Razzia gegen Kinderhändler

30. Juli 2013 18:56; Akt: 31.07.2013 14:45 Print

«Kein Mensch hat diese Kinder vermisst»

In einer gross angelegten Aktion hat das FBI über 100 Kinder aus den Fängen von Zuhältern befreit. Die Opfer sind zwischen 13 und 16 Jahre alt – sie wurden systematisch sexuell ausgebeutet.

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Bei einer dreitägigen Razzia in Casinos, Motels und Autobahnraststätten in 76 US-Städten hat das FBI am Montag über einhundert sexuell missbrauchte Jugendliche befreit und rund 150 mutmassliche Zuhälter festgenommen. Die meisten der geretteten Minderjährigen seien zwischen 13 und 16 Jahre alt, sagte FBI-Vize-Direktor Ronald Hosko an einer Pressekonferenz in Washington.

In San Francisco wurden zwölf Mädchen gerettet, die als Prostituierte arbeiteten, in der pleitegegangenen Stadt Detroit weitere zehn. Auch in Las Vegas, in New Orleans und Oklahoma City wurden Zuhälter verhaftet und Kinder befreit. Die Opfer gaben an, kein Geld zu haben und zu niemandem zu gehören. «Diese Operation zeigt, dass solche grauenhaften Verbrechen überall geschehen können», so Hosko.

Zwischen Liebe und Missbrauch

Mit besonderer Dramatik beschrieb er die Situation der Opfer: «In den meisten Fällen sind es Kinder, die nach Streit oder einem Konflikt vor ihren Familien geflüchtet sind.» Das sei auch der Grund, wieso kein Erwachsener die Vermissten der Polizei gemeldet hat.

Die Jugendlichen hätten eine «Kultur des Missbrauchs, physisch wie emotional» erlebt. «Wir haben es mit Opfern zu tun, die Drogen und Ausbeutung als völlig normal empfinden», sagte Hosko. In dem unstabilen Umfeld, in dem diese Kinder lebten, würden sie nicht erwarten, dass «jemand für mehr als eine halbe Stunde oder eine Stunde für sie sorgt und sie pflegt». Dann würde der Missbrauch wieder von vorne beginnen.

Opfer werden nicht angeklagt

Die Bundespolizisten suchten nach Angaben von Hosko zunächst Kontakt zu den minderjährigen Prostituierten und machten mit ihren Angaben die mutmasslichen Zuhälter ausfindig. Auf die Mädchen stiess das FBI während der Operation «Verlorene Unschuld» häufig dank Anzeigen auf der Website Backpage.com. Die Betreiber der Seite hatten mit dem FBI zusammengearbeitet und zeigten sich sehr erfreut über den Fahndungserfolg.

Die Verantwortlichen der Webseite sagten der «Washington Post», sie hätten die illegalen Kontaktanzeigen absichtlich nicht gelöscht. Denn sonst wären die Zuhälter einfach auf andere Webseiten ausgewichen, die nicht mit den Behörden zusammenarbeiteten.

Die jungen Prostituierten werden ohne Anklage davonkommen, versicherte FBI-Vize Ronald Hosko zum Schluss. «Wir betrachten sie als Opfer, weil sie keine eigene Entscheidung treffen konnten. Das Ziel ist, den Kreis zu durchbrechen, damit sie ihr Leben wieder aufbauen können.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sibel am 30.07.2013 23:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jugendliche

    Hallo dass was in den USA passiert ist ,ist hier gang und gebe..!! Hier in der Schweiz ist Prostitution ab 16 erlaubt wie krank ist dass denn..!! Dass die Kinder nicht vermisst werden wiest ihr doch nicht. Wenn die jugendlichen abhauen und dass geht bei Kindern schnell. Haben Eltern oft keine Möglichkeit sie wieder zurück zu holen oder zu finden. Weil die Polizei meist nicht nach ihnen sucht. Und hier geschieht dass gleiche es gibt genug jugendliche wo sich prostituieren wegen Geld ,weil sie von zu Hause abgehauen sind und was macht unser Staat ?? NICHTS

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  • patrick h. am 31.07.2013 10:58 Report Diesen Beitrag melden

    besser?

