Philippinischer Präsident Duterte

05. Oktober 2018 15:08; Akt: 05.10.2018 18:14 Print

«Wenn es Krebs ist, dann ist es Krebs»

Der philippinische Präsident Duterte hat nach einem Untersuchungstermin im Spital öffentlich Sorgen über seine Gesundheit geäussert.

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Nach einer Magen- und Darmspiegelung vor drei Wochen habe er einen weiteren Krankenhaustermin gehabt, sagte Präsident Rodrigo Duterte bei einer Veranstaltung in Manila.

Die Testergebnisse seien noch nicht eindeutig. Aber es könnte sich möglicherweise um Krebs handeln. «Aber das würde ich Ihnen sagen. Wenn es Krebs ist, dann ist es Krebs», sagte der Präsident.

«Werde Qual nicht verlängern»

Sollte sich eine mögliche Krebserkrankung im fortgeschrittenen Stadium befinden, dann werde er keine weitere Behandlung in Anspruch nehmen. «Ich werde meine Qual in diesem Amt oder anderswo nicht verlängern», sagte Duterte. Der Präsident hatte am Mittwoch wegen seines Krankenhaustermins eine Kabinettssitzung abgesagt.

Nicht nur gesundheitlich läuft es für den philippinischen Präsidenten derzeit nicht rund: Im September hatte Duterte erstmals zugegeben, dass unter seiner Führung Menschen bei Polizeieinsätzen ermordet worden waren. Diese seien im Rahmen des «Kriegs gegen Drogen» der Regierung ohne Gerichtsverfahren getötet worden. Diese «aussergerichtlichen Tötungen» seien seine einzige Sünde, sagte Duterte.

Dutertes Schuldbekenntnis könnte sich auf die laufenden Untersuchungen des Internationalen Strafgerichtshofs auswirken. Im März bestätigte das Gericht, dass Ermittlungen gegen Duterte eingeleitet wurden. Ihm wird vorgeworfen, an Verbrechen gegen die Menschlichkeit in seiner Zeit als Bürgermeister von Davao und als Präsident beteiligt gewesen zu sein. Daraufhin hatte Duterte den Rückzug der Philippinen aus dem Internationalen Strafgerichtshof verkündet.

Im August wurden laut einer Statistik der philippinischen Anti-Drogen-Behörde und der Polizei 444 Menschen von Sicherheitskräften getötet. Damit erhöht sich die offizielle Opferzahl der seit mehr als zwei Jahren laufenden Kampagne auf 4854. Menschenrechtler gehen dagegen von mindestens 12'000 toten – tatsächlichen und vermeintlichen – Drogenkriminellen aus.

Während der 73-jährige Duterte wegen des brutalen Vorgehens international in der Kritik steht, geniesst er auf den Philippinen weiterhin grossen Rückhalt.

(gux/sda)