Atomstreit

02. Dezember 2011 07:33; Akt: 02.12.2011 08:29 Print

«Man darf sich nicht in einen Krieg stürzen»

Krieg sei zwar derzeit kein Thema, machte der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak deutlich. Doch gleichzeitig akzeptiere Israel keine Atombombe Irans.

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Ehud Barak zündet verbal die Bombe gegen Iran. (Bild: Reuters)

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Israels Verteidigungsminister Ehud Barak hat vorerst einen Angriff auf die iranischen Atomanlagen ausgeschlossen. «Wir haben derzeit nicht die Absicht zu handeln. Man darf sich nicht in einen Krieg stürzen, wenn das nicht notwendig ist», sagte Barak am Donnerstag dem Militärradio.

Zugleich warnte Barak, dass sich Israels Haltung in drei Punkten nicht geändert habe: Eine iranische Atombombe sei inakzeptabel, Israel sei entschlossen, dies zu verhindern, und alle Optionen seien auf dem Tisch.

Zu Meinungsverschiedenheiten mit den USA befragt betonte Barak, Israel sei ein souveräner Staat. «Allein die Regierung, die Streitkräfte und der Geheimdienst sind verantwortlich für unsere Sicherheit und die Existenz Israels», sagte Barak.

Willkommene Explosion

Der konservative Politiker begrüsste zudem die Explosion, die sich kürzlich auf einem Stützpunkt der iranischen Revolutionsgarden ereignet hatte. «Alles, was das iranische Atomprogramm verzögert, ob es vom Himmel kommt oder sich durch andere Mittel ereignet, ist willkommen», sagte Barak.

Mitte November waren bei einer Explosion in einem Munitionslager in Bidganeh im Südwesten des Irans 17 Soldaten getötet worden, darunter ein führender Raketentechniker. Nach der Explosion gab es wie nach früheren Vorfällen, bei denen wichtige Atomwissenschaftler getötet worden waren, Spekulationen, dass der israelische oder ein anderer Geheimdienst verwickelt sein könnte.

(sda)