    "Wir haben es mit Opfern zu tun, die Drogen und Ausbeutung als völlig normal empfinden" und jetzt kommt der Staat und erklärt ihnen das dies falsch ist, steckt sie in heime bis sie volljährig sind und alles geht von vorne los. glaubt ihr ernsthaft das damit den jugendlichen geholfen ist? nein. es geht einmal mehr nur darum die hintermänner zu bestrafen, das kindswohl ist dem staat völlig egal. mich würde es wundernehmen, wieviele der kinder in einem jahr sagen das es ihnen besser geht. ich bezweifle das es viele sind, die meisten werden sagen es war besser vorher. aber das will niemand hören.

  • Mr. Nice am 31.07.2013 09:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nice to know

    Ach wie nett von der US -Justiz dass die Kinder nicht angeklagt werden.... Wow, toll! Wäre ja wohl auch der Hammer gewesen, wenn...

Die neusten Leser-Kommentare

  • patrick h. am 31.07.2013 10:58 Report Diesen Beitrag melden

    besser?

    "Wir haben es mit Opfern zu tun, die Drogen und Ausbeutung als völlig normal empfinden" und jetzt kommt der Staat und erklärt ihnen das dies falsch ist, steckt sie in heime bis sie volljährig sind und alles geht von vorne los. glaubt ihr ernsthaft das damit den jugendlichen geholfen ist? nein. es geht einmal mehr nur darum die hintermänner zu bestrafen, das kindswohl ist dem staat völlig egal. mich würde es wundernehmen, wieviele der kinder in einem jahr sagen das es ihnen besser geht. ich bezweifle das es viele sind, die meisten werden sagen es war besser vorher. aber das will niemand hören.

  • Mr. Nice am 31.07.2013 09:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nice to know

    Ach wie nett von der US -Justiz dass die Kinder nicht angeklagt werden.... Wow, toll! Wäre ja wohl auch der Hammer gewesen, wenn...

  • Ivan R. am 31.07.2013 08:50 Report Diesen Beitrag melden

    Die Prostitution

    Einfach eine traurige Gesellschaft. Die Eltern verlieren den Bezug zu den Kindern und dann landen Die bei so was. Drogen und Prostitution, ist das Schlimmste was einem Kind wiederfahren kann... Hoffe die erhalten Staatshilfe für die Integration im normalen Leben.

  • Ausreisserin am 31.07.2013 03:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht vermisst..?!?

    Wie kann man die eigenen Kinder nicht vermissen, nur weil si weggelaufen waren?? Ich bin auch mal von Zuhause weggegangen und meine Mutter hat mich gesucht, bis sie mich gefunden hat! Schade, dass dies nicht der Normalfall ist.

    • stolzi_Baslere am 31.07.2013 09:07 Report Diesen Beitrag melden

      nichts ist unmöglich...

      Leider haben nicht alle das Glück, dass die Eltern sie vermissen. Einige interessiert es überhaupt nicht, weil sie selbst nicht klarkommen und andere sind froh die Kinder loszusein!

    • Lustikus am 31.07.2013 11:50 Report Diesen Beitrag melden

      Kommt auf die Familie an...

      Wie der Artikel schon sagt, handelt es sich ausschliesslich um Kinder aus sozial sehr schwachen Familien. Also Kinder die aufgrund von Missbrauch, Gewalt und Verwahrlosung u.ä. das Weite suchen. Mögliche Konstellation ist hier, die Mutter ist Drogenabhänig und verdingt sich als Prostituierte um die Sucht zu Finanizieren, der Vater ist verschwunden, im Knast oder selbst drogensüchtig. Das Kind dient quasi nur dazu den Sozialhilfecheck vom Staat zu bekommen, dafür muss es aber nicht unbedingt da sein. Es lebt leider nicht jedes Kind in einem liebevollen Umfeld...

