US-Wahlkampf

03. August 2016 00:11; Akt: 03.08.2016 07:26 Print

«Ungeeignet» – Obama greift Trump frontal an

US-Präsident Barack Obama hat erneut direkt in den Wahlkampf eingegriffen und an Führungspolitiker der Republikaner appelliert, ihre Unterstützung für Donald Trump aufzugeben.

«Dies ist niemand, den ich als Präsidenten der Vereinigten Staaten unterstützen kann»: Präsident Barack Obama im Weissen Haus anlässlich des Staatsbesuchs des Ministerpräsidenten von Singapur, Lee Hsien Loong. (2. August 2016)
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Für den aktuellen US-Präsidenten Barack Obama ist US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump «ungeeignet» für das höchste Staatsamt. Er leiste sich mehr als nur den «gelegentlichen Ausrutscher», sagte Obama am Dienstag in Washington.

Führungsfiguren seiner eigenen Partei distanzierten sich «täglich und wöchentlich» von Trumps einzelnen Äusserungen. Es müsse doch bei ihnen einmal ein Punkt erreicht sein, an dem sie sagten: «Dies ist niemand, den ich als Präsidenten der Vereinigten Staaten unterstützen kann, selbst wenn er vorgibt, ein Mitglied meiner Partei zu sein», betonte Obama während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Ministerpräsidenten von Singapur, Lee Hsien Loong.

«Beklagenswert unvorbereitet»

Der rechtspopulistische Immobilienmogul hatte zuletzt durch seine Kritik an den muslimischen Eltern eines im Irak getöteten US-Soldaten für Empörung gesorgt. Mehrere führende Vertreter seiner eigenen Partei distanzierten sich daraufhin von seinen Äusserungen, darunter der Sprecher des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, und der Senator John McCain. Von ihrer grundsätzlichen Unterstützung für Trump als Präsidentschaftskandidat sind diese Politiker jedoch nicht abgerückt.

Obama bezeichnete den Immobilienmagnaten als «beklagenswert unvorbereitet» für das Präsidentenamt. Dies stelle Trump «immer wieder unter Beweis».

Obama verglich Trump mit den früheren republikanischen Präsidentschaftskandidaten McCain und Mitt Romney, mit denen er sich in den vergangenen beiden Präsidentschaftswahlkämpfen duelliert hatte. Obama sagte, diese beiden in den Jahren 2008 und 2012 von ihm besiegten Rivalen hätten sich zwar bei bestimmten politischen Themen geirrt, «aber ich dachte nie, dass sie nicht imstande wären, den Job zu machen».

Republikanischer Parlamentarier für Clinton

Als erstes republikanisches Mitglied des US-Kongresses kündigte am Dienstag Richard Hanna an, bei der Präsidentschaftswahl nicht für Trump, sondern für die demokratische Kandidatin Hillary Clinton zu stimmen.

«Unsere Antwort auf die Wut der Öffentlichkeit und die Notwendigkeit, wieder aufzubauen, erfordert komplexe Lösungen, Erfahrung, Wissen und Ausgeglichenheit. Nicht Autoaufkleber-Sprüche, die unsere Enttäuschung, Angst und unseren Hass schüren», teilte der Abgeordnete der Nachrichtenwebsite Syracuse.com mit.

Hanna hatte demnach seit Monaten über diesen Schritt nachgedacht. Den Ausschlag gab nach seiner Aussage aber schliesslich Trumps Kritik an den Eltern des getöteten US-Soldaten.

(bee/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Elmar M am 03.08.2016 00:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Obama wiederwählen

    Ich bin der Meinung - auch wenn es gar nicht geht - dass Obama einfach weitermachen sollte. Die beiden NachfolgekandidatINen sind nicht fähig kompetent dieses Amt auszuüben

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  • nöö am 03.08.2016 07:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der böse OB

    Wie ging es den Amerikanern bevor der kleine Cowboy Busch die Welt ins Chaos bombardierte? Hat jemand erwartet das Obama diese Suppe in acht Jahren auslöffeln kann?

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  • AWE am 03.08.2016 03:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Obama top, Trump flop

    Obama ist der beste amerikanische Präsident seit langer Zeit. Ich lebe in den USA und verfolge die US Politik aus nächster Nähe. Obama ist authentisch, transparent, vernünftig, und vor allem steht das amerikanische Volk bei ihm an erster Stelle. Punkt. Der Tag, an welchem Obama aus dem weißen Haus geht, wird ein trauriger Tag für die USA und die Welt. Kann man nur hoffen, dass die ultimative Katastrophe mit Trump als Präsident nicht eintrifft. Wenn doch, dann gute Nacht liebe Welt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Strolchi am 03.08.2016 09:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bärendienst für Hilary

    Ich habe das Gefühl, dass Obama mit seinen Äußerungen Trump einen Dienst erweist. Einige werden nun doch Trump wählen, da er von Obama, der für Republikaner ein rotes Tuch ist, beleidigt wurde! Tja, so einfach ticken viele Amerikaner: es muss nur der politische Gegner etwas sagen und schwups, wird doch der ungeliebte eigene Kandidat gewählt! Obama, das war ein Bärendienst für Hilary!!

