Das Volk gegen Gaddafi

23. Februar 2011 06:12; Akt: 21.03.2011 16:45 Print

«Libyen ist jetzt zu 15 Prozent frei»

Muammar Gaddafi soll sich auf einem Militär-Stützpunkt verschanzen, seine Tochter versuchte zu fliehen. In Libyen gehen die Kämpfe weiter.

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Am verkündet die Übergangsregierung Libyens offiziell die Befreiung des Landes. Am wird Muammar Gaddafi in Sirte gefangen und getötet. : In der Nacht auf Montag nehmen die Rebellen den Grünen Platz im Zentrum von Tripolis ein. Dort feiern Aufständische und Bewohner gemeinsam den Einmarsch. Auf dem Platz demonstrierten zuvor monatelang die Gaddafi-Getreuen. Aufständische bejubeln die Einfahrt in eines der Aussenquartiere der Hauptstadt Tripolis. In Bengasi feiern libysche Rebellen zusammen mit tausenden Menschen auf dem Tahrir-Platz die militärischen Erfolge ihrer Mitstreiter. Die Aufständischen erobern Brega und Sawija. Damit stehen sie nur noch wenige Kilometer von Tripolis entfernt: Auf dem Bild feiern Rebellenkämpfer die Eroberung Sawijas. Am mobilisieren die Rebellen ihre Kräfte im Westen des Landes. Ihr Ziel ist die Stadt Sawija. Am stirbt der Militärchef der Rebellen Abdel Fatah Junis. Die Urheber des Mordes sind nicht bekannt. : Libysche Rebellen und Angestellte der Botschaft übernehmen die libysche Botschaft in der bulgarischen Hauptstadt Sofia. : Libysche Rebellen dringen in der strategisch wichtigen Stadt Brega in Wohngebiete vor. : Ein libyscher Junge schlägt in der Rebellenhochburg Misrata mit einem Schuh auf ein Porträt des Machthabers Muammar al-Gaddafi ein. : Die diplomatischen Bemühungen laufen auf Hochtouren. Der Vorsitzende des Nationalen Übergangsrates Mahmoud Jibril trifft in Brüssel auf den Europaratspräsidenten Herman Van Rompuy. Saif al Islam Gaddafi Sagt am 11.7.2011: «Die Wahrheit ist, dass wir mit Frankreich verhandeln und nicht mit den Rebellen». : Strassenkunst in Bengasi: Gaddafi wird von einer Krake gefressen. : Noch geniesst Machthaber Muammar al-Gaddafi auch Unterstützung in der Bevölkerung. «Gott, Gaddafi und Libyen» ist auf den Händen dieses Mädchens in Tripolis zu lesen. Andere halten Porträts mit dem Despoten in die Höhe. Am erlässt der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag einen Haftbefehl gegen Gaddafi und seinen Sohn Saif al-Islam. Der libysche Justizminister Mohammad al-Kamudi verurteilt den Haftbefehl als ein «Werkzeug der westlichen Welt». Zahlreiche Top-Fussballer Libyens laufen zu den Aufständischen über. Seit einigen Tag steht Tripolis unter ständigem Beschuss. NATO-Jets greifen auch tagsüber an. Die Ungeduld lässt die Rebellen bisweilen fatale Fehler begehen: Sie greifen ohne Marschbefehl an. Die Zahl der Opfer ist daher in den vergangenen Tagen gestiegen. Wie die UNO am mitteilt, wurde in Libyen systematisch vergewaltigt. Den Befehl dazu soll Muammar Gaddafi selbst gegeben haben. Am gehen wieder viele Bomben auf Tripolis nieder. Muammar Gaddafi sprach wieder am TV: «Wir werden nicht kapitulieren». Im Krieg in Libyen setzt die NATO erstmals Kampfhelikopter ein. Jacob Zuma ist in Tripolis eingetroffen. Er will im Konflikt vermitteln. Libysche Rebellen beklagen, dass ihnen das Geld ausgehe, weil die finanzielle Unterstützung aus dem Ausland ausbleibe. Die NATO führt ihre Angriffe auf die Hauptstadt Tripolis fort. Durch ihre Bomben sterben laut Regierung drei Menschen. 150 werden verwundet. Am fliegt die NATO Luftangriffe auf den Hafen von Tripolis und zerstört sechs libysche Kriegsschiffe. Am . Es ist aber unklar, ob die Bänder aktuell sind. fordert Muammar Gaddafi zum sofortigen Rücktritt auf. Bei einem Nato-Angriff am soll sich während des Angriffs im Haus seines Sohnes befunden haben, blieb aber unverletzt. gegen sie einsetzt. aus. seine Beteiligung an den Luftangriffen zu. worden. (Bild), Adschabija und Brega wird immer heftiger gekämpft. Tausende hoffen auf ihre Ausreise. Im Bild: Aus Misrata evakuierte Viele Flüchtlinge kommen auf dem Weg zur italienischen Insel Lampedusa ums Leben. (r.) einen Friedensplan der Afrikanischen Union (AU). Die Rebellen bestehen auf dem sofortigen Rücktritt Gaddafis. NATO-Kampfflugzeuge bombardieren erneut versehentlich Fahrzeuge der Anti-Gaddafi-Milizen. Die Kritik der Rebellen an den NATO-Einsätzen wird lauter. haben Flugzeuge der internationalen Koalition einen libyschen Militärkonvoi angegriffen. Die libysche Regierung gibt sich zu Reformen bereit. Die Afrikanische Union fordert einen Waffenstillstand. verlängern ihre Beteiligung am internationalen Militäreinsatz in Libyen auf Bitten der NATO. Die Suche nach einer diplomatischen