Trump und Co schäumen

09. Oktober 2018 11:36; Akt: 09.10.2018 15:46 Print

«Unbeschreiblicher Verrat» von Taylor Swift

US-Präsident Donald Trump mag Taylor Swifts Musik jetzt «25 Prozent weniger». Er ist nicht der Einzige, der sich darüber aufregt, dass sich die Sängerin politisch äusserte.

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US-Präsident Donald Trump nimmt Sängerin Taylor Swift die Kritik an seiner republikanischen Partei übel. «Ich mag Taylors Musik jetzt etwa 25 Prozent weniger», sagte Trump. Ausserdem wisse Swift «nichts» über die republikanische Abgeordnete Marsha Blackburn, an der sie Kritik geübt hat.

Die Sängerin hatte sich bisher immer aus der Politik herausgehalten. Doch jetzt kündigte sie ihren 112 Millionen Instagram-Followern an, wie sie in ihrem Heimatstaat Tennessee bei den Kongresswahlen stimmen werde: Im November gebe sie dem demokratischen Senatskandidaten die Stimme und eben nicht der republikanischen Kandidatin Blackburn.

«Sie hat sich an die Linken verkauft»

Swift begründete dies damit, dass Blackburn gegen gleiche Entlohnung für Frauen und gegen ein Bundesgesetz zum Schutz von Frauen vor Gewalt gestimmt hatte. So gern sie eine Frau unterstützt hätte, die Republikanerin vertrete nicht die Werte, an die sie, Swift, glaube. Blackburn sitzt bisher für Trumps Partei im Repräsentantenhaus und will jetzt in den Senat.

Der US-Präsident kritisierte Swifts Engagement, obwohl er sich zuvor stets bewundernd über die Musikerin geäussert und sie auf Twitter in den höchsten Tönen gelobt hatte.

Trump ist nicht der Einzige, der sich an Swifts Ankündigung störte. «Sie hat sich an die Linken verkauft», klagen User auf Reddit. Andere wittern eine Verschwörung der Demokraten und sind sich sicher, Swift habe so kurz vor den Wahlen «sicher nicht selbst entschieden, auf einmal politisch zu werden».

«Zum Social Justice Warrior geworden»

Andere drohen, Swift fortan die Gefolgschaft zu kündigen. «Du hast soeben die Hälfte deiner Fans verloren», schreibt ein User. Andere kommentieren noch rabiater: «Das wird sie noch bereuen!» Ein Jim Williams fasst die Stimmung unter den republikanischen Swift-Fans folgendermassen zusammen: «Das ist ein unbeschreiblicher Verrat. Taylor Swift, du kannst jeden Kandidaten wählen, den du willst. Aber dass du deine Wahl öffentlich begründest, während deine Fans aus beiden Lagern dich vergöttern, ist abstossend. Du hast etwas Schreckliches getan und bist zum falschen Zeitpunkt zum Social Justice Warrior geworden. #Enttäuscht.»

«Social Justice Warrior» (SJW) wird in den USA vor allem vom rechtskonservativen Lager als abwertende Bezeichnung verwendet. Der Begriff richtet sich gegen Vertreter progressiver Gesellschaftsanliegen, gegen Personen, die sich etwa für Feminismus, Bürgerrechte und Mulitkulturalität engagieren.



(gux/afp)