Opfer von Bangkok

18. August 2015 13:20; Akt: 19.08.2015 08:32 Print

«Vivian war immer so fröhlich»

Beim Attentat in Bangkok starben mindestens 22 Menschen. Eines der Opfer ist eine junge Chinesin. Kurz vor ihrem Tod veröffentlicht sie einen Blogeintrag.

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Vivian Chans (19) letzter Post handelt von Krabben-Sashimi. Begeistert schreibt sie in ihrem Food-Blog auf Instagram über die Beilagen und die geheime süss-saure Sauce im Bangkoker Restaurant Chung Tong. Der Ort sei «definitiv ein Must» für Touristen und «eines der besten Fischrestaurants der Stadt». Über 11'000 Follower sehen den Beitrag der jungen Chinesin, die in Grossbritannien Recht studiert.

Wenig später macht sich Chan auf den Weg zum Erawan-Schrein. Wie viele asiatische Thailand-Touristen will sie die Gebetsstätte für den hinduistischen Gott Brahma besichtigen, um sich von ihm Geld, Liebe oder beruflichen Erfolg zu erbitten. Möglicherweise nimmt sie Krathongs mit – kleine Behälter aus Bananenblättern, die die Gläubigen traditionell opfern, wenn sie beim Erawan-Schrein eine Bitte stellen.

Ihr letzter Ausflug

Wie es von den Hindu-Gelehrten empfohlen wird, kommt sie zwischen 19 und 20 Uhr am Schrein an – dem Zeitpunkt, an dem am meisten Touristen den Schrein besichtigen. Für Chan wird der Besuch zu ihrem letzten Ausflug. Ein schwerer Bombenanschlag tötet sie und 19 andere Menschen.

«Vivian war eine freundliche und zufriedene Person», sagt Michelle Lou, die gemeinsam mit Chan zur Schule ging, zur «South China Morning Post». «Sie liebte es, zu reisen und möglichst viele gute Restaurants zu besuchen.» Chang zu verlieren sei ein riesiger Schock.

«Wieso ist das Leben so zerbrechlich?»

«Du warst meine Partnerin und meine Schwester – wieso ist das Leben so zerbrechlich», schreibt ein User auf der Seite «R.I.P. Vivian Chan Pray for Bangkok», die nach dem Tod der Studentin eingerichtet wurde. Dass er die Verstorbene als Schwester bezeichnet, muss nicht bedeuten, dass er mit ihr verwandt ist. Er kann damit auch seine Verbundenheit mit Chan ausdrücken. Eine andere Userin schreibt: «Du warst immer so fröhlich. Wir werden dich vermissen.» Auf Chans letztem eigenen Facebook-Post strahlt die junge Frau das Meer an.

Beim Anschlag auf den Erawan-Schrein in Bangkok starben am Montag mindestens 22 Menschen, 123 wurden verletzt. Die meisten Opfer sind Touristen aus Asien. Laut dem britischen Aussenministerium ist auch ein Brite ums Leben gekommen. Opfer mit deutsch klingenden Namen sind bislang nicht bekannt.

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(nsa)