Lösung wird verstärkt. unterstützen die Aufständischen nicht nur mit Luftangriffen, sondern auch durch CIA-Beamte. Diese hätten unter anderem nach dem Absturz des US-Kampfjets Hilfe geleistet, heisst es. tritt von seinem Amt zurück und setzt sich nach England ab. Gaddafis Truppen erobern derweil Ras Lanuf und Brega zurück. und nähern sich Gaddafis Geburtsstadt Sirte. ein und erringen damit den ersten grossen Sieg seit Eingreifen der Koalition. Ebenfalls am Journalisten in Tripolis, sie sei von Gaddafi-Leuten vergewaltigt worden. Nachdem die Koalition die Luftwaffe Gaddafis zerstört hat, sollen Angriffe auf Gaddafi-Truppen rund um Tripolis, Misrata und das ebenfalls heftig umkämpfte Adschdabija verstärkt werden. Am Abend des in Tripolis der Öffentlichkeit und ruft einmal mehr zum Kampf gegen die «Kreuzzügler» auf. Ein US-Kampfjet vom Typ F-15 Eagle stürzt in der Nähe der Rebellenstadt Bengasi auf einem Feld ab. Die beiden Besatzungsmitglieder konnten sich mit dem Schleudersitz retten. Am Abend des In der Stadt war nach Einbruch der Dunkelheit das Feuer von Flugabwehrgeschützen zu hören. Damit begann die dritte Nacht alliierter Luftangriffe gegen Libyen. Siegestrophäe à la libyenne: Aufständische haben am in der Nähe der befreiten Stadt Bengasi einen von den Allierten zerstörten Panzer mit einem rauchenden Schafskopf «geschmückt». Französische Kampfjets zerstören Militärfahrzeuge der Regierungstruppen auf einer strategisch wichtigen Strasse zur Rebellen-Hochburg Bengasi. eröffnet Frankreich das Feuer in Libyen. Danach feuern amerikanische und britische Kriegsschiffe im Mittelmeer 112 Tomahawk-Marschflugkörper ab. Im Bild: Eine Rafale im französischen St-Dizier. eine militärische Intervention abgesegnet hat. Zahlreiche Regierungschefs und Aussenminister sind in der französischen Hauptstadt zusammen. Gastgeber Nicolas Sarkozy kündigt im Anschluss baldige Militärschläge gegen Libyen an. warnt Muammar Gaddafi vor weiterer Gewalt gegen die Zivilbevölkerung. Überall in Südeuropa werden Luftstreitkräfte zusammengezogen: Dänische F-16-Jets landen im sizilianischen Sigonella, um ein Flugverbot über Libyen durchzusetzen. Der Flugzeugträger «CharlesDe Gaulle» kreuzt im Mittelmeer. über Libyen zu. hat diese bereits im Vorfeld befürwortet. Gleichentags haben die Regierunstruppen die Ölstadt Ras Lanuf wieder eingenommen. US-Geheimdienstchef James Clapper (Bild) rechnet vor einem Militärausschuss des US-Senats mit einem Sieg Gaddafis. Derweil bereiten die USA, Grossbritannien und die NATO militärische Optionen vor. Die EU will ihre Sanktionen ausweiten und die UNO ermittelt gegen Gaddafis Truppen wegen Folter. Die libyschen Rebellen geraten immer stärker unter Druck: Gaddafis Truppen sind nur noch eine Stadt von der Rebellen-Hochburg entfernt. Der Diktator beschimpft immer wieder die Rebellen und den Westen. Ein Rebell schiesst mit einem Maschinengewehr auf Gaddafis Luftwaffe. Mittlerweile haben über 213000 Gastarbeiter das Land verlassen: Somalier im Auffanglager bei Ras Ajdir an der libysch-tunesischen Grenze. Gaddafis Truppen verteidigen Sirte und versuchen, Misrata und Bin Jawad zurückzuerobern. Auf der Mittelmeerinsel Kreta ziehen die USA und andere NATO-Staaten starke Einheiten zusammen. (Bild) werden Zeltlager errichtet. Regierungstruppen und Aufständische kämpfen erbittert um stratigisch wichtige Städte. Am warnt die USA und die NATO vor einem militärischen Eingreifen. Ausserdem sagt er, dass er seit 1977 keine politische Macht mehr innehabe. Die Regimegegner formieren sich immer mehr zu Kampftruppen. Hier lernen Freiwillige, wie man gegen Kampfflugzeuge kämpft. Das 75 000 Menschen gestrandet. Die hat die lybische Opposition in Bengasi einen Übergangnsrat gegründet. scharenweise vor den Unruhen aus Libyen: Ägypter erreichen am 27. Februar die Grenze zu Tunesien. Am Einreisesperren gegen den Gaddafi-Clan, sperrt dessen Konten und verhängt ein Waffenembargo gegen Libyen. Ein weiterer TV-Auftritt von gegen den Gaddafi-Clan aus. Am Nachmittag des via Telefon im Staats-TV und bezeichnet die Demonstrationen als «kindisch». Derweil hält der Exodus von Ausländern aus Libyen an, das Regime geht weiter brutal gegen Demonstranten vor. Nach Bengasi und Tripolis gehen die Menschen auch in auf die Strasse: Aufständische haben eine Polizeistation in Beschlag genommen. im Staatsfernsehen mit einer wirren Rede zu Wort. Es ist sein erster öffentlicher Auftritt, nachdem bei Zusammenstössen zwischen Regierungsgegnern und Sicherheitskräften in wenigen Tagen hunderte von Menschen getötet worden sind. Der Aufstand in der arabischen Welt erfasst im

