Bush mit Schuhen beworfen

15. Dezember 2008 11:05; Akt: 16.12.2008 12:06 Print

«Schuhwerfer von Bagdad» wird zum Helden

Eine Ikone des (nicht ganz) gewaltlosen Widerstandes ist geboren: Der irakische Journalist, der US-Präsident George W. Bush während seines Abschiedsbesuches in Bagdad mit Schuhen beworfen hat, wird bereits von einigen seiner Landsleuten verehrt. Sie gingen zu Tausenden auf die Strasse. Andere wiederum fanden den Schuh-Wurf nicht so toll.

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«Wir gratulieren ihm zu seinem mutigen Auftreten», erklärte die regierungskritische irakische Nachrichtenagentur INA am Montag. Der sunnitische Rat der Religionsgelehrten sprach von einem «historischen Moment», in dem Bush und der Weltöffentlichkeit gezeigt worden sei, «was die Iraker von der Besatzung halten.»

Montasser al-Saidi, der für den Fernsehsender Al-Bagdadija arbeitet, hatte während einer Pressekonferenz mit Bush und dem irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki am Sonntag in Bagdad seine beiden Schuhe nach dem US-Präsidenten geworfen. Bush hatte den Wurfgeschossen aber geschickt ausweichen können.

Der Vorsitzende der irakischen Organisation für Pressefreiheit, Ziad al-Adschili, verurteilte das «unprofessionelle Auftreten» des Journalisten, der Bush zudem als «Hund» beschimpft hatte.

Tausende Iraker fordern Freilassung des Schuhewerfers

Tausende Iraker haben für die Freilassung des schuhwerfenden Journalisten demonstriert.

Der Geschäftsführer von Al Bagdadija, Abdel Hamid al Sajeh, sagte in Kairo, der Sender habe alle Hebel in Bewegung gesetzt, um Al Seidis Freilassung zu erreichen. Im Bagdader Armenviertel Sadr City gingen tausende Anhänger des radikalen schiitischen Geistlichen Muktada al Sadr auf die Strasse, verbrannten US-Flaggen und forderten Freiheit für Al Seidi. In Nadschaf warfen einige Demonstranten Schuhe auf eine amerikanische Patrouille.

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Video: Reuters

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Video: AP

(SDA/AP)