Auf dem Weg in die USA

26. August 2013 11:24; Akt: 26.08.2013 20:06 Print

«La Bestia» entgleist – blinde Passagiere sterben

Ein mit Schrott beladener Zug ist im Osten Mexikos entgleist und umgekippt. Mindestens 250 Menschen aus Mittelamerika waren an Bord.

Bildstrecke im Grossformat »
Ein Güterzug mit vielen blinden Passagieren an Bord ist im Osten Mexikos verunglückt und hat mindestens fünf Menschen in den Tod gerissen. Der Zug sei am 25. August 2013 im Bundesstaat Tabasco nahe der Ortschaft Huimanguillo entgleist, sagte der Direktor des örtlichen Zivilschutzes, César Burelo. Acht der zwölf Waggons des mit Schrott beladenen Zugs seien aus den Gleisen gesprungen und umgekippt. Nach Angaben der nationalen Zivilschutzbehörde wurden 18 weitere Menschen verletzt, sechs von ihnen schwer. Bei drei der Toten handle es sich um Honduraner, zitierte die Zeitung «El Universal» den mexikanischen Aussenminister José Antonio Meade. Unter den Verletzten sollen zudem Guatemalteken und Salvadorianer sein. Die Bergungsarbeiten in dem schlecht zugänglichen Gelände gestalteten sich schwierig, wie Zivilschutz-Direktor Burelo sagte. Die Opferzahl könne noch steigen. Der verunglückte Zug durchquert von Süden nach Norden das ganze Land und ist in der Region als «La Bestia» (Die Bestie) bekannt. Zahlreiche Einwanderer aus Mittelamerika fahren illegal mit dem Zug Richtung USA. Dabei kommt es immer wieder zu Unfällen. Der Bundesstaat Tabasco grenzt im Süden an Guatemala. Schätzungen zufolge überqueren dort täglich zwischen 300 und 400 Menschen die Grenze, um durch Mexiko in die Vereinigten Staaten zu gelangen. Allerdings wird die Route von kriminellen Banden kontrolliert, die die Einwanderer häufig ausrauben. Drogenkartelle wie «Los Zetas» entführen oder zwangsrekrutieren die Migranten zudem häufig. Nach Schätzungen der Mittelamerikanischen Migrantenbewegung sind in den vergangenen sechs Jahren rund 70'000 Wirtschaftsflüchtlinge aus der Region verschwunden.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Ein Güterzug mit vielen blinden Passagieren an Bord ist im Osten Mexikos verunglückt und hat mindestens sechs Menschen zwischen 19 und 58 Jahren in den Tod gerissen. Mindestens 23 Personen wurden schwer verletzt. Der Zug sei am Sonntag im Bundesstaat Tabasco nahe der Ortschaft Huimanguillo entgleist, sagte der Direktor des örtlichen Zivilschutzes, César Burelo, im mexikanischen Fernsehen.

Acht der zwölf Waggons des mit Schrott beladenen Zugs seien aus den Gleisen gesprungen und umgekippt. Nach Angaben der nationalen Zivilschutzbehörde wurden 18 weitere Menschen verletzt, sechs von ihnen schwer. Zum Zeitpunkt des Unglücks seien mindestens 250 Menschen aus Honduras als blinde Passagiere an Bord des Zuges gewesen, teilte die Regionalregierung von Tabasco mit.

Der verunglückte Zug durchquert von Süden nach Norden das ganze Land und ist in der Region als «La Bestia» (Die Bestie) bekannt. Zahlreiche Einwanderer aus Mittelamerika fahren illegal mit dem Zug Richtung USA. Dabei kommt es immer wieder zu Unfällen.

Präsident drückt Beileid aus

Bei drei der Toten handle es sich um Honduraner, zitierte die Zeitung «El Universal» den mexikanischen Aussenminister José Antonio Meade. Unter den Verletzten sollen zudem Guatemalteken und Salvadorianer sein.

Die Bergungsarbeiten in dem schlecht zugänglichen Gelände gestalteten sich schwierig, wie Zivilschutz-Direktor Burelo sagte. Die Opferzahl könne noch steigen. An den Rettungsarbeiten waren Soldaten, Sanitäter des Roten Kreuzes und Mitarbeiter des Zivilschutzes beteiligt.

Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto drückte den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Das Auswärtige Amt werde die nötige Information und Hilfe zur Verfügung stellen, teilte er über den Kurznachrichtendienst Twitter am Sonntag mit.

Gefährliche Route

Der Bundesstaat Tabasco grenzt im Süden an Guatemala. Schätzungen zufolge überqueren dort täglich zwischen 300 und 400 Menschen die Grenze, um durch Mexiko in die Vereinigten Staaten zu gelangen. Allerdings wird die Route von kriminellen Banden kontrolliert, die die Einwanderer häufig ausrauben.

Drogenkartelle wie «Los Zetas» entführen oder zwangsrekrutieren die Migranten zudem häufig. Nach Schätzungen der Mittelamerikanischen Migrantenbewegung sind in den vergangenen sechs Jahren rund 70'000 Wirtschaftsflüchtlinge aus der Region verschwunden.

