Terrorismus

29. März 2011 13:31; Akt: 29.03.2011 15:49 Print

«Russlands Bin Laden» offenbar getötet

Er hatte die Moskauer Metro-Anschläge zu verantworten. 40 Menschen starben. Nun haben die Russen Doku Umarow nach intensiver Jagd erwischt.

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Doku Umarov wurde offenbar von russischen Soldaten umgebracht. (Bild: Keystone)

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Russlands gefürchtetster Terrorist Doku Umarow soll tot sein. Die Behörden verkünden dessen Liquidierung ausgerechnet am Jahrestag der Selbstmordanschläge auf die Moskauer Metro. Es ist nicht das erste Mal, dass der Tod des «Emirs vom Kaukasus» verkündet wird.

Umarow soll am Montag bei einem Luftangriff am Vortag im Konfliktgebiet Nordkaukaus zusammen mit 16 weiteren Terroristen getötet worden sein, meldete die Agentur Interfax am Dienstag unter Berufung auf Sicherheitskreise.

Eine offizielle Bestätigung für den Tod von «Russlands Bin Laden», der sich zu dem Doppelattentat in der Metro mit 40 Toten bekannt hatte, gab es nicht. Moskau hatte Umarow allerdings bereits früher für tot erklärt.

Medwedew räumt «Probleme» ein

Kremlchef Dmitri Medwedew bezeichnete den Kampfeinsatz zum Jahrestag der Metro-Anschläge als gerecht. Er erwähnte Umarow aber nicht.

Die getöteten «Banditen», wie die Islamisten offiziell genannt werden, hätten das Attentat vom 29. März 2010 geplant. Medwedew räumte «Probleme» im Nordkaukasus ein. Die Offensive müsse daher weitergehen, forderte er.

Der kremltreue tschetschenische Republikchef Ramsan Kadyrow sprach von einer «guten Nachricht für eine gesunde Entwicklung» der Unruheregion - sollte sich der Tod Umarows bestätigen.

Auch Islamistenführer und Leibwächter aus Umarows direktem Umfeld seien unter den Toten, sagte der Chef der Teilrepublik Inguschetien, Junus-Bek Jewkurow. Noch seien aber nicht alle Leichen identifiziert.

Bei dem Grosseinsatz der Luftwaffe und von Bodenkräften auf ein Terrorlager in Inguschetien waren am Vortag insgesamt 20 Menschen getötet worden, darunter 3 Angehörige der Sicherheitskräfte.

Gedenken an Terror-Opfer

In der Moskauer Metro legten Hunderte Menschen zum Gedenken an die Opfer des Anschlags vor einem Jahr in den beiden Haltestellen, an denen sich die Selbstmordattentäterinnen in die Luft gesprengt hatten, Blumen nieder und zündeten Kerzen an. Die Sicherheitsvorkehrungen in Stationen und Zügen wurden noch einmal verschärft.

Unterdessen nahm der Inlandsgeheimdienst FSB ebenfalls in Inguschetien zwei Männer fest, die beim Selbstmordattentat auf dem internationalen Moskauer Flughafen Domodedowo im Januar dieses Jahres geholfen haben sollen. Zu dem Anschlag mit insgesamt 38 Opfern hatte sich ebenfalls Umarow bekannt.

(sda)