Dürre in Kalifornien

31. Januar 2014 21:45; Akt: 31.01.2014 21:45 Print

«Wir brauchen Regen - dringend»

Die Menschen in Kalifornien erleben zurzeit massiven Wassermangel. Ganze Seen und Weiden trocknen aus. Für die Bauern zeichnet sich eine Katastrophe ab.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Kalifornier müssen Wasser sparen - und zwar überall. Weil es seit Wochen nicht geregnet hat, forderte der kalifornische Gouverneur Jerry Brown die Menschen nun auf, «die WC-Spülung nicht mehr als nötig zu betätigen». Ebenfalls soll während des Zähneputzens der Wasserhahn unbedingt abgestellt werden. Auch ist es verboten, die Swimming-Pools zu füllen. «Wenn es in den nächsten Tagen nicht regnet, müssen wir die Schraube beim Wasserverbrauch der Bevölkerung weiter anziehen», sagte Brown an einer Medienkonferenz. Der Gouverneur bezeichnete die aktuelle Situation als «die schlimmste Trockenheit seit Jahrzehnten.»

Gemäss Meteorologen ist im Oktober und Dezember so wenig Regen gefallen wie seit dem Jahr 1895 nicht mehr. So sind viele Seen zum Teil fast ausgetrocknet. Auch in den schneebedeckten Bergen in Sierra, wo Kalifornien ein Drittel seines Wasser bezieht, liegt 88 Prozent weniger Schnee, als sonst durchschnittlich im Januar zu finden ist.

Bauern müssen Wasser teuer einkaufen

Von der Dürre besonders betroffen sind die Bauern. 45 Milliarden Dollar setzt die Landwirtschaft in Kalifornien um. Nun kommt es zu massiven Einbussen. Manche Bauern müssen ihr Wasser bei privaten Firmen teuer einkaufen. Andere können ihre Kühe nicht mehr auf die Weide lassen und müssen sie mit Heu füttern. «Wir brauchen Regen - dringend», sagt zum Beispiel Stayton Weldon, ein 75-jähriger Bauer aus Kalifornien. Bis jetzt habe er wegen der Dürre 22 Rinder verloren. Weldon rechnet damit, dass er seine Herde wegen der Dürre massiv verkleinern und viele seiner Tiere vorzeitig schlachten muss. «Anders können sie die Herde nicht mehr versorgen», sagt Weldon.

Die Krise der Bauern könnte auch eine der Konsumenten werden. Experten rechnen damit, dass die Produkte teurer werden könnten. Schliesslich produziert der «Goldene Staat» fast die Hälfte des Obstes in den USA.

Wenigstens am Ende der Woche könnte es gemäss Meteorologen zu einem Wetterumschwung kommen. Ein Ausläufer eines Tiefs über dem Golf von Alaska könnte den lang ersehnten Regen bringen.

(bat)