Nach dem Unglück am Sonntag leitete die Nationale Menschenrechtskommission eine Untersuchung ein. Erst in der vergangenen Woche hatte Amnesty International anlässlich des dritten Jahrestags eines Massakers an 72 Migranten im Bundesstaat Tamaulipas die mexikanischen Behörden scharf kritisiert. Sie hätten ihr Versprechen für mehr Sicherheit gebrochen, hiess es in einer Stellungnahme der Menschenrechtsgruppe.
(Video: Reuters)

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • K.S. am 26.08.2013 12:54 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Skandal

    Mal gesehen wie die Boarder Control mit den Menschen umgeht. Da mischt sich niemand ein alle schauen weg. Wie Tiere werden sie behandelt. Ein Skandal Hr. Präsident . Zum Traubenlesen und Meleonpflücken sie sie gut genug. Aber das ein schwarzer Präsi all das Elend duldet!? Tragisch dieser Unfall. Zufall das Ganze?.

    einklappen einklappen
  • Wolkebutzli am 26.08.2013 15:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zugunglück

    Mir tuts im Herzen weh, wenn ich sowas trauriges lese. Den Menschen dort alles gute.

  • peter müller am 26.08.2013 14:19 Report Diesen Beitrag melden

    Unfall vorprogrammiert

    Wenn man sich die Bilder anschaut, muss man wohl kein Eisenbahnfachmann sein, um zu erkennen, das Gleise und Kleiskörper in einem erbärmlichen Zustand sind. Wer hat sich hier wieder eine goldene Nase verdient? Auf dieser Trasse dürfte gar kein Zug mehr fahren, schon gar nicht mit schwerem Schrott beladen!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Wolkebutzli am 26.08.2013 15:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zugunglück

    Mir tuts im Herzen weh, wenn ich sowas trauriges lese. Den Menschen dort alles gute.

  • Markus Keller am 26.08.2013 15:19 Report Diesen Beitrag melden

    Stellt sich die Frage..

    warum der Zug in die Kurveninnenseite umgekippt ist? Eventuell zu langsam unterwegs?

    • Anonymous am 26.08.2013 15:53 Report Diesen Beitrag melden

      Wohl kaum

      Dazu müssten die Gleise stark geneigt sein, was, wie auf den Bildern zu sehen ist, nicht der Fall ist. Ich vermute dass ein Teil des Gleisbetts durch das Alter oder Regenfälle abgerutscht ist.

    • Beobachter am 26.08.2013 20:32 Report Diesen Beitrag melden

      @Anonymous

      Schau dir die Bilder besser an. Ein Stück Geleise ist entweder durch Ermüdung rausgebrochen oder dann wurde dieses Geleise sabotiert.

    einklappen einklappen
  • peter müller am 26.08.2013 14:19 Report Diesen Beitrag melden

    Unfall vorprogrammiert

    Wenn man sich die Bilder anschaut, muss man wohl kein Eisenbahnfachmann sein, um zu erkennen, das Gleise und Kleiskörper in einem erbärmlichen Zustand sind. Wer hat sich hier wieder eine goldene Nase verdient? Auf dieser Trasse dürfte gar kein Zug mehr fahren, schon gar nicht mit schwerem Schrott beladen!

    • Mike Cadell am 26.08.2013 16:53 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht nur die Gleise und die Trasse.

      Schau dir mal die Radscheiben an. Hauchdünn und garantiert unter der Kennline für "IS3". Und dafür, dass die eine Klotzbremse haben sieht die Lauffläche auch besch.....aus. Würde mich nicht wundern, wenn eine Radscheibe oder gar eine Welle gebrochen ist.

    einklappen einklappen
  • K.S. am 26.08.2013 12:54 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Skandal

    Mal gesehen wie die Boarder Control mit den Menschen umgeht. Da mischt sich niemand ein alle schauen weg. Wie Tiere werden sie behandelt. Ein Skandal Hr. Präsident . Zum Traubenlesen und Meleonpflücken sie sie gut genug. Aber das ein schwarzer Präsi all das Elend duldet!? Tragisch dieser Unfall. Zufall das Ganze?.

    • Mike am 26.08.2013 13:11 Report Diesen Beitrag melden

      zusammenhang bitte

      was genau hat das alles mit den USA zu tun? nun schon klar, die USA konsumiert die Drogen, liefert die Waffen und hält alles südlich von sich arm, was wiederum die Migration begründet. aber der Unfall ist ja in Mexiko passiert.

    • Rolf am 26.08.2013 13:44 Report Diesen Beitrag melden

      Was wilst du sagen K.S.?

      Was hat das mit den USA zu tun? Natürlich ist dieser Unfall tragisch, aber was soll das mit den USA zu tun haben? Die USA haben weder die Bahn gebaut, noch passierte der Unfall in ihrem Land.

    • tjjjj am 26.08.2013 16:02 Report Diesen Beitrag melden

      New vs. old

      ich glaube Sie verwechseln da Mexico mit New Mexico:)

    • Mike Cadell am 26.08.2013 16:42 Report Diesen Beitrag melden

      Falsch, KS

      Man sollte zumindest BORDER PATROL richtig schreiben bevor man loswettert. Nebenbei gehen die US Behörden mit illegalen Einwanderern wie eine Hotelrezeption um, verglichen mit den Mexikanern. Da werden Einwanderer aus noch südlicheren Staaten ( Guatemala etc ) schon mal zu Dutzenden umgebracht und verscharrt.

    • Fubar am 26.08.2013 16:55 Report Diesen Beitrag melden

      USA bashing

      War ja klar, dass hier gleich wieder das USA bashing losgehen muss, auch wenn's gar nichts mit dem Thema zu tun hat.

    einklappen einklappen