Amoklauf in Kalifornien

02. April 2012 21:27; Akt: 03.04.2012 17:15 Print

«Verrückter» tötet sieben Menschen an Uni

Ein bewaffneter Mann hat an einer privaten christlichen Uni in Oakland sieben Menschen erschossen. Mindestens drei verletzte er. Der Täter, ein ehemaliger Student, wurde verhaftet.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Ein ehemaliger Student hat an einer christlichen Universität in Oakland im US-Staat Kalifornien ein Blutbad angerichtet: Er erschoss sieben Menschen. Drei weitere wurden am Montag verletzt. Der 43-jährige Südkoreaner stellte sich anschliessend der Polizei.

Polizeichef Howard Jordan nannte die Bluttat ein «schockierendes und sinnloses Verbrechen». Das Motiv des Verdächtigen sei noch unklar, er sei jedoch nach ersten Erkenntnissen «verärgert über die Verwaltung der Schule» gewesen und habe sich von Studenten «schlecht behandelt» gefühlt.

Der Student sei bis zu diesem Montag monatelang nicht im Unterricht aufgetaucht. Es werde aber noch Tage dauern, bis alle Einzelheiten auf dem Tisch lägen, sagte Jordan.

Nach Angaben des «San Francisco Chronicle» sass der 43-Jährige in einem Kurs in der Universität, als er plötzlich aufstand und aus nächster Nähe einen Menschen erschoss. Danach habe er wild um sich gefeuert, berichtete die Zeitung unter Berufung auf eine Augenzeugin. Zu dem Zeitpunkt hielten sich rund 35 Menschen im College auf.

«Stellt euch in eine Reihe»

Andere Zeugen berichteten, der Amokschütze habe den Eingangsbereich der Oikos-Universität betreten und um sich geschossen. Dann sei er in eines von zwei Klassenzimmern eingedrungen, in denen gerade Unterricht stattfand. «Stellt euch in eine Reihe, ich werde euch alle töten», habe der Todesschütze gerufen, erzählte Paul Singh, der Bruder einer Überlebenden des Massakers.

Im zweiten Raum, in dem Unterricht gehalten wurde, verriegelten die Studenten nach den ersten Schüssen geistesgegenwärtig die Tür, wie der Bruder einer weiteren Studentin berichtete. Der Täter habe gegen die Tür geschlagen und mehrfach auf die Tür geschossen, bevor er kehrtgemacht habe.

Pastor Jong Kim, der die Hochschule vor rund zehn Jahren gegründet hatte, sagte der «Oakland Tribune», er habe etwa 30 Schüsse gehört. «Ich bin in meinen Büro geblieben», sagte er. Ob der mutmassliche Schütze der Universität verwiesen worden oder ob er aus freien Stücken gegangen sei, wisse er nicht.

Koreanische Gemeinschaft

Die private Oikos-Universität richtet sich an die koreanische Gemeinschaft und bietet Kurse in Krankenpflege, Musik und christlicher Lehre an. Nach Angaben eines Sprechers hat die Hochschule weniger als 100 Studenten, der Campus besteht aus nur einem Gebäude.

Von den sieben Todesopfern erlagen fünf noch am Tatort ihren Verletzungen. Zwei weitere starben im Krankenhaus. Laut Polizeichef Jordan handelt es sich bei den Opfern um sechs Frauen und einen Mann im Alter zwischen 21 und 40 Jahren.

Der mutmassliche Schütze wurde rund eine Stunde nach der Schiesserei in einem Supermarkt festgenommen. Ein Sicherheitsmann habe den Mann angesprochen, weil er sich verdächtig verhalten habe, berichtete der Sender KGO-TV. Der Mann habe dem Wächter dann gesagt, dass er mit der Polizei sprechen müsse, weil er Menschen erschossen habe.

Psychologische Hilfe für Traumatisierte

Nach der Bluttat stand die kalifornische Stadt Oakland unter Schock. «Wir versuchen zu verstehen, was den Täter dazu trieb, sieben Menschen das Leben zu nehmen und drei weitere zu verletzen», sagte der Vorsitzende des Stadtrats von Oakland, Larry Reid, dem Sender CNN kurz nach dem Amoklauf.

Die Bürgermeisterin der Nachbarstadt von San Francisco, Jean Quan, sprach von einer «furchtbaren Tragödie». Sie will der traumatisierten koreanischen Gemeinde in ihrem Ort Trauma- Psychologen zur Seite stellen.


(Video: Reuters)


(Video: AP)

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter R am 03.04.2012 03:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Interessant

    Wenn der Täter in jugendlichem Alter gewesen wäre, hätten wir in diesem Artikel bestimmt noch was über Videospiele gelesen...

    einklappen einklappen
  • Hakan Bogalan am 03.04.2012 10:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Waffenschein zum Gebutstag

    Für ein Land, die mehr als 300mil. Waffen besitzt sind solche Schlagzeilen ganz normal! Sie sollen mal zuerst dagegen was unternehmen, bevor unschuldige strerben müssen.

    einklappen einklappen
  • Ein Gamer am 03.04.2012 11:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es reicht

    Ob ironisch oder nicht - könnt Ihr jetzt BITTE mal aufhören, jedesmal die Games hineinzuziehen? Ihr seid ja selbst schuld, dass sie immer wieder in Verbindung mit Gewalttaten gebracht werden! Niemand hat bislang davon gesprochen oder die Games angeklagt, also lasst es eifach! Meine Güte...