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In seiner ersten Stellungnahme zu der Eskalation in Libyen hat US-Präsident Barack Obama die Gewalt verurteilt. «Das Leiden und Blutvergießen ist abscheulich und inakzeptabel», erklärte er am Mittwoch in Washington. Seine Regierung werde alle Optionen ausschöpfen, um darauf zu reagieren. Obama brach sein Schweigen hinsichtlich der blutigen Unruhen, nachdem die USA erfolgreich begonnen hatten, amerikanische Staatsbürger aus dem Land in Sicherheit zu bringen. Außenministerin Hillary Clinton wird am Freitag in Genf an dem Dringlichkeitstreffen des UN-Menschenrechtsrates teilnehmen.
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Neues von der Familie Gaddafi. Saif al-Islam, einer von den sieben Söhnen Muammar Gaddafis, hat in einer Fernsehansprache erklärt, im Westen Libyens sei alles «normal». Häfen, Schulen und Flughäfen seien geöffnet. Das Problem liege im Osten des Landes.

Derweil hat sich sein Bruder Saadi, ehemals Fussballprofi, an die Finacial Times gewandt. Er erklärte, sein Vater Muammar sei bereit, einem neuen Regime als «big father» zur Seite zu stehen. Ebenso sagte Saadi, sein Bruder Saif al-Islam sei gerade daran, eine neue Verfassung zu schreiben.
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BBC-Korrespondent Anjali Kamat befindet sich im Osten Libyens. Er berichtet: «Die Menschen sagen: ‚Libyen ist jetzt zu 15 Prozent frei’. Alle Leute sind glücklich Journalisten zu sehen. Wir sind in der befreiten Zone Libyens, die vom Volk kontrolliert wird.»

US-Aussenministerin Hillary Clinton hat in einer Ansprache die internationale Gemeinschaft zum gemeinsamen Handeln aufgerufen. Sie sagte weiter: «Wir senden die Nachricht an die libysche Regierung, dass sie für diese Aktionen zur Rechenschaft gezogen werden.» Und der Telegraph stellt postwendend die Frage: Was machen eigentlich die arabischen Länder? Belassen sie es bei Worten oder werden sie handeln?
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Und auch Sarah Palin meldet sich zu Wort. Obwohl nicht von eminenter Relevanz, hier ihr Statement auf Facebook der Vollständigkeit halber: «Gaddafi ist ein brutaler Killer und Libyen, geschweige denn die Welt, wäre besser dran, wenn er entmachtet würde. Jetzt ist die Zeit die Stimme zu erheben. Die Stimme zu erheben für das seit langem leidende libysche Volk. Die Stimme zu erheben für die Opfer von Gaddafis Terror. (…) Wir sollten keine Angst haben vor der Freiheit, besonders wenn ein Volk unter einem brutalen Feind Amerikas leidet. (…)»
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In Tripolis bereiten sich die Leute auf noch mehr Tote vor. Sie schaufeln Gräber für bereits Gefallene und für diejenigen, die noch kommen.

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Es dringen vereinzelte Gräuelbilder aus Libyen durch. Videos zeigen die Leichen von Soldaten beim Fadhil-Camp in Bengasi. Offenbar hatten sich die Offiziere geweigert, auf Zivilisten zu schiessen.

Vorischt! Das ist nichts für schwache Nerven!

20:36
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Die UNO hat Aischa Gaddafi, der Tochter von Muammar Gaddafi, den Titel einer Uno-Ehrenbotschafterin entzogen. Angesichts der «jüngsten Entwicklungen» in Libyen sei die Zusammenarbeit mit ihr beendet worden, sagte ein Uno-Sprecher. Erst im Juli 2009 war Aischa Gaddafi zur Ehrenbotschafterin des Uno-Entwicklungsprogramms (UNDP) ernannt worden. Zu ihren Aufgaben hatte das Eintreten gegen die Verbreitung von Aids und gegen die Unterdrückung von Frauen gezählt.
20:03
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Die USA prüfen nach Angaben des Weißen Hauses Optionen, Libyen zur Einstellung der Gewalt gegen die Protestbewegung zu zwingen. Dazu gehörten auch Sanktionen, hieß es am Mittwoch in Washington.

Präsident Barack Obama verurteile scharf das Blutvergießen in dem nordafrikanischen Land und werde sich zu der Lage dort am (heutigen) Mittwoch oder Donnerstag äußern, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Garney. Die von Milizen von Staatschef Muammar Gaddafi angewendete Gewalt sei «völlig inakzeptabel» und müsse aufhören.

Obama hat sich seit Beginn der Unruhen noch nicht öffentlich zur Lage in Libyen geäußert. Seit Mittwoch versuchen die USA wie andere Staaten auch, ihre Staatsbürger aus Libyen zu evakuieren.
19:26
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Während in Bengasi und Tobruk hunderte Menschen auf den Strassen den drohenden Fall Muammar Gaddafis bejubeln, sind andere Teile des Landes weiterhin in der Hand des Herrschers. In den Strassen von Tripolis, so erzählt ein Augenzeuge dem Nachrichtensender Al Jazeera, sind Panzer in Richtung Zentrum unterwegs. Die Panzer befördern offenbar bewaffnete Gaddafi-Anhänger.

Auch die Zugangsstrasse zur tunesisch-libyschen Grenze sei weiterhin in Gaddafis Hand. Berichten zufolge schiessen Söldner wild um sich.

Derweil laufen die Evakuierungen aus Libyen weiter. Mit Flugzeugen, Schiffen oder auf dem Landweg holen westliche Länder ihre Landsleute aus dem Krisen gebiet. Sogar Israel hat offenbar 300 Palästinenser aufgenommen. Griechenland hat nach Agenturberichten mehrere tausend Chinesen evakuiert.
18:50
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EU-Kommissionspräsident Jose Manuel hat die Gewalt in Libyen scharf verurteilt und der libyschen Bevölkerung Unterstützung zugesagt. Es sei «einfach nicht tolerierbar», dass die Streitkräfte Gewalt gegen die Zivilbevölkerung anwende, erklärte er am Mittwoch nach einem Treffen mit UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay in Brüssel. Dies müsse dringend gestoppt werden, hieß es laut Redetext.

Europa könne es nicht nicht leisten, bei Geschehnissen, die in vieler Hinsicht historisch seien, nur passiver Zuschauer zu sein, betonte er. Nun gebe es die einmalige Chance, diejenigen zu unterstützen, die nach Freiheit, Gerechtigkeit, Demokratie und Menschenrechten strebten. Die Mittel und die Instrumente diesen Kampf zu unterstützen, seien da.
18:46
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Die Uno-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay fordert ein Flugverbot über dem libyschen Luftraum, sollten sich die Hinweise auf Luftangriffe des Regimes gegen Zivilisten erhärten.
18:15
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Drei medizinische IKRK-Equipen sollen Material für die Versorgung von bis zu 2000 Verletzten nach Libyen bringen. Die Teams seien für die Abreise ins nordafrikanischen Land bereit, teilte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) am Mittwoch mit.

In den Teams seien auch Chirurgen, «um die örtlichen Helfer beim Retten von Menschenleben zu unterstützen», wurde der Stellvertretende Chef für Einsätze in Nordafrika, Georgios Georgantas, in einer Mitteilung zitiert.

