Wladimir Putin

17. Juli 2018 00:59; Akt: 17.07.2018 04:21 Print

«Russland hat sich nie eingemischt»

Nach dem Gipfel in Helsinki hat der russische Präsident Wladimir Putin dem US-Sender Fox News ein Interview gegeben.

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Donald Trump und Wladimir Putin sind Mitte Juli in Helsinki zu ihren Gipfelberatungen zusammengekommen. Er hoffe darauf, dass er eine «ausserordentliche Beziehung» zu Putin aufbauen könne, sagte Trump bei der Begrüssung. Die Demos auf den Strassen Helsinkis gehen weiter. Unter anderem protestieren Abtreibungs-Aktivisten gegen Donald Trumps «Gag Rule». Demnach sollen Organisationen, welche Frauen bei Schwangerschaftsabbrüchen unterstützen, die Finanzhilfen der US-Regierung gestrichen bekommen. Auch andere Aktivisten sind für die so genannte «Helsinki gegen Trump und Putin»-Bewegung auf die Strasse gegangen. Der US-Botschafter in Finnland, Robert Frank Pence (Dritter von Links) and und seine Ehefrau Susan Sarbacher begrüssen US-Präsident Donald Trump und First Lady Melania Trump am Flughafen von Helsinki. (15. Juli 2018) Könige, Zaren und der Papst: Der Präsidentenpalast in Helsinki hat schon so manchen berühmten Gast beherbergt. Die Hauptstadt Helsinki gilt historisch als beliebter Ort des Austauschs zwischen den Weltmächten. Im Präsidentenpalast trafen sich im Jahr 1990 US-Präsident George H. W. Bush und der sowjetische Staatspräsident Michail Gorbatschow, sie sprachen über die Golf-Krise. Russlands Präsident Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump haben sich also einen symbolträchtigen Ort für ihr Gipfeltreffen ausgesucht. Donald Trump und First Lady Melania Trump bei ihrer Ankunft in Helsinki. (15. Juli 2018) Am Vorabend des Gipfels hat eine Menschenrechtsorganisation die Worte «Die ganze Welt sieht zu» auf eine Mauer des Palasts projiziert. (15. Juli 2018)

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Die Beziehungen zwischen den USA und Russland dürfen nach Worten des russischen Präsidenten Wladimir Putin keine «Geisel» der Russland-Ermittlungen von US-Sonderermittler Robert Mueller sein. Bei Muellers Untersuchung der mutmasslichen Einmischung Moskaus in den US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 handele es sich um «innenpolitische Spiele der USA», sagte Putin am Montag dem US-Sender Fox News.

Diese «politischen Spiele» dürften keine Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen Russland und den USA haben. «Russland als Staat hat sich nie in die internen Angelegenheiten der Vereinigten Staaten eingemischt», betonte Putin.

Nach Angaben von Fox News wurde das Interview am Montag nach dem Gipfel von Putin und Trump in Helsinki aufgezeichnet.

Putin nimmt Anklageschrift nicht an

Fox-News-Moderator Chris Wallace versuchte bei dem Interview, Putin die Anklageschrift von US-Sonderermittler Robert Mueller gegen zwölf Mitarbeiter des russischen Militärgeheimdienstes GRU zu überreichen. Mueller verdächtigt sie, für Hackerangriffe auf Computer der oppositionellen Demokraten vor der Wahl 2016 verantwortlich zu sein. Putin nahm das Papier in dem angespannten Gespräch nicht an und forderte den Moderator auf, es auf einen Beistelltisch zu legen.

Nach Erkenntnissen der US-Geheimdienste hat sich Russland massiv in den US-Wahlkampf im Jahr 2016 eingemischt. US-Präsident Donald Trump machte bei seinem Gipfel mit Putin am Montag in Helsinki hingegen deutlich, dass er sich die Erkenntnisse seiner eigenen Geheimdienste zu russischen Cyberattacken nicht zu eigen macht. Putin sei in seinem Dementi einer Wahlkampfeinmischung «extrem stark und kraftvoll» gewesen, sagte Trump.