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • B. P. am 03.04.2012 13:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mörder

    Was ist nur mit diesen Menschen los? Mann sollte solche Leute für IMMER einsperren. Schlimm genug dass Menschen bei Unfällen und wegen Krankheiten sterben. Aber dass einer sich so etwas erlaubt, anderen Menschen das Leben zu nehmen ist das schlimmste was es gibt. Wie kommen diese Leute nur in Versuchung so etwas schreckliches nur zu denken?! Es tut mir sehr leid für die getöteten und deren Familien.

  • Ein Gamer am 03.04.2012 11:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es reicht

    Ob ironisch oder nicht - könnt Ihr jetzt BITTE mal aufhören, jedesmal die Games hineinzuziehen? Ihr seid ja selbst schuld, dass sie immer wieder in Verbindung mit Gewalttaten gebracht werden! Niemand hat bislang davon gesprochen oder die Games angeklagt, also lasst es eifach! Meine Güte...

    • empty()set am 03.04.2012 13:59 Report Diesen Beitrag melden

      Jäh...

      Es handelt sich um einen Widerspruchbeweis. Wenn ein Junger Amok läuft, dann wird häufig mahnend mit dem Finger auf die Games oder die Musik (Marylin Manson lässt grüssen) gezeigt, obwohl das kaum einen Einfluss hat - wie sich an diesem Fall wohl belegen lässt (oder auch an x anderen Fällen).

    einklappen einklappen
  • Hakan Bogalan am 03.04.2012 10:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Waffenschein zum Gebutstag

    Für ein Land, die mehr als 300mil. Waffen besitzt sind solche Schlagzeilen ganz normal! Sie sollen mal zuerst dagegen was unternehmen, bevor unschuldige strerben müssen.

    • Mark Strahl am 03.04.2012 13:54 Report Diesen Beitrag melden

      Uhhh ähhh

      Also ich sage es mal so... die Schweiz hat eine höhere Waffendichte und Waffenscheine... sind dafür kaum nötig. Schärfere Waffengesetze lösen diese Probleme aber schlicht nicht.

    • empty()set am 03.04.2012 13:58 Report Diesen Beitrag melden

      Anmerkung

      Soviel ich weiss gibt es in der Schweiz mehr Waffen pro Kopf als in den USA...

    einklappen einklappen
  • Topan S. am 03.04.2012 08:49 Report Diesen Beitrag melden

    Killerspiele

    [ironie ein]Spätestens jetzt gehören diese bösen, bösen Killerspiele ein für alle mal verboten! Damit würden tausende Leben gerettet! [ironie aus]

    • David am 03.04.2012 09:13 Report Diesen Beitrag melden

      Pietät

      Ganz schlechter Zeitpunkt für Ironie.

    • nico halter am 03.04.2012 09:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      genau

      ah ja klar diese bösen bösen spiele.. ohni sie gäbe es nur frieden aufder welt und alles were in ordnung! jaja wers glaubt!

    • sandro gasser am 03.04.2012 09:30 Report Diesen Beitrag melden

      zum glück ironie

      wollte schon fast übereifrig einen hässigen kommentar schreiben, weil ich die [ironie] ganz einfach überlesen habe....

    • H. Meier am 03.04.2012 09:46 Report Diesen Beitrag melden

      Meine Meinung

      Ich wollte gerade, so in etwa, dasselbe schreiben :)

    • empty()set am 03.04.2012 11:19 Report Diesen Beitrag melden

      @David

      Nicht ganz. Die Bibel hat mehr Menschen auf dem Gewissen als jedes "Killerspiel". Sollte man deshalb nicht darüber diskutieren, eine Altersgrenze einzuführen? Denn für Kinder ist die Bibel genauso wie Ballerspiele nicht geeignet!

    einklappen einklappen
  • Robert Mooser am 03.04.2012 08:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lernprozess?

    Vielleicht lernt USA nun endlich wie viel Macht bei wenig Menschlichkeit sie ihren Bürgern zu Verfügung stellt. Eine gefährliche Diskrepanz mit deutlichen Folgen!

    • G. Müller am 03.04.2012 09:36 Report Diesen Beitrag melden

      Na also

      Na also, schon beim 2ten Kommentar fängt das USA Bashing an. Wann lernt ihr endlich mal, die USA ist ein Kontinent und nicht ein kleines Land. Also schauen wir doch mal was so in Europa passiert? Breivik vergessen? Also bitte erst denken bevor man wieder das allgemein beliebte USA Bashing betreibt.

    • Stefan am 03.04.2012 09:53 Report Diesen Beitrag melden

      Hallo?

      Wäre die Schweiz so gross wie die USA würden wir auch regelmässig solche Schlagzeilen aus CH lesen. Also hört doch endlich auf mit dieser USA Hetze.

    • olee am 03.04.2012 11:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      naja

      würde ich so jetzt nicht sagen, da haben die usa schon die "besseren" grundlagen... Nur schon das doch sehr lockere Waffengesetzt!

    • Marco B am 03.04.2012 12:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Stimmt nicht

      Dem stimme ich nicht zu. Die grösse spielt keine Rolle. Wenn ein Staat aber den Gebrauch von Waffen, der Todesstrafe etc gutheisst und das Volk in Armut ersticken lässt, während die 2 Parteien sich gegenseitig blockieren, dann habe ich Verständnis, wieso so etwas passieren kann..

    • Kritiker am 03.04.2012 12:30 Report Diesen Beitrag melden

      @ Stefan: Falsch

      Lies mal die Mordrate auf Wikipedia nach und vergleiche sie mit unserer. Aber nicht erschrecken. Wenn die Grundhaltung die ist dass alle gegen alle kämpfen anstatt einander zu helfen und die Schwächsten zu unterstützen dann hat das halt seine Folgen.

    einklappen einklappen