Das IKRK hoffe, dass die Teams einreisen könnten, sobald dies die Umstände erlaubten. Gemäss dem IKRK fehlt es in libyschen Spitälern an notwendigen Medikamenten und anderen Instrumenten.
18:06
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Die Nachrichtenagentur Reuters meldet weitere Details zur mutmasslichen Flucht Aischa Gaddafis. Offenbar sei das Flugzeug ohne Passagierangaben nach Malta aufgebrochen und habe dort die Landeerlaubnis angefordert. Der Pilot habe daraufhin bekannt gegeben, dass Die Tochter Gaddafis an Bord sei. Malta lehnte darum eine Landung ab.
17:29
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Der internationale Flughafen auf Malta hat einem aus Libyen kommenden Flugzeug die Landeerlaubnis verweigert. Laut dem Fernsehsender Al-Jazeera soll sich die Tochter des Diktators Muammar Gaddafi, Aischa, an Bord befinden. Das Flugzeug sei 20 Minuten in der Luft gekreist und sei wieder in Richtung Libyen abgedreht.
17:25
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Guardian-Reporter Martin Chulov berichtet weiter als erster ausländischer Journalist aus dem zerstörten Bengasi. Über Twitter schreibt er, dass Gaddafis Privathaus in Bengasi geplündert wurde. Die Armee-Basis gleiche einem Schlachthaus. Hunderte Leichen liegen herum, die Strassen sind voll mit Blut. Tote und schwer verwundete Soldaten werden nach Kämpfen mit Gaddafi-Treuen ins örtliche Spital gebracht.
17:13
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Die libyschen Behörden haben nach Informationen der Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen (RSF) einen Informations-Blackout über das nordafrikanische Land verhängt.

Ähnlich wie auch in Bahrain und Jemen sei die Lage sei für Journalisten zunehmend schwierig und auch bedrohlich. Internet- und Telefonleitungen würden immer wieder unterbrochen.

Wörtlich heisst es in einer in Paris veröffentlichten Erklärung: «Die Arbeit für Journalisten ist jetzt fast unmöglich; die wenigen ausländischen Korrespondenten, die schon vor der Krise in Libyen waren, stehen unter extrem scharfer Beobachtung und sind in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt.»

Dennoch versuchten einige Berichterstatter, auf dem Landwege über die tunesische Grenze einzureisen. Der arabische TV-Sender Al-Jazeera beschuldigte den libyschen Geheimdienst, seit dem 20. Februar sein Sendesignal wie auch seine Website zu stören.

Auch andere arabische TV-Sender hätten ähnliche Probleme. Seit dem 18. Februar sei ein örtlicher Zeitungsjournalist verschwunden, der kurz zuvor mit Al- Jazeera über die Demonstrationen in der Stadt Benghasi gesprochen hatte.
17:02
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Bereits wenige Tage nachdem Muammar Gaddafi die Kontrolle über Teile seines Landes verloren hat, droht bereits das nächste Unheil. In der nordöstlichen Stadt Derna hat die Al-Kaida offenbar ein islamitisches Emirat ausgerufen. Der libysche Vize-Aussenminister Khaled Kaim sagte dies bei einer Sitzung mit dem EU-Botschafter. An der Spitze des Emirates soll nach Kaim der ehemalige Guantanamo-Insasse Abdelkarim Al-Hasadi stehen. Ziel der Al-Kaida sei ein Szenario nach Vorbild der Taliban.

Die Al-Kaida hat offenbar bereits durchgegriffen. Den Frauen wurde die Burka-Pflicht aufgetragen. Leute, die sich den Befehlen der Al-Kaida widersetzten, wurden exekutiert.
16:54
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Neuste traurige Zahlen aus Libyen kommen von der Internationalen Federation für Menschenrechte (FIDH). Demnach sind bisher rund 640 Menschen bei den blutigen Demonstrationen gegen Muammar Gaddafi umgekommen. Davon 275 in Tripolis und 230 in Bengasi.
16:42
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UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hat dem libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi nach UNO-Angaben bei einem 40 Minuten langen Telefonat ins Gewissen geredet.

«Ich habe ihm ganz klar gesagt, dass die Gewalt aufhören muss - auf der Stelle», sagte Ban in der Nacht zum Mittwoch in Los Angeles und fügte hinzu: «Das war kein einfaches Gespräch».

Ban pochte darauf, dass die Gewalt gegen Zivilisten nicht ungestraft bleiben dürfe. Einige Ereignisse «scheinen klare Verstösse gegen das Internationale Recht und die Menschenrechte zu sein».

Der UNO-Chef begrüsste die Erklärung des Weltsicherheitsrates vom Dienstagabend, in der das höchste UN-Gremium ein sofortiges Ende der Gewalt verlangt und an die Regierung appelliert hatte, auf die «legitimen Forderungen der Bevölkerung» einzugehen.
16:35
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Das Militär in Libyen steht weiterhin nicht geschlossen hinter Machthaber Gaddafi. Ein weiteres Beispiel dafür ereignete sich in nahe der Stadt Adschdabija. Pilot und Co-Pilot einer Suchoi SU-22 der libyschen Luftwaffe erhielten den Befehl, die Stadt Bengasi zu bombardieren. Die Piloten weigerten sich und liessen ihrem Kampfjet abstürzen, berichtet die Libysche Zeitung «Qurina». Wie der Spiegel aus «gut unterrichteten Kreisen» in Tripolis erfuhr, konnte der Befehl zur Bombardierung nur von Gaddafi Selbst kommen.
16:21
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Der wegen der massiven Gewalt an den Demonstranten zurückgetretene Justizminister Libyens, Mustafa Abdel-Jalil, sagt gegenüber der Schwedischen Zeitung Expressen, Gaddafi habe das verheerende Lockerbie Attentat aus dem Jahr 1988, bei den 270 Menschen starben, persönlich angeordnet. «Ich habe Beweise, dass Gaddafi das Lockerbie-Attentat befohlen hat», sagt Abdel-Jalil der Zeitung.
16:14
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Als erster ausländischer Journalist erreicht Martin Chulov von der englischen Zeitung «The Guardian» die «befreite» Stadt Bengasi. Er trifft ein erschreckende Bild an. Tausende Demonstranten tragen haufenweise Waffen aus einem geplünderten Polizeiposten. Abgefeuerte schwere Waffen und Raketen, die im Zentrum Bengasis gegen die Demonstranten eingesetzt wurden, werden von den Menschen weggetragen.

