Greta mit Tränen bei UNO-Gipfel

23. September 2019 18:04; Akt: 24.09.2019 10:19 Print

«Ihr habt mir meine Kindheit gestohlen»

Greta Thunberg wirft den Regierungen auf dem UNO-Klimagipfel Versagen vor. Man werde sie damit nicht davonkommen lassen, warnte die Schwedin in einer emotionalen Rede.

«Wie könnt ihr es wagen!»: Greta Thunberg bei ihrer Rede auf dem UNO-Klimagipfel in New York. (Video: Tamedia)
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Die Umweltaktivistin Greta Thunberg hat den Regierungen weltweit in einer emotionalen Botschaft grosse Vorwürfe gemacht. «Wir sind Zeugen einer massiven Zerstörung», sagte die Initiatorin der Bewegung «Fridays for Future» am Montag auf dem UNO-Klimagipfel in New York.

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Die Zukunft der Jugendlichen werde gefährdet. Obwohl Wissenschaftler seit mehr als 30 Jahren vor einer massiven Erderwärmung warnten, täten die Regierungen nicht genug, sondern sorgten sich vor allem um das Wachstum der Wirtschaft.

«Wütend und traurig»

«Ihr enttäuscht uns», sagte die Schwedin. Ihr sei ihre Jugend durch «leere Worte» der Politiker gestohlen worden, so die sichtlich aufgewühlte 16-Jährige. Das Verhalten der Regierungen mache sie «wütend und traurig».

Sie wolle aber immer noch nicht glauben, dass die Regierungen «böse» seien. «Aber die Jungen verstehen euren Verrat. Die Welt wacht auf. Der Wandel kommt, ob ihr es wollt oder nicht», sagte Greta und warnte: Man werde die Regierungen mit dieser Politik nicht davonkommen lassen.

Im Publikum sassen die deutsche Kanzlerin Angela Merkel, der französische Präsident Emmanuel Macron und zahlreiche weitere Staats- und Regierungschefs. Überraschend nahm auch US-Präsident Donald Trump teil. Er kam aber zu spät und verpasste Thunbergs Rede – und er blieb auch nur wenige Minuten.

Gretas hässige Blicke am UN-Klimagipfel

«Weckruf der Jugend gehört»

Merkel traf Thunberg vor Beginn des Gipfels. In ihrer Rede sagte sie zu ihrer Bewegung: «Wir alle haben den Weckruf der Jugend gehört.» Die Kanzlerin rief dazu auf, den Ratschlägen der Wissenschaft zu folgen.

Auch UNO-Generalsekretär António Guterres rief eindringlich zum Kampf gegen die schnell voranschreitende Erderwärmung auf. «Wenn wir nicht dringend unseren Lebensstil ändern, setzen wir das Leben selbst aufs Spiel», sagte er. Das Rennen gegen den Klimawandel könne gewonnen werden. «Die Zeit ist knapp, aber es ist noch nicht zu spät.»

66 Länder wollen CO2-Neutralität bis 2050

Schon vor dem Gipfel sagten die Teilnehmerstaaten konkrete Massnahmen zu. 66 Länder, zehn Regionen, 102 Städte und 93 Konzerne verpflichteten sich zur Klimaneutralität bis 2050.

Unter dem Strich wollen sie dann also keine klimaschädlichen Treibhausgase mehr ausstossen. Der Bundesrat hat Ende August beschlossen, dass die Schweiz bis 2050 klimaneutral werden soll.

«Das ist kein Klimagipfel der Reden. Wir haben genug geredet», sagte Guterres. «Das ist kein Klimagipfel der Verhandlungen. Man verhandelt nicht mit der Natur. Das ist ein Klimagipfel der Taten.»

Welt hinkt hinter Klimazielen her

Guterres hat den Gipfel einberufen, um die Dringlichkeit des Kampfes gegen den Klimawandel zu verdeutlichen. Die Welt hinkt weit hinter den Zielen des Pariser Abkommens von 2015 hinterher.

Ziel ist es, die Erderhitzung auf deutlich unter 2 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen, möglichst auf 1,5 Grad. Wenn man alles zusammennimmt, was die Staaten bisher zugesagt haben, steuert der Planet aber mit hoher Wahrscheinlichkeit auf rund 3 Grad zu.

