcelona drei Tage in Folge zu Ausschreitungen seitens Anhängern der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung. Autos wurden angezündet, ein Video, das in den sozialen Medien verbreitet wird, zeigt, wie ein Demonstrant von einem Kastenwagen überrollt wird. Laut der Polizei sollen die Aktivisten auch Gegenstände voller Säure geworfen haben. Wie die Medien berichten, wurden Dutzende Personen festgenommen, über hundert Menschen wurden bisher verletzt.

Mitten im Geschehen: unbeteiligte Stadtbewohner und Touristen. Die Hotelbranche befürchtet bereits Imageschäden für den Tourismus. Roger Pallarols, Direktor des Gastroverbands, spricht von «traurigen und inakzeptablen» Vorfällen. «Das waren keine Proteste, das war Gewalt.»

Vater flüchtet mit Baby auf Strasse

Auch Ladeninhaber fürchten sich vor den Ausschreitungen. «Die Nacht ist hart», sagt ein junger Mann, der sich den Separatisten nicht angeschlossen hat. Stattdessen sitzt er im Laden seines Vaters, um diesen zu beschützen, wie «El Mundo» schreibt. «Ich bleibe hier, ich hoffe, sie legen kein Feuer.»

Ein Video auf Social Media zeigt einen Vater, der mit einem Baby im Arm den Ausschreitungen zu entkommen versucht. Im Hintergrund lodern meterhohe Flammen. Neben seinem Wohnhaus hatten die Aktivisten eine Feuerbarrikade errichtet, schreibt «El Mundo». Die Feuerwehr evakuierte deshalb die angrenzenden Gebäude. Der Mann geht daraufhin auf eine Gruppe zu und beschimpft sie, weil er sein Zuhause mit seinem wenige Monate alten Baby verlassen musste.

Das Video wurde von Albert Rivera auf Twitter hochgeladen. Er ist Politiker der liberalen Partei Ciudanos und zeigt sich zutiefst schockiert: «Es gibt kein Recht. Ich fühle eine so grosse Wut, wenn ich diese Bilder sehe.»

Etliche weitere Leute versuchten sich in Sicherheit zu bringen. Gäste eines koreanischen Restaurants verbarrikadierten sich etwa im Gebäude, um vor dem Feuer sicher zu sein. Auch andere suchten in Bars und Hotels Zuflucht und liessen die Storen herunter, um geschützt zu sein, berichtet «El Pais». Gefährlich wurde es auch für einen Tankstellenbesitzer. Dieser versuchte mit einem Schlauch das Feuer vom Benzin fernzuhalten, wie «El Mundo» schreibt.

(vro)