Chulov erfährt zudem zum ersten Mal aus erster Hand von den ausländischen Söldnern in Libyen. Luftwaffenmajor Rajib Faytouni berichtet, wie er Flugzeuge mit tausenden Söldnern hat ankommen sehen. Faytouni: «Deshalb haben wir die Seite gewechselt. Und auch weil es den Befehl gab, von Flugzeugen aus auf Zivilisten zu schiessen.»
16:04
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Aus Angst vor der Gewalt in Libyen sind innerhalb von zwei Tagen mehr als 5700 Menschen ins benachbarte Tunesien geflohen. In Libyen lebende Tunesier, aber auch Libyer suchten am Montag und Dienstag Zuflucht in Tunesien.

Das erklärte die Hilfsorganisation Roter Halbmond am Mittwoch an der Grenze zwischen beiden Ländern. Die Organisation befürchtet einen «Massenexodus» aus Libyen.
15:57
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Nichtregierungsorganisationen (NGO) haben den Bundesrat ersucht, Gelder des libyschen Machthabers Muammar al- Gaddafi und dessen Familie einzufrieren. Bisher wurden zwei Anträge gestellt.

Der Freiburger Anwalt Ridha Ajmi richtete im Namen der «Arabic Transparency Organisation» (ATO) ein entsprechendes dringliches Gesuch an den Bundesrat, die Bundesanwaltschaft und die Direktion für Völkerrecht des Aussenministeriums (EDA), wie er mitteilte.

Der Antrag enthält die Namen von zwölf libyschen Staatsbürgern. Mit dem Gesuch soll verhindert werden, dass in der Schweiz deponierte Gelder verschwinden, die möglicherweise aus öffentlichen Mitteln Libyens stammen.

Ein weiteres Gesuch wurde von den NGO «Droit pour tous» und «Libyan Human Rights Solidarity» beim EDA eingereicht. Neben dem Einfrieren von Geldern verlangen diese beiden NGO auch die Anrufung internationaler Strafgerichtsbehörden, wie Anouar Gharbi, Präsident von «Droit pour tous», der Nachrichtenagentur SDA sagte.
15:52
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Noch hat Muammar Gaddafi den Kampf gegen das eigene Volk noch nicht verloren. Aber in weiten Teilen Libyens wird offenbar bereits gejubelt. Augenzeugen berichten dem Spiegel, dass in den östlichen Städten Bengasi und Tobruk die Stadtoberhäupter bereits abgesetzt wurden oder sich der Revolution angeschlossen haben.

Die Strassen von Tripolis sind derweil weitgehend leer, wie Flüchtlinge berichten. Die Leute verlassen aus Angst vor den wütenden Söldnergruppen ihre Häuser nicht mehr.

Auch die wirtschaftlichen Verbindungen von Europa nach Libyen werden immer weiter eingefroren. Der deutsche Ölproduzent Wintershall hat wegen der anhaltenden Unruhen die Produktion eingestellt. Frankreich will seine gesamten wirtschaftlichen Beziehungen zu Libyen stoppen, wie Aussenminister Laurent Wauquiez verlauten liess. Auch die europäischen Waffenlieferungen werden eingestellt, meldet Welt Online. Nach jüngsten Zahlen hatte Libyen zuletzt von der EU jedes Jahr Waffen im Wert von mehreren hundert Millionen Euro geliefert bekommen.
15:32
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Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad>/B> gibt mal wieder seine eigene Sicht der Ereignisse zum Besten: Gemäss der Nachrichtenagentur IRNA zeigte er sich am Staatsfernsehen «empört» über die «unvorstellbare» Gewalt in Libyen. Es sei «inakzeptabel», auf die eigenen Mitbürger zu schiessen. «Lasst die Menschen sprechen, frei sein, ihren Willen ausdrücken», meinte er an die Adresse der Staatschefs im Nahen Osten. Weiter sagte er: «Wie kann ein Führer sein eigenes Volk mit Maschinengewehren, Panzern und Bomben beschiessen lassen? Wie kann ein Führer sein eigenes Volk bombardieren lassen und danach sagen: „Ich töte jeden, der etwas sagt?“»

Der gleiche Ahmadinedschad lässt die Demokratiebewegung im eigenen Land brutal zusammenprügeln und mit drakonischen Strafen unterdrücken. Erst am Dienstag waren die iranischen Sicherheitskräfte nach Angaben der Opposition massiv gegen die Familie von Oppositionsführer Mehdi Karubi vorgegangen. Einer seiner Söhne wurde festgenommen.
15:14
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Die englische BBC hat am libyschen Grenzeübergang zu Tunesien, Ras al-Dschadir, Flüchtlinge interviewt. Die Aussagen lassen auf das Schlimmste schliessen. Dutzende Flüchtlinge kämen zu Fuss oder mit Autos an. Ein Mann, der gerade aus Libyen geflüchtet ist berichtet: «Es gibt kein Recht mehr, Gott helfe den Leuten dort.» Ein anderer Flüchtling erzählt: «Ich allein kenne etwa 30 Leute, die in ihren Wohnungen festsitzen und sich nicht zum Flughafen trauen.» Auf den Straßen von Tripolis trieben sich Soldaten herum, «da traut sich keiner mehr raus». Die Situation in der Hauptstadt sei «wirklich schrecklich», zitiert Spiegel.de die BCC.
14:45
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Wie Spiegel.de meldet, machen in der Grenzstadt Ben Guerdane schreckliche Geschichten die Runde. Die Rede ist von entfesselten Horden und afrikanischen Söldnern, die Gastarbeiter durch Tripolis jagen, internieren und Frauen vergewaltigen. Einer behauptet, er habe in Tripolis gesehen, wie ein Tunesier geköpft wurde. Ein anderer will von Verwandten erfahren haben, dass Gaddafi-Anhänger die Wohnungen von Ausländern demolieren. Andere erzählen, dass sie von Taxifahrern ausgeraubt wurden, die sie zur Grenze bringen sollten.

