General entlastet Mubarak

03. Oktober 2011 07:12; Akt: 03.10.2011 07:14 Print

«Kein Auftrag, auf das Volk zu schiessen»

Der frühere ägyptische Präsident Hosni Mubarak hat nach Aussage des obersten Armee-Generals keine Schüsse auf Demonstranten angeordnet.

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Während 30 Jahren hat Hosni Mubarak ein autoritäres Regime in Ägypten angeführt. Am 11. Februar 2011 trat er angesichts der Massenproteste gegen sein Regime im Zuge des Arabischen Frühlings zurück. Am 2. Juni 2012 ist der Ex-Präsident, der gesundheitlich angeschlagen ist, wegen seiner Rolle bei der blutigen Niederschlagung der Proteste zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Am 29. November 2014 wurde er in einem Berufungsprozess freigesprochen. Mubarak (links) (rechts), der am 6. Oktober 1981 ermordet wurde. Das Bild zeigt die beiden kurz vor dem tödlichen Anschlag. Am 14. Oktober 1981 wurde Hosni Mubarak im ägyptischen Parlament in Kairo Mubarak war ein der USA (Präsident Bill Clinton im Zentrum) und Israels (Jitzhak Rabin, links) für den Frieden im Nahen Osten. Mubarak (rechts) schüttelt die Hand von Palästinenserführer Yassir Arafat nach der Unterzeichnung eines Abkommens im Weissen Haus in Washington, 28. September 1995. Gleichzeitig reparierte er die nach dem Camp-David-Friedensvertrag schwer gestörten hier bei einem Treffen mit dem libyschen Revolutionsführer Muammar al Gaddafi im Oktober 1989. Treffen mit dem irakischen Diktator Mubarak hat viele gesehen. Im Bild mit Ronald Reagan beim Weissen Haus am 4. Februar 1982. Mubarak zu Besuch bei George H. W. Bush am 4. April 1989. US-Präsident George W. Bush zu Besuch bei Mubarak in Scharm el Scheich am 3. Juni 2003. Treffen mit Barack Obama am 1. September 2010. Mubarak mit Ehefrau Suzanne und den Söhnen Gamal (r.) und Alaa sowie dessen Ehefrau Heidi al Sakher. Besonders verhasst ist Gamal Mubarak, den der Präsident angeblich als Nachfolger installieren wollte.

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«Wir wurden nicht beauftragt, auf das Volk zu schiessen und werden das auch nie machen», zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Mena am Sonntag Feldmarschall Mohammed Hussein Tantawi, der Vorsitzender des regierenden Militärrates ist.

Mubarak, unter dem Tantawi Verteidigungsminister war, wird derzeit der Prozess gemacht. Er soll den Einsatz von scharfer Munition gegen Demonstranten autorisiert haben. Während gewaltsamer Proteste gegen die Herrschaft Mubaraks kamen rund 850 Menschen ums Leben. Zudem werden Mubarak Amtsmissbrauch und Korruption vorgeworfen. Ihm droht die Todesstrafe.

Entscheidende Aussagen für das Schicksal Mubaraks?

Tantawi sagte im September hinter verschlossenen Türen und unter Ausschluss der Medien im Prozess gegen Mubarak aus. Die von Mena veröffentlichten Zitate sind ein ersten Hinweis auf den Inhalt seiner Aussage. Mubaraks Verteidigern zufolge ist diese entscheidend für das Schicksal Mubaraks.

Unter dem Eindruck einer zunehmenden Ungeduld in der Bevölkerung hatte der Militärrat am Wochenende Zugeständnisse auf Forderungen nach rascheren demokratischen Reformen angeboten. Die Militärs haben zugesichert, die Macht zügig an Zivilisten zu übergeben.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bruno Hochuli am 03.10.2011 15:30 Report Diesen Beitrag melden

    Lügen haben kurze Beine

    Dann hatte er aber als Staatspräsident seien Leute nicht im Griff. Was sagt man schon alles, wenn es um den Kopf geht.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Bruno Hochuli am 03.10.2011 15:30 Report Diesen Beitrag melden

    Lügen haben kurze Beine

    Dann hatte er aber als Staatspräsident seien Leute nicht im Griff. Was sagt man schon alles, wenn es um den Kopf geht.