Biden zu Vorwürfen

04. April 2019 03:20; Akt: 04.04.2019 04:03 Print

«Ich werde in Zukunft aufmerksamer sein»

Der frühere US-Vizepräsident hat sich in einem Video zu den Belästigungsvorwürfen geäussert: Die «Grenzen» des persönlichen Raums hätten sich verändert, sagte Joe Biden.

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Der frühere US-Vizepräsident Joe Biden hat nach Belästigungsvorwürfen zugesagt, sich in Zukunft «aufmerksamer» zu verhalten. «Gesellschaftliche Normen verändern sich. Das verstehe ich», sagte der 76-Jährige in einem Video, das er am Mittwoch bei Twitter veröffentlichte. In der Politik sei es ihm immer darum gegangen, «Verbindungen» zu Menschen herzustellen. «Aber ich werde in Zukunft aufmerksamer sein, wenn es darum geht, den persönlichen Raum zu respektieren», sagte Biden.

Vergangene Woche hatten zwei Frauen dem einstigen Stellvertreter von Barack Obama vorgeworfen, sich ihnen gegenüber unangemessen verhalten zu haben. Die 39-jährige Politikerin Lucy Flores sagte, Biden habe ihr bei einem gemeinsamen Wahlkampfauftritt in Nevada im Jahr 2014 einen «dicken, langsamen Kuss» auf den Hinterkopf gegeben. Eine andere Frau berichtete, der demokratische Politiker habe sie 2009 bei einer Veranstaltung am Kopf angefasst.

«Verbindung aufbauen»

Biden sagte in seinem Video, er habe in seiner politischen Laufbahn immer versucht, «eine Verbindung zu Menschen aufzubauen». «Ich denke, das ist meine Pflicht – ich schüttele Hände, ich umarme Leute», sagte Biden. Auf diese Weise versuche er Frauen und Männern, Jungen und Alten zu zeigen, «dass ich mich für sie interessiere und dass ich zuhöre», fügte er hinzu. Er habe nun aber «verstanden», dass sich die «Grenzen zum Schutz des persönlichen Raumes» verändert hätten.

Am Sonntag hatte Biden noch über seinen Sprecher mitteilen lassen, dass sein Verhalten aus seiner Sicht nie unangemessen gewesen sei. In seiner politischen Laufbahn habe er unzählige «Handschläge, Umarmungen und andere Zeichen von Zuneigung» verteilt. Dabei habe er niemals geglaubt, dass er sich unangebracht verhalte.

Biden hatte bereits früher in einem anderen Zusammenhang eingeräumt, seine Neigung zum Körperkontakt könne in Zeiten der #MeToo-Bewegung zum Problem werden. Biden war von 2009 bis 2017 Vizepräsident. Er gilt als möglicher Anwärter auf die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten im Jahr 2020. Offiziell hat sich aber noch nicht dazu geäussert.

(chk/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Penderfoot am 04.04.2019 07:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hallo?

    Am kopf angefasst ? was bitte soll daran eine Belästigung sein? Hört mal auf jede köperberührung als Belästigung aufzufangang.

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  • Andy Honegger am 04.04.2019 08:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neue Normen?

    Und irgendwann darf man andere Leute nicht mal mehr anschauen.

  • Bleibt auf dem Boden am 04.04.2019 10:56 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr bedenklich

    Auf den Hinterkopf gekuesst. Sorry, aber das war wohl eher ein Ausdruck ueber ein Gluecksmoment als eine sexuelle Belaestigung. Vergewaltigung geht gar nicht und muss hart bestraft warden aber eine Umarmung wenn man zum Beispiel eine wahl gewonnen hat oder ein kleiner Kuss auf die Wange sollte tolerable sein. Maximal eine Ohrfeige und gut ists. Nach Jahren mit so was zu kommen ist krass daneben. Und das sage ich als Frau. Hoert auf Maenner wegen Kleinigkeiten zu verurteilen. Sie sind auch nur Menschen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • marko 34 am 04.04.2019 18:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Besser sich gegenüber Frauen benehmen

    Das wäre besser für ihn

  • Vicky am 04.04.2019 18:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oh Joe

    White male supremacy

  • alright am 04.04.2019 16:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles Lügen

    Es gibt mittlerweile dutzende von sehr verstörenden Aufnahmen von Biden. Auch mit Kindern oder Jugendlichen. Der Fall ist ziemlich klar. Zuerst gegen Trump schiessen und auf heilig machen und dann selber nicht besser sein. Typisch links liberal. Ist ja nicht der erste, dem das passiert. Peinlich.

  • Prezemolo am 04.04.2019 16:20 Report Diesen Beitrag melden

    Komisch diese Demokraten

    Sie machen nie und nirgends Fehler, sind also unfehlbare Musterbürger. Wahrnehmung oder Realität? Ist in der CH in gewissen Kreisen nicht anders...

  • Ernesto Hosten am 04.04.2019 16:04 Report Diesen Beitrag melden

    Aber bitte

    Mach ich jetzt schon. Vorbeugen