Die Augenzeugenberichte sind allerdings mit Vorsicht zu geniessen und können von unabhängiger Seite nicht überprüft werden.
14:28
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Der libysche Staatschef Muammar al-Gaddafi soll sich mit vier Brigaden der Sicherheitskräfte auf dem Stützpunkt Bab al-Asisija in Tripolis verschanzt haben. Das meldet die SDA und beruft sich auf «gut unterrichteten Kreise in Tripolis».

Unterdessen stoppten die 27 EU-Staaten den Export von Waffen nach Libyen. «Wir haben erfahren, dass jeglicher Waffenhandel ausgesetzt ist», sagte die Sprecherin der EU-Aussenbeauftragten Catherine Ashton am Mittwoch in Brüssel.

Nach jüngsten Zahlen hatte Gaddafi zuletzt von der EU jedes Jahr Waffen im Wert von mehreren hundert Millionen Euro geliefert bekommen. Laut Jahresbericht über die Ausfuhr von Militärgütern erlaubten EU-Regierungen allein 2009 den Export von Waffen im Wert von 344 Millionen Euro.
14:27
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Der grösste deutsche Erdölproduzent, Wintershall, hat gemäss AFP die Förderung von Öl in Libyen eingestellt.
14:20
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Anhänger und Gegner des libyschen Staatschefs Muammar al Gaddafi kämpfen laut der Nachrichtenagentur AP um die Kontrolle der Hauptstadt Tripolis. Bewohner von Tripolis hätten Angst, ihre Häuser zu verlassen. Sie sagten, Milizen Gaddafis feuerten willkürlich in den Strassen. Eine Augenzeugin sagte, die Strassen seien menschenleer. Sogar die Verletzten könnten die Krankenhäuser nicht aufsuchen aus Angst, erschossen zu werden.
14:17
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Auch der Schweizer Bundesrat verurteilt die «brutale und gezielte Gewalt aufs Schärfste» und ruft die libyschen Behörden auf, keine Gewalt gegen ihre Bürger anzuwenden. Dies sagte Bundesratssprecher André Simonazzi in Bern.
14:05
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Die Situation am Flughafen von Tripolis ist «chaotisch»: Dies sagte Philip Apap Bologna, ein Pilot einer maltesischen Fluggesellschaft, gegenüber der französischen Presseagentur AFP. «Die Passagiere kämpfen um die Plätze in den Flugzeugen - ein Ausdruck davon, wie verzweifelt die Leute das Land verlassen wollen», so der Pilot.

Ihm sei es eigentlich untersagt gewesen, sein Flugzeug zu verlassen. Er habe es dann aber doch getan, um im Terminal nach Landsleuten zu suchen. «Als wir schon auf dem Weg zum Rollfeld waren, mussten wir dann sogar nochmals umdrehen, um drei weitere Passagiere aufzunehmen», so Philip Apap Bologna.
13:37
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Der Nachrichtenagentur AP liegt ein Resolutionsentwurf der EU-Kommission vor: Angesichts des blutigen Vorgehens gegen Demonstranten in Libyen fordern die Mitglieder darin eine unabhängige Ermittlung unter Leitung der Vereinten Nationen. Untersucht werden sollten die Tötung von Demonstranten und weitere Menschenrechtsverstösse, für die libysche Sicherheitskräfte verantwortlich gemacht werden.

Im Entwurf werden «extrem schwerwiegende Verletzungen von Menschenrechten» verurteilt, die «auf Verbrechen gegen die Menschlichkeit hinauslaufen könnten». Libyen wird zur Zusammenarbeit mit UN-Ermittlern aufgefordert.
13:25
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Der italienische Aussenminister Franco Frattini zeichnet bezüglich der Opferzahlen des libyschen Volksaufstands ein düsteres, aber wohl realistisches Bild: Er sagte, dass bisher «1000 Tote durchaus denkbar» seien. Offizielle Stellen in Libyen gehen nur von rund 300 Todesopfern aus.

Laut Frattini soll sich mittlerweile die ganze Region Kyrenaika im Osten Libyens unter Kontrolle der Aufständischen befinden. Dies berichtet die BBC in seiner Onlineausgabe.




13:17
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Auch die libysche Botschaft in Wien hat sich von dem Regime in Tripolis distanziert. «Die Botschaft verurteilt die exzessive Gewalt gegen friedliche Demonstranten», heisst es in einer Mitteilung an die Medien vom Mittwoch.

Die Botschaft unter Leitung von Ahmed Menesi hält in dem Text fest, «dass sie das libysche Volk vertritt und ihre tiefste Anteilnahme den Familien der Opfer ausdrücken will.»
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Die Europäische Union will rund 10'000 EU-Bürger aus Libyen evakuieren. Dies berichtet die französische Nachrichtenagentur AFP. Die Ausreise soll hauptsächlich über den Seeweg erfolgen.

Die EU-Kommission will sich überdies im Verlauf des Tages zu allfälligen Sanktionen gegen Libyen äussern.
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Wie Spiegel.de meldet, durfte ein Privatjet mit der libanesischen Ehefrau von Hannibal Gaddafi - einem Sohn des libyschen Revolutionsführers - nicht auf dem Flughafen Beirut landen. Dies habe ein libanesischer Radiosender berichtet. Im Flugzeug der Frau von Hannibal Gaddafi seien auch andere Familienmitglieder gewesen.

Dies soll nicht der erste Zwischenfall mit Hannibals Familie gewesen sein: Laut dem Spiegel haben die libanesischen Flugbehörden sich bereits am Dienstag geweigert, der Familie eine Landegenehmigung für den internationalen Flughafen in Beirut zu erteilen. Dies, weil Libyen die Identität der Insassen nicht preisgeben wollte. Die Behörden in Beirut sollen daraufhin den Piloten aufgefordert haben, seine Maschine in ein angrenzendes Land zu fliegen.

Hannibal Gaddafi und seine Frau sind in der Schweiz keine Unbekannte: Sie wurden im Juli 2008 in einem Genfer Luxushotel verhaftet - der Anfang der sogenannten Libyen-Krise, welche die offizielle Schweiz noch bis heute beschäftigt.
12:09
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Sarkozy fordert EU-Sanktionen gegen Libyen

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hat Sanktionen der EU gegen Libyen gefordert. Dies könnten etwa Gerichtsverfahren, Einreiseverbote und das Einfrieren von Vermögen sein
, heisst es in einer am Mittwoch in Paris verbreiteten Mitteilung des Elysées.