Londons Vorwürfe seien «gegenstandslos»

Russlands Präsident Wladimir Putin hat Vorwürfe Londons, wonach Moskau hinter den Vergiftungen mit dem Nervenkampfstoff Nowitschok in Grossbritannien steckt, als «gegenstandslos» zurückgewiesen. London habe keinerlei Beweise dafür vorgelegt, dass Russland für die Vergiftung des russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal in England verantwortlich sei, sagte Putin am Montag dem US-Sender Fox News.

«Wir hätten gerne schriftliche Beweise, aber niemand liefert sie uns», sagte Putin. Hinter dem Fall könnten innenpolitischen Fragen in Grossbritannien stecken: «Aber niemand will sie prüfen», sagte Putin.

«Wir sehen nur diese gegenstandslosen Vorwürfe – warum wird das so gemacht? Warum soll unsere Beziehung dadurch verschlechtert werden?», sagte der russische Staatschef weiter.

Skripal und seine Tochter waren im März in England mit Nowitschok vergiftet worden; die britische Regierung machte Russland verantwortlich. Putin hatte die Vorwürfe im Fall Skripals bereits im März zurückgewiesen.

Ende Juni wurde ein britisches Paar wegen einer Nowitschok-Vergiftung ins Krankenhaus eingeliefert, eines der Opfer starb. Möglicherweise kam das britische Paar mit Nowitschok-Resten in Kontakt, die bei dem Anschlag auf die Skripals übrig geblieben sein könnten.

(chk/sda/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • John Livers am 17.07.2018 07:07 Report Diesen Beitrag melden

    Was die Russen können, und die USA?

    Hört doch endlich mit diesem Hacker Gefasel auf. 1. Ist nicht bewiesen dass da was war und 2. Als würden die USA nichts beeinflussen wollen, das sind doch die, die alle abhören, Regierungen stürzen, Aufstände anzetteln und Rebellen mit Waffen beliefern. Hütet euch vor den USA!

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  • Petra am 17.07.2018 07:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    macht endlich einen Punkt!

    Es gibt keine Beweise, also gebt endlich Ruhe! Die grössten Lügner sind die Medien, die sich für keine Lügerei und Verbiegerei mehr zu schade sind!

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  • Escobar am 17.07.2018 08:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unsere wahren Feinde?

    Der Westen (insbesondere die USA und Grossbritannien) spielt ein Spiel mit allen andersdenkenden. Ich bin froh, hat Russland einen so cleveren und professionellen Staatschef. Man stelle sich vor, Russland würde solche Spiele beginnen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Thomas am 17.07.2018 20:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur weil man

    die USA und ihr Verhalten in den letzten Jahren nicht OK findet, muss man ja nicht zwangsläufig Putin als besseres Vorbild annehmen. Das finde ich schon etwas naiv, wenn man sieht, was in den letzten fünf Jahren alles so geschehen ist.

  • urgor am 17.07.2018 19:10 Report Diesen Beitrag melden

    warum

    sollten sich die Russen überhaupt die Mühe geben, sie wissen schon lange, dass es keine Rolle spielt welche der zwei Puppen gewählt wird.

  • Erwin B am 17.07.2018 19:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Treu oder Unbedarft?

    Viele Republikaner wenden sich angewidert von ihm ab - die treuen Schweizer Trump-Fans halten weiterhin zu ihm.

  • Paul Portmann am 17.07.2018 17:30 Report Diesen Beitrag melden

    Verstehe Putins Unterstützung für Trump

    Wenn man zurück auf die Wahlen schaut, was da die Clinton mit Unterstützung der Hochfinanz in Europa veranstalten wollte verstehe ich Putin für die Unterstützung von Trump. Es gibt da eine Aussage einer demokratischen Aussenministerin damals, dass die Rohstoffe Russlands nicht nur Russland gehören würden.

  • Schlauer Fuchs am 17.07.2018 16:17 Report Diesen Beitrag melden

    Asyl für Trump

    Ich kann mir gut vorstellen was bei dem Treffen passiert ist. Puntin ist ein cleverer Mann. Er hat Trump das Angebot gemacht, dass Trump im Fall einer Absetzung in den USA nach Russland auswandern kann.