  • Marc am 03.08.2016 08:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Obama for President

    über die Fähigkeiten von Obama kann man diskutieren, jedoch ein Präsident mit si viel Menschlichkeit und Vernunft hatte die USA lange nicht mehr. ob Trumpf oder Clinton, für mich sind beide nicht tragbar. Clinton wäre jedoch das kleinere Übel.

    • Volki am 03.08.2016 10:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marc

      Wenn Clinton gewählt wird, dann nur weil es die erste Frau in diesem Amt wäre. Genau so, wie es nie mehr einen Schwarzen mehr geben wird, wird es nach Clinton nie mehr eine Frau geben.... Amerika UND die Welt braucht jetzt einen Hardliner, auch wenn er halt quasselt wie er denkt! Diplomatie und Weicheierpolitik brachte diese jetzigen Zeiten hervor...

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  • nöö am 03.08.2016 07:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der böse OB

    Wie ging es den Amerikanern bevor der kleine Cowboy Busch die Welt ins Chaos bombardierte? Hat jemand erwartet das Obama diese Suppe in acht Jahren auslöffeln kann?

    • Walker am 03.08.2016 07:48 Report Diesen Beitrag melden

      Noch mehr tote als Busch

      Hat er denn irgendwas verbessert? Nein, gar nichts. Er hat, im Gegensatz, noch mehr Leute auf dem Gewissen als Busch. Das ist statistisch erwiesen.

    • Igel am 03.08.2016 08:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @nöö

      Sie sagen es richtig Obama hat zu wenig Zeit und die Republikaner wollen nur die Faust. So kann es keinen Frieden geben.

    • Mike am 03.08.2016 08:23 Report Diesen Beitrag melden

      Statistisch lässt sich alles beweisen

      faktisch aber musste Obama wirklich viel von Bush's Suppe auslöffeln. Und die anderen Interventionen, die er machte, waren zwingend, die hat er nicht gesucht.

    • John am 03.08.2016 09:05 Report Diesen Beitrag melden

      Wikileaks

      Zum glück gibt es Wikileaks. Sonst würde Ich genau wie Ihr hinter Obama stehen. Was wollt Ihr von einem Land das nur Zwei Parteien zur Auswahl habt. Eure Lieben Demokraten habe gezeigt, was sie von der Demokratie halten. Oder habt Ihr nichts von den gehackten Emails mit bekommen?

    • Day Walker am 03.08.2016 09:07 Report Diesen Beitrag melden

      Guter Witz

      @Walker - Mehr Menschen auf dem Gewissen als Busch?? Der beste Witz aller Zeiten. Sie haben wohl die 2,5 Millionen Opfer aus dem Irak und Afghanistan Krieg vergessen. Und nein verbessert hat sich nichts. Liegt wohl eher daran, das die "Demokratie" eine Farce ist.

    • Old Jack am 03.08.2016 09:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @nöö

      die hillary clinton ist nur eine marrionette. im hintergrund ist ihr bill.. denkt mal nach. bush/clinton clan....

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  • Mike Meier am 03.08.2016 07:38 Report Diesen Beitrag melden

    Was soll das?

    Man mag über Trump denken was man will, aber dass sich Obama als Präsident in den Wahlkampf derart einmischt, ist bedenklich.

    • ?.? am 03.08.2016 10:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mike Meier

      Obama kann sich einmischen wie er will, schliesslich wird er in ein paar Monate ein "normaler" Bürger mit einem grossen Haus und ein Sicherheitsbeamter an seiner Seite.

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  • Tim am 03.08.2016 07:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Untragbar

    Clinton ist ganz klar das weniger grosse Übel. Trump würde innert weniger Wochen alle aussenpolitischen Bemühungen der letzten Jahrzehnte in Grund und Boden stampfen. Sicher hat sogar Trump gute Ansätze aber das reicht nicht. Man muss die Augen öffnen. Trump ist nicht nur für die USA eine Gefahr sondern für die ganze Welt. Viele Länder sind instabil, Terror herrscht. In solchen Zeiten ist ein Trump untragbar.