12:02
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Kampf um Gaddafis Milliarden hat begonnen

Die Jagd auf die Milliarden von Gaddafi soll offenbar schon begonnen haben. Wie Spiegel.de berichtet, hat der Anwalt Ridha Ajmi den Bundesrat aufgefordert, alle Vermögenswerte des Machthabers und seiner Familie einzufrieren. Es gelte, den Verlust von Anlagen in der Schweiz zu verhindern.
11:46
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Hafenstadt Tobruk feiert Befreiung

In Tobruk feiern Regierungsgegner bereits die Befreiung von Machthaber Muammar Gaddafi. Soldaten geben aus Freude Salven aus Maschinengewehren ab. Das Militär hat sich in der im Osten des Landes liegenden Mittelmeerstadt von Gaddafi losgesagt.

Mit Demonstranten voll besetzte Wagen rollen durch die Strassen der strategisch wichtigen Stadt, in der gut 100'000 Menschen leben. In ihrer Jubelstimmung zerstören die Demonstranten ein Beton- Monument für Gaddafis Grünes Buch, in dem dieser die Grundzüge seiner Herrschaft beschrieben hat.

Gaddafi habe die Kontrolle über den gesamten Osten verloren, sagt der einstige Major Hani Saad Mariaa, der zu einer Gruppe von Soldaten gehört, die sich von dem Staatschef abgewandt haben. Das Volk und die Armee arbeiteten in dem Gebiet «Hand in Hand».

Bewohner Tobruks erzählen, die Stadt am Mittelmeer sei seit drei Tagen in der Hand der Bevölkerung. Die Rebellen kontrollieren die libysche Seite der Grenze zu Ägypten. Auch Benghasi, wo der Aufstand vor gut einer Woche begann, ist Einwohnern zufolge in der Hand der Demonstranten.

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Gewalt und Horrorszenen auf den Strassen von Tripolis

Erste in ihre Heimat zurückgeflogene Italiener berichten von Tagen des Schreckens, die sie in der libyschen Hauptstadt Tripolis erlebten. Die Situation auf den Strassen sei furchtbar, das Chaos am Flughafen extrem.

«Auf der Fahrt von Sabratha nach Tripolis haben sie versucht, uns zu lynchen, es war entsetzlich», sagte ein Passagier noch mit Angst in den Augen, wie die Zeitung «La Repubblica» am Mittwoch berichtete. Er war unter den ersten 175 am Dienstag nach Rom ausgeflogenen Italienern.

«Im ganzen Land gibt es Kämpfe, überall wird geschossen», erklärt der Italiener Fabrizio Carelli bewegt. «Die Lage in Tripolis ist wahnsinnig, die Strassen sind leer, und die Privattruppen Gaddafis schiessen auf alles», fügt der dem Chaos entkommende Libyer Mohammed Sherif an.


11:08
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Armee-Coup gegen Gaddafi?

Der Nachrichtendienst Stratfor meldet, dass die eine Gruppe libyscher Offiziere den Sturz von Gaddafi plane. Es seien dies Offiziere rund um den General Mahdi Abdulhafiz. Offenbar warten sie aber noch die Unterstützung des UN-Sicherheitsrates ab. Erst dann wollen sie angreifen, meldet Stratfor.

Wie der Nachrichtendienst weiter schreibt, stehen die Offiziere im Kontakt mit den USA.
10:40
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Wohin das libysche ÖL fliesst

Mehr als 85 Prozent der libyschen Ölexporte gehen nach Europa. Der Rest wird nach Asien, Australien und an die USA geliefert. Im folgenden eine Übersicht über die Ölmenge in Barrel, die von den jeweiligen Ländern pro Tag aus Libyen importiert wird.

- Italien: 376 000 Barrel (entspricht 22 Prozent der Gesamtimporte an Öl)

- Frankreich: 205 000 (16 Prozent)
- China: 150 000 (3 Prozent)
- Deutschland: 144 000 (8 Prozent)
- Vereinigtes Königreich: 95.000 (9 Prozent)
- Vereinigte Staaten: 51 000 (0,5 Prozent)
- Schweiz: 17 000 (19 Prozent)


10:12
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UNO-Mandat für Libyen

Nach der Eskalation der Gewalt in Libyen hat Luxemburgs Aussenminister Jean Asselborn ein entschlossenes Eingreifen der internationalen Gemeinschaft gefordert. Man müsse sich um ein UNO-Mandat bemühen, sagte Asselborn am Mittwoch.

Dies sei notwendig, um die Massaker in Libyen zu unterbinden. «Was in Libyen geschieht, ist meines Erachtens Völkermord in höchster Potenz», sagte er. Mit einem Mandat der Vereinten Nationen (UNO) liessen sich unter anderem die Flüge nach Libyen kontrollieren, damit nicht noch mehr Söldner in das nordafrikanische Land gelangten.

Asselborn fügte hinzu, Staatschef Muammar al-Gaddafi sei ein verstörter, kranker und sehr gefährlicher Mann, der zum Bürgerkrieg in seinem Land aufgerufen habe. «Er hat die Libyer gegeneinander aufgehetzt, Gewalt anzuwenden», sagte Asselborn.
09:48
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Türkei holt 3000 Bürger aus Libyen nach Hause

Mit zwei Schiffen holt die Türkei rund 3000 Staatsbürger aus Libyen nach Hause. Das türkische Außenministerium erklärte am Mittwoch, die beiden Schiffe würden am späten Mittwochabend im Hafen von Marmaris erwartet. Die Schiffe, die ihre Fahrt in der libyschen Hafenstadt Bengasi begannen, werden von einer türkischen Fregatte begleitet.

Viele Staaten versuchen derzeit, ihre Bürger aus Libyen herauszuholen. Tausende Menschen hoffen am Flughafen von Tripolis auf einen Platz in einer Maschine. Die USA wollten ebenfalls am Mittwoch mit den Evakuierungen beginnen und ihre Bürger mit Fähren auf die Mittelmeerinsel Malta bringen.
09:27
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Arabische Liga schliess Libyen aus

Die Arabische Liga hat das gewaltsames Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen Demonstranten in Libyen scharf verurteilt und Tripolis bis auf weiteres von Konferenzen der Organisation ausgeschlossen. Der Einsatz von Soldaten gegen Demonstranten sei «eine schwere Verletzung von Menschenrechten und internationalen Gesetzen», erklärte die Arabische Liga nach einem Treffen in Kairo.

