Erdbeben in Kalifornien

06. Juli 2019 13:06; Akt: 06.07.2019 13:06 Print

«Ich schlafe aus Angst vor ‹The Big One› in Kleidern»

Zwei heftige Erdbeben haben Kalifornien in den letzten Tagen heimgesucht. Die Angst vor dem ganz grossen Beben – «The Big One» – steigt.

Auch diese Moderatorin fürchtet sich vor dem Erdbeben. (Video: CBS LA)
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Am Donnerstag und Freitag wurde der US-Bundesstaat Kalifornien von den zwei schwersten Erdstössen seit 20 Jahren überrascht. Während das Beben vom Donnerstag eine Stärke von 6,4 erreichte, kam es am Freitag um 20.19 Uhr Ortszeit zu einem Beben mit einem Wert von 7,1 auf der Richterskala. Laut der Nachrichtenagentur AP dauerte es über eine halbe Minute und war unter anderem in Los Angeles und Las Vegas gut spürbar.

Die Angst ist nun gross, dass in den nächsten Tagen ein noch stärkeres Beben auftritt. «Ich befürchte, dass das alles Zeichen dafür sind, dass das grosse Beben, von dem sie seit 20 Jahren reden, nicht mehr weit ist. Ich hoffe, dass jeder darauf vorbereitet ist», schreibt etwa ein Kalifornier auf Twitter. Eine weitere Userin macht sich grosse Sorgen: «Ich weiss mit Sicherheit, dass in der Nacht ein weiteres grosses Beben kommen kann und kann deshalb nicht einschlafen. Meine Angst ist ausser Kontrolle.» Eine andere: «Ich schlafe diese Nacht in meinen Kleidern, für den Fall, dass ‹The Big One› kommt.»

Erneut erschüttert ein Erdbeben Südkalifornien

«Das Bebenrisiko ist klar erhöht»

Philipp Kästli, diensthabender Seismologe beim Schweizerischen Erdbebendienst an der ETH Zürich erklärt: «Von ‹The Big One› spricht man in Bezug auf ein Beben mit ungefährer Stärke 8 auf der San-Andreas-Verwerfung, wie es San Francisco im Jahr 1906 heimsuchte. Ein so heftiger Erdstoss hat in dieser Region eine statistische Häufigkeit von 1 pro 100 Jahre.» Obwohl das letzte solche Beben über 100 Jahre her sei, könne es sich jederzeit wiederholen.

Die Gefahr, dass es in diesen Tagen zu weiteren Erdbeben kommt, ist laut Kästli erhöht: «Eigentlich bebt es momentan in der Gegend nonstop. Viele kleinere Beben lassen sich auch spüren und sind alles Nachbeben des ursprünglichen Erdstosses in der Region des Death-Valley-Nationalparks.» Über die exakte Stärke dieser Nachbeben liesse sich keine genauen Vorhersagen machen. Bisher sind alle auf dem gleichen Verwerfungssystem wie das Hauptbeben vom Freitag.» Die San-Andreas-Verwerfung, circa 150 Kilometer westlich, sei bisher nicht aktiv geworden. Trotzdem sind laut Kästli auch dort Beben nicht auszuschliessen. Sicher ist: «Das Bebenrisiko in Kalifornien ist für die nächsten Tage klar erhöht.».

Regale befestigen und sich vor Decke schützen

Kästli empfiehlt Anwohnern oder Touristen, die sich in der Region aufhalten deshalb etwa, Regale oder Schränke zu fixieren. Ein Haus, das von einem vorhergehenden Erdstoss beschädigt wurde, solle bis auf Weiteres nicht bewohnt werden – solange bis ein Bauingenieur Entwarnung gegeben habe. «Wenn man ein leichtes Beben spürt, sollte man sich etwa vor Lampen und Deckenelementen schützen, die herunterfallen könnten – zum Beispiel unter einem Türrahmen. Und zu guter Letzt darf man nicht vergessen, dass die Gefahr eines Bebens in der Region immer präsent ist.»

Tatsächlich wird Kalifornien immer wieder von heftigen Erdbeben heimgesucht. Zuletzt hatte es 1999 ein grösseres Beben mit der Stärke von 7,1 gegeben. Ein heftiger Erdstoss mit tödlichen Folgen liegt 25 Jahre zurück: Bei einem Beben im Januar 1994 mit einer Stärke von 6,7 starben rund um Los Angeles 57 Menschen. 5 Jahre später, also im Oktober 1989, richtete ein Beben mit einem Wert von 7,1 auf der Richterskala vor allem in San Francisco grosse Schäden an: 62 Menschen liessen ihr Leben und die entstandenen Sachschäden beliefen sich auf über 6 Milliarden US-Dollar.