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  • Sibel am 30.07.2013 23:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jugendliche

    Hallo dass was in den USA passiert ist ,ist hier gang und gebe..!! Hier in der Schweiz ist Prostitution ab 16 erlaubt wie krank ist dass denn..!! Dass die Kinder nicht vermisst werden wiest ihr doch nicht. Wenn die jugendlichen abhauen und dass geht bei Kindern schnell. Haben Eltern oft keine Möglichkeit sie wieder zurück zu holen oder zu finden. Weil die Polizei meist nicht nach ihnen sucht. Und hier geschieht dass gleiche es gibt genug jugendliche wo sich prostituieren wegen Geld ,weil sie von zu Hause abgehauen sind und was macht unser Staat ?? NICHTS

    • liatai am 31.07.2013 07:15 Report Diesen Beitrag melden

      Unlogisch

      ahm... wenn die Eltern die Kinder gesucht hätten, gäbe es eine offizielle Vermisstenanzeige. Und stell dir vor, das FBI hätte Zugang zu denen. Offenbar gibt es die nicht, also haben die Eltern sie kaum gesucht. Und wieso bitte soll immer der Staat eingreifen, was die Familie nicht schafft?!

    • Samuel S. am 31.07.2013 07:53 Report Diesen Beitrag melden

      Klare Sache

      Recht haben Sie! Weil wohl zu viele Politiker reichlich an diesem Sumpf verdienen unternehmen sie nichts in der Schweiz. Ich bin nicht gegen Prostitution, aber nur in speziell dafür vorgesehenen und unabhängig kontrollierten Zentren.

    • Roberto am 31.07.2013 08:27 Report Diesen Beitrag melden

      Staat ist schuld....?

      Ja, ja immer nach dem Staat rufen....

    • m@k.ch am 31.07.2013 09:04 Report Diesen Beitrag melden

      Sichtweise anpassen

      es ist ein unterschied ob sich Jugendlicha aus Geldgeilheit oder für Dinde die sie kaufen wollen selber prostituieren weil es in unserer "versexten" Gesellschaft normal ist, oder ob Kinder missbraucht werden im grossen Stil wie das eben in dritt-Welt-Ländern vorkommt - und das ist die USA aus menschlicher sicht definitiv

    • Paulo am 31.07.2013 10:41 Report Diesen Beitrag melden

      konkret

      Können sie all das was sie hier sagen auch belegen ?

    • patrick h. am 31.07.2013 11:01 Report Diesen Beitrag melden

      falsch

      Liebe Sibel. Prostitution mit 16 ist in der Schweiz nicht erlaubt. Zumindest diese Art Prostitution die Sie meinen. Mit 16 kriegt man keinen Arbeitsvertrag in diesem Bereich. Was wir unter Teenagerprostitution verstehen sind Privatpersonen die sich etwas geld dazuverdienen möchten. Ohne Puff. Nur Kunde und Dienstleister. Aber selbst damit hat der Staat ein Problem, weil der Staat muss ja mitlerweile alles kontrolieren. Mit 16 können Jugendliche selber entscheiden mit wem sie Sex haben möchten und wenn sie es machen um Geld zu verdienen wüsste ich nicht was das den Staat angeht. Ausser Steuern

    • Manu / ZH am 31.07.2013 11:07 Report Diesen Beitrag melden

      Hmm...

      Hier Gang & Gebe? Hab' nur den ersten Satz gelesen & das reicht mir. 16 und 9 Jahre sind doch ein Unterschied? & Freiwillig oder "gezwungen"? Was denkst du dir bei solchen Aussagen...

    • Wanker am 31.07.2013 11:39 Report Diesen Beitrag melden

      Logisch?

      Tja, warum wohl sollte der Staat eingreifen wo's die Familie nicht schafft. Darüber sollten Sie vielleicht nachdenken. Stichwort Service Public.

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