Generalsekretär Amr Mussa erklärte, Libyen dürfe so lange nicht an Terminen der Arabischen Liga teilnehmen, bis die Regierung den Forderungen nach einem sofortigen Ende aller Gewalt nachkomme und einen Dialog beginne, um der Bevölkerung Sicherheit und Stabilität zu garantieren.

09:12
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Wilde Gerüchte um Innenminister

Am Dienstag strahlte Al Jazeera ein Amateurvideo aus, in dem der libysche Innenminister Abdel Fattah Junes al-Abidi sich von Staatschef Muammar al-Gaddafi lossagt und sich hinter die «Revolution des 17. Februar» stellt. Zugleich forderte er die Armee auf, sich auf die Seite des Volkes zu stellen und auf dessen legitime Forderungen einzugehen.

Nun berichten libysche Staatsmedien, al-Abidi sei in Benghazi von «Gangs» gekidnappt worden. Der Ausdruck «Gangs» wird vom Regime und den staatlichen Medien meist für die demonstrierende Opposition verwendet. Das Staatsfernsehen fügte an, man werde die Entführer in ihren Verstecken stellen. CNN hingegen zitiert Augenzeugen, die al-Abidi am Montag und am Dienstag gemeinsam mit Demonstranten gesehen haben wollen.
09:08
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Unruhen in Libyen belasten Asien-Börsen

Die Unruhen im Ölexportland Libyen haben auch am Mittwoch die asiatischen Aktienmärkte belastet. Unter dem Druck steigender Ölpreise scheuten die Anleger das Risiko, so dass die Börsen in Fernost der New Yorker Wall Street ins Minus folgten.

Investoren sahen die Erholung der Weltkonjunktur in Gefahr, sollte der Ölpreis wegen der Proteste in Libyen weiter anziehen. Das nordafrikanische Land fördert fast zwei Prozent des weltweiten Rohölbedarfs. Neben Libyen verdarb auch der höhere Yen den Anlegern die Laune.


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Die Lage am Mittwochmorgen

Der UNO-Sicherheitsrat hat das gewaltsame Vorgehen gegen Demonstranten in Libyen verurteilt und ein sofortiges Ende des Blutvergiessens gefordert. In einer Erklärung äusserten sich die 15 Ratsmitglieder sehr besorgt über die Lage in dem nordafrikanischen Land.

Sie riefen das Regime von Staatschef Muammar al-Gaddafi am Dienstag in New York einstimmig auf, die Menschenrechte zu respektieren und die Zivilbevölkerung zu schützen. Ferner forderte der UNO-Sicherheitsrat sofortigen Zugang für internationale Beobachter in das Land und äusserte «tiefes Bedauern über den Tod hunderter Zivilisten».

Wenige Stunden zuvor hatte Gaddafi in einer Rede angekündigt, er werde den Kampf gegen die Demonstranten in seinem Land unerbittlich fortführen und notfalls als Märtyrer sterben. Er wolle bis zum «letzten Blutstropfen» kämpfen.

Libyscher Diplomat spricht von Völkermord

Augenzeugen berichteten am Dienstag von einem immer brutaleren Vorgehen bewaffneter Milizen Gaddafis gegen die Protestbewegung in der libyschen Hauptstadt Tripolis. Nach UNO-Angaben gab es mindestens 250 Tote im Land, Beobachter gehen allerdings von einer weit höheren Zahl aus.

Der stellvertretende libysche UNO-Botschafter Ibrahim Dabbaschi sagte, ihm lägen Informationen vor, wonach Gaddafi im Kampf gegen die Demonstranten ausländische Söldner einsetze. In Libyen habe nun ein Völkermord begonnen, sagte Dabbaschi am Dienstag in New York.

Am Dienstagabend war die Lage in Tripolis zunächst offenbar ruhig. Von der Nachrichtenagentur AP kontaktierte Bewohner erklärten, nach Einbruch der Dunkelheit seien keine Demonstranten auf die Strasse gegangen. Bewaffnete Sicherheitskräfte seien stationiert worden, und gelegentlich seien Schüsse zu hören.

Parlamentspräsident beruhigt

Derweil sprach der libysche Parlamentspräsident Mohamed Swei von einer «Beruhigung der Lage». «In den meisten grossen Städten» hätten die Sicherheitskräfte und Armee «wieder ihre Posten eingenommen», sagte der Präsident des Allgemeinen Volkskongresses am Dienstagabend vor Journalisten.

Der Parlamentspräsident bestätigte die Bildung einer Kommission, die die Demonstrationen gegen Gaddafi untersuchen solle und die von Gaddafis Sohn Seif el Islam am Montagabend angekündigt worden war. Die aktuelle Lage erlaube keine Parlamentssitzung, um über Reformen zu diskutieren, sagte der Parlamentspräsident weiter.

Offiziell 300 Tote

Nach Angaben des libyschen Aussenministeriums sind bei den seit einer Woche andauernden Protesten mindestens 300 Menschen getötet worden. Bei den Toten handle es sich um 189 Zivilisten und 111 Militärangehörige, sagte ein Sprecher am Dienstagabend in Tripolis.

Die meisten Opfer habe es in der zweitgrössten Stadt Bengasi mit 104 Zivilisten und zehn Militärs gegeben. In El Baida starben demnach 18 Zivilisten und 63 Sicherheitskräfte, in Derna 29 Zivilisten und 36 Armeeangehörige. Es handelt sich um die ersten offiziellen Zahlen seit Beginn des Volksaufstands am 15. Februar.

Ausländer werden evakuiert

Die USA wollen heute Mittwoch mit der Evakuierung von US-Bürgern aus Libyen beginnen. Die Amerikaner sollten mit einer Fähre nach Malta gebracht werden, teilte das Aussenministerium in Washington mit. Deutschland hatte am Dienstag mit drei Flugzeugen rund 350 Bürger aus Deutschland und anderen europäischen Staaten aus Libyen ausgeflogen.

(sda)