(jk)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • SquishyMuffinz am 06.07.2019 13:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorboten des Yellowstoneparks?

    Ist schliesslich eine längst überfällige, tickende Zeitbombe.

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  • Besserwisser am 06.07.2019 13:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mathematik

    Interessant, dass 5 Jahre nach 1994 mit 1989 bezeichnet wird

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  • Nick am 06.07.2019 13:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ferien in Kalifornien

    Ich fliege am Sonntag nach Kalifornien, so langsam bekomme ich ein ungutes Gefühl!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Natürliche Todesursachen am 07.07.2019 14:06 Report Diesen Beitrag melden

    Kommen immer häufiger vor

    Und wieder stirbt ein junger Hollywoodstar vor Schreck infach so im Schlaf. Es ist wie eine Epidemie...hmmm junge Y2K Kinderstars sterben, Jeffrey Epstein, Harvey Weinstein, Raniere NxIVM etc. endlose Liste. Das ganze Kaff dort stinkt zum Himmel.

  • MadChengi am 07.07.2019 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    L.A. Total Chaos

    L.A. ist das totale Chaos, die Metropole ist komplett verwahrlost und herunter gewirtschaftet ausserhalb der Villenviertel und Bastionen der Superreichen. Die Stadt hat 36'000 Obdachlose plus nochmals 59'000 in L.A. County, 16'000 Menschen leben im Auto, die Infrastruktur ist vergleichbar mit der 3. Welt, ÖV quasi nicht vorhanden. Täglich sterben dutzende an Mangelkrankheiten- und Ernährung, Police-Officers haben sich bereits mit Typhus infiziert, Mediziner warnen vor der drohenden Pest. Streitereien in den Zeltstädten auf den Gehsteigen. Da ticken so einige "Zeitbomben" in Kalifornien.

    • Lolita Express am 07.07.2019 11:44 Report Diesen Beitrag melden

      @MadChengi

      Und ja Leute, Jeffrey Epstein wurde verhaftet! Weihnachten für Verschwörungs-Fuzzis... :O)))

    • Realist am 07.07.2019 12:08 Report Diesen Beitrag melden

      Gier und Übernutzung...

      Wahrscheinlich sind heute gesellschaftliche Ignoranz, Gier und Übernutzung natürlicher Ressourcen mit disruptiven Ideologien und sozialen Miseren schädlicher als Erdbeben.

    • Reality Bites am 07.07.2019 12:20 Report Diesen Beitrag melden

      @Realist

      Kalifornien insbesondere dessen Politik, wird seit Jahrzehnten (unterbrochen von einem Terminator-Intermezzo) von Demokraten regiert und dominiert.

    • Es geht ein kleines Lüftchen...pust! am 07.07.2019 12:29 Report Diesen Beitrag melden

      Haus of Spielkarten

      Wenn tatsächlich alle Namen rauskommen, welche seine Dienstleistungen auf seiner schnuckeligen Insel in Anspruch genommen haben, dann gute Nacht! :O) Die Videokameras dürften schon beim Boarding in den Lolita-Express Learjet gelaufen sein.

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  • Weltbürger am 07.07.2019 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    Klimaveränderungen sind gravierender

    Erdbeben, so schlimm sie sein können, haben frühere Zivilisationen kaum existentiell geschadet. Hochkulturen, über Jahrhunderte oder Tausende von Jahren in Blüte, wie die der Mayas oder Ägyptens, sind aufgrund von klimatischen Veränderungen, Wassermangel, langer Trockenheit und jahrelangen Dürren verschwunden. Das müsste uns zu denken geben. Vor allem wenn sie weltweit so rasch voranschreiten.

  • Papa Bär am 07.07.2019 10:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So schnell wie ein Erdbeben kommt...

    ...kann man auch nackt nicht davonrennen. Da ist Bekleidung eher noch hinderlicher. Sorgt Euch lieber um andere Misslichkeiten.

  • Daniel Peters am 07.07.2019 07:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traumhaft.

    selten so gelacht das Sxhweizer metorlogen den dortigen Anwohnern Tipps gibt