Nationale Alarmzentrale

11. März 2011 17:37; Akt: 11.03.2011 17:58 Print

«Keine radioaktive Gefährdung»

von Ronny Nicolussi - Mehrere Atomkraftwerke sind wegen des starken Erdbebens in Japan ausgeschaltet worden. Eine Freisetzung von Radioaktivität ist jedoch unwahrscheinlich.

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Die Umgebung rund um das Atomkraftwerk Fukushima ist grossräumig evakuiert worden. (Bild: Keystone)

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Laut Agenturmeldungen hat Japan zum ersten Mal in der Geschichte des Landes den nuklearen Notfall ausgerufen. Rund um das Atomkraftwerk Fukushima wurde die Bevölkerung im Umkreis von drei Kilometern evakuiert. Auch die Schweiz verfolgt diese Situation mit höchster Aufmerksamkeit. Zuständig dafür sind Spezialisten der Nationalen Alarmzentrale (NAZ). Diese schätzen die Situation jedoch weit weniger dramatisch ein, als das erste Meldungen aus Japan vermuten lassen.

Noch ist es sehr schwierig die Folgen des Erdbebens und des Tsunamis in Japan abzuschätzen. Wie gut kommt die NAZ derzeit an Informationen über die Zwischenfälle in den Atomkraftwerken?
Christian Fuchs:
Wir werden von den japanischen Behörden regelmässig und umfassend über ein Behördennetzwerk der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) informiert. Dieses Netzwerk wurde als Folge der Katastrophe von Tschernobyl aufgebaut. Damals waren wichtige Informationen vor anderen Staaten zurückgehalten worden.

Wie lauten die neusten Depeschen?
Wir wissen, dass sämtliche betroffenen Atomkraftwerke automatisch ausgeschaltet wurden, wie das bei einem Erdbeben sein sollte. Im Kernkraftwerk Onagawa hat es zudem einen Brand gegeben, allerdings im Maschinengebäude, also nicht im nuklearen Teil des Kraftwerks. Probleme wurden zudem aus dem Kraftwerk Fukushima Daiichi gemeldet.

Experten zeigen sich vor allem über die Situation in diesem Atomkraftwerk beunruhigt. Dort soll das Kühlsystem ausgefallen sein. Die Bevölkerung wurde grossräumig evakuiert, der nukleare Notfall ausgerufen.
Die Medieninformationen sind widersprüchlich und die Übersetzungen teilweise offenbar problematisch. Gemäss den Behördeninformationen, die uns vorliegen, ist ein Teil des Notfallplans in Kraft gesetzt worden, es wurde aber keine Radioaktivität freigesetzt.

Woher wissen sie das?
Wenn mit einer Freisetzung von Radioaktivität gerechnet werden müsste, dann würden die japanischen Behörden über einen anderen Kanal informieren, der ausschliesslich für Notfälle reserviert ist. Dies ist bisher nicht der Fall gewesen. Gemäss den Angaben der japanischen Behörden gehen wir davon aus, dass derzeit keine unmittelbare radioaktive Gefährdung besteht.

Sie sagen derzeit. Atomreaktoren müssen jedoch auch lange nachdem sie ausgeschaltet wurden, noch gekühlt werden. Geht das, wenn die Stromzufuhr gekappt ist?
Das darf eigentlich kein Problem sein. Jeder Reaktor hat mehrere von einander unabhängige Kühlsysteme mit Notstromsystemen. Wenn eines ausfällt, sollte immer ein alternatives System bereitstehen.


«Es könnte zu einer Kernschmelze im Reaktor kommen»Was passiert, falls die Notkühlungen versagen, erklärt Anton Treier, Sprecher des Eidgnössischen Nuklearsicherheitsinspektorats (ENSI). (Quelle: Keystone)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • maria-rosa am 12.03.2011 11:20 Report Diesen Beitrag melden

    Explosion !

    Keine Gefahr für Mensch und Umwelt.Kommt mal auf den Boden der Tatsachen,den Lügen der Atomlobby glaubt kein Mensch mehr.

  • maria-rosa am 12.03.2011 10:03 Report Diesen Beitrag melden

    Ausstieg !

    Die Geschehnisse in Japan sollten jetzt allen Befürwortern der Kernenergie einfürallemal beweisen, dass diese Art der Stromgewinnung viel zu gefährlich ist und kommt jetzt nicht mit dem Spruch "In der Schweiz kann sowas nicht passieren"

  • Peschä am 11.03.2011 18:41 Report Diesen Beitrag melden

    Einstürzende Staumauern

    Eine einstürzende Staumauer wäre wohl das viel grössere Sicherheitsrisiko, als ein AKW.

Die neusten Leser-Kommentare

  • tanja richener am 13.03.2011 15:38 Report Diesen Beitrag melden

    Ende des AKW-Zeitalters

    Kommt schon! Vertauen wir unseren Technikern, Ingenieuren und Arbeitern. Sie werden uns den Weg zu anderer Energiegewinnung weisen. Schweizer Qualität! Darauf ist Verlass!

    • Techniker am 15.03.2011 14:22 Report Diesen Beitrag melden

      Tatsächlich?

      Liebe Tanja, ich hoffe doch wohl Deine Bemerkungen sind ironischer Natur! Qualität und Technik kommt nämlich von den Japanern !!!

    einklappen einklappen
  • maria-rosa am 12.03.2011 11:20 Report Diesen Beitrag melden

    Explosion !

    Keine Gefahr für Mensch und Umwelt.Kommt mal auf den Boden der Tatsachen,den Lügen der Atomlobby glaubt kein Mensch mehr.

  • maria-rosa am 12.03.2011 10:03 Report Diesen Beitrag melden

    Ausstieg !

    Die Geschehnisse in Japan sollten jetzt allen Befürwortern der Kernenergie einfürallemal beweisen, dass diese Art der Stromgewinnung viel zu gefährlich ist und kommt jetzt nicht mit dem Spruch "In der Schweiz kann sowas nicht passieren"

  • Peschä am 11.03.2011 18:41 Report Diesen Beitrag melden

    Einstürzende Staumauern

    Eine einstürzende Staumauer wäre wohl das viel grössere Sicherheitsrisiko, als ein AKW.