Obamas Vertrauter

22. Februar 2011 20:11; Akt: 22.02.2011 20:27 Print

«Rahmbo» als Favorit in Chicago

Die US-Millionenstadt Chicago wählt einen neuen Bürgermeister. Als haushoher Favorit gilt der ehemalige Stabschef im Weissen Haus, Rahm Emanuel.

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Rahm Emanuel bei der Vorbereitung auf ein Streitgespräch mit seinen Rivalen ums Bürgermeisteramt (17. Februar 2011). (Bild: Reuters)

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Umfragen sagen dem 52-jährigen Vollblutpolitiker Rahm Emanuel, der wegen seiner mitunter hitzigen Art «Rahmbo» genannt wird, im Rennen ums Bürgermeisteramt Chicagos bis zu 49 Prozent der Stimmen voraus. Unklar blieb damit zunächst, ob Emanuel bereits im ersten Wahlgang am Dienstag das Rennen macht oder eine Stichwahl am 5. April notwendig wird. Erste Ergebnisse werden am frühen Mittwochmorgen deutscher Zeit erwartet.

Chicago gilt als «Obama-Stadt»: Hier hat US-Präsident Barack Obama erstmals in die Politik geschnuppert, nach wie vor ist er in der «windy city» beliebt. Das dürfte seinem Vertrauten Emanuel Rückenwind verleihen: Umfragen sehen seine fünf Gegenkandidaten abgeschlagen.

Selbst der stärkste Rivale, der Anwalt Gery Chico, kann demnach bestenfalls mit 19 Prozent rechnen. Amtsinhaber Richard Daley, der die Stadt mehr als zwei Jahrzehnte regiert hatte, trat nicht mehr an.

Afroamerikaner als Zünglein an der Waage

Entscheidend im ersten Wahlgang dürften die Stimmen der schwarzen Bevölkerung von Chicago sein. Experten verweisen in dem Zusammenhang darauf, dass die Kritik unter Afroamerikanern an Obama immer lauter werde. Er habe zu wenig für Minderheiten und die ärmere Bevölkerung getan. «Wenn man sich nicht traut, den König zu kritisieren, dann zielt man auf seinen Berater», sagte der einzige schwarze Kandidat Bobby Rush in der Hoffnung auf eine schlechteres Ergebnis für Emanuel.

Der überaus beliebte Amtsinhaber Daley hatte die Stadt teilweise mit harter Hand geführt. Die Kriminalität sank erheblich. Auch «Rahmbo» Emanuel gilt als Mann der Tat, der keine Konfrontation scheut - dies könnte ihm Sympathien bringen. Obama selbst hielt sich im Wahlkampf auffallend zurück. Allerdings meinte er schon vor Monaten, sein ehemaliger Stabschef würde sicher «einen exzellenten Bürgermeister» abgeben.

(sda)