«Kein Scherz»

17. Juni 2011 06:17; Akt: 17.06.2011 09:56 Print

«Porno-König» bietet Weiner Job an

Der wegen einer Cybersex-Affäre zurückgetretene US-Abgeordnete Anthony Weiner hat von US-Porno-Verleger Larry Flynt ein eindeutiges Angebot erhalten.

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Am Dienstag nachmittag trat Anthony Weiner mit seiner Frau Huma Abedin vor die Presse. Sie erklärte, sie habe ihm verziehen. Dieses Bild wurde Anthony Weiner 2011 zum Verhängnis: Ende Mai hatte die erklärt, Weiner habe ihr ein Foto geschickt, das seinen erigierten Penis in der Unterhose zeigt. Nachdem der zunächst alles abgestritten und behauptet hatte, er sei Opfer eines Hackers geworden, stellte er sich am 6. Juni 2011 in einer tränenreichen Pressekonferenz der Öffentlichkeit. «Ich habe gelogen... Ich habe schreckliche Fehler gemacht», gab er in New York zu. Bald meldeten sich weitere sechs Twitter-Partnerinnen des Abgeordneten in den Medien. Auch die 40-jährige gab an, mit Weiner in den vergangen Jahren «unangemessene Kommunikation» via Twitter, Facebook und am Telefon geführt zu haben. Am 8. Juni machte ein Bild die Runde, auf dem ein männliches Geschlechtsorgan zu sehen ist. Nach Angaben des handelt es sich um eine Aufnahme Weiners, die dieser an eine Twitter-Partnerin gesendet habe. Am 12. Juni 2011 tauchten neue brisante Bilder vom auf. Darauf zeigt sich der Politiker – knapp mit einem Badetuch bedeckt - in der Garderobe eines Fitnesscenters. Menschen aus Weiners Nachbarschaft (Bild), aber auch mindestens sechs demokratische Mitglieder des Repräsentantenhauses – darunter die einflussreiche Abgeordnete Allyson Schwartz – forderten nach dem Auftauchen der Bilder . Er werde trotz des Skandals seinen tat er es dann doch. Auch an Scheidung denke er nicht, so Weiner weiter. Und er hatte Glück: seine Eskapaden. Auch in der Bevölkerung waren . Weiner ist seit 2010 mit verheiratet. Abedin, gebar im Skandaljahr das erste Kind des jüdisch-muslimischen Paars.

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Verleger Larry Flynt bot Anthony Weiner am Donnerstag eine Anstellung in der Internet-Gruppe seiner Flynt Management Group an. Der Gründer des Magazins «Hustler» stellte dem gefallenen Politiker in einem Brief ein um 20 Prozent höheres Gehalt, als er im Repräsentantenhaus bezogen habe, in Aussicht. Das Angebot sei «kein Scherz».

Weiners Rücktritt sei «das beste Beispiel für grundlosen politischen Druck und die Heuchelei, die in unsere Demokratie in Washington DC eingedrungen ist», schrieb Flynt in dem auf der Promi-Webseite TMZ veröffentlichten Brief gegen den «politischen Kreuzzug».

Virtuelle Kontakte mit Frauen

Weiner hatte am Donnerstag seinen Rücktritt erklärt und sich für die «persönlichen Fehler» und die «peinliche Lage» entschuldigt, in die er seine Wähler und vor allem seine Ehefrau gebracht habe. Der Politiker räumte ein, erotische Online-Kontakte mit mehreren Frauen gepflegt und anzügliche Fotos von sich verschickt zu haben.

Die Affäre war Ende Mai ins Rollen gekommen, als Weiner eine Nahaufnahme seiner eng anliegenden Unterhose mit verdächtiger Ausbeulung «versehentlich» über den Online-Kurznachrichtendienst Twitter ins Internet gestellt hatte.

(sda)