Das hat katastrophale Folgen, die jetzt schon in vielen Weltregionen sehr deutlich zu spüren sind, zum Beispiel durch den steigenden Meeresspiegel und die Zunahme extremer Wetterphänomene wie Wirbelstürme.


Die ganze Rede von Greta Thunberg im Video. (Video: AP/Tamedia)

(reuters/scl/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Baselbiet4415 am 23.09.2019 20:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dann hör auf

    Sie kann ja auch wieder aufhören zu demonstrieren und in die Schule gehen dann hat sie wieder ihre Kindheit zurück. Niemand hat gesagt das sie durch die Welt reist und allen auf die Nerven gehen soll damit .

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  • Hs am 23.09.2019 19:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Krass

    Als ich nur den Titel las, glaubte ich sie meint ihre Eltern. Aber nein, die ganze Welt ist schuld.

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  • Chrigu am 23.09.2019 20:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falsches Bild

    Das ihre Eltern und die Politiker ihr die Kindheit nehmen wird nicht erwähnt...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • A. B. am 24.09.2019 10:19 Report Diesen Beitrag melden

    Ohweh!

    Greta Thunberg ist Tochter privilegierter Eltern, kommt aus einem Land mit Wohlfahrtsstaat auf einem sehr reichen Kontinent und man hat ihr die Träume geklaut. Um das zu verdeutlichen, segelt sie mit Prinzen-Yacht nach N.Y., um dies coram publico zu beklagen. Ein richtig guter PR-Move wäre gewesen, wenn sie ihre Redezeit einem ausgebeuteten Fabrikmädchen aus Bangladesh oder einem Jungen aus dem Sudan zur Verfügung gestellt hätte. Die hatten beim Überleben keine Zeit zum Träumen. So wirkt die Rede ebenso egozentrisch wie scheinheilig.

  • Grüezini am 24.09.2019 10:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Welt braucht ihre Götzen

    Gretli hätte auch gegen die Violine-Spieler oder die Velofahrer wettern können. Gut instrumentalisiert durch ihre Eltern wäre sie auch damit erfolgreich geworden. Vielleicht nicht so schnell wie mit dem In-Thema Klimaerwärmung. Die Welt braucht ihre Götzen, seit eh und jeh.

  • Nicole am 24.09.2019 10:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verzweifelte Mutter!

    Ich kann es echt nicht mehr hören und sehen. Das einzige was wir dieser Greta zu verdanken haben, ist das unser Sohn am Freitag lieber an eine Demo geht anstatt in die Schule. Werden jetzt den Spies umdrehen. Er wird in Zukunft nur noch Bus und Bahn fahren. Er wird kein Handy, Marken Klamotten, keine Heizung in seinem Zimmer haben, mal schauen wie lange er auf diesen Komfort verzichtet!

  • D.D. am 24.09.2019 09:58 Report Diesen Beitrag melden

    Was soll dieser Hass auf Greta?

    Liebe Community Das Thema der Klimapolitik scheint niemanden so richtig Kalt zu lassen. Aber ich verstehe diesen ganzen Greta-Hass nicht. In der Schweiz wird darüber diskutiert ein Wahlrecht ab 16 Jahren einzuführen um die Jungen Leute für die Politik zu begeistern. Greta Thunberg ist 16!! Agiert auf der Politischen Bühne für ein Thema welches ihr wichtig ist. Ob man mit allem einverstanden sein muss wage ich zu bezweifeln, aber solche Themen dürfen durchaus auch von unbeeinflussten Personen auf den Tisch kommen.

  • Werner Sutter am 24.09.2019 09:57 Report Diesen Beitrag melden

    Jeden Tag 233'000 Menschen mehr !!!!

    Mit dem Bevölkerungswachstum und dem Anstieg des Lebensstandards kann man die Erde nicht retten aber das getraut sich ja keiner zu sagen. Die Bevölkerung in Europa sinkt aber im Rest der Welt explodiert die Anzahl Menschen. Jeden Tag hat es 233'000 mehr Menschen als am Tag davor, die Leute die gestorben sind, sind da schon abgezogen sonst wären es 350'000.