Attentat in Frankfurt

08. März 2011 22:32; Akt: 08.03.2011 22:37 Print

«Wir haben nichts bemerkt»

Wenige Tage nach dem tödlichen Anschlag auf amerikanische Soldaten am Flughafen Frankfurt zeigt sich der Bruder des mutmasslichen Attentäters ratlos und schockiert.

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Der Kosovare tötete zwei US-Soldaten beim Frankfurter Flughafen. (Bild: Keystone)

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«Ich weiss nicht, was ich dazu sagen soll. Es ist für niemanden leicht. Weder für uns, noch für die Familien der Opfer», sagte er in einem ZDF-Interview, das am Dienstag auf der Internetseite «heute.de» veröffentlicht wurde. «Wir müssen versuchen, irgendwie damit klar zu kommen. Es tut uns leid, was alles passiert ist», sagte er: «Wir haben nichts bemerkt.»

Bei dem Unglück hatte am vergangenen Mittwoch ein 21-jähriger Kosovare mit Wohnsitz in Frankfurt am Flughafen der Stadt zwei US-Soldaten getötet und zwei weitere verletzt. «Uns tut leid, was mit den Soldaten passiert ist und ihren Familien. Das ist für niemanden leicht», erklärte der Bruder im Interview. «Ich habe das nicht geglaubt. Ich glaube das immer noch nicht. Ich kann das nicht realisieren.»

Eine Erklärung hat der Bruder nicht. «Das war ein netter Junge. Noch ein Junge, sozusagen ein Kind noch. Immer höflich. Der war nicht verschlossen, der war hilfsbereit, nett, hatte nicht gegen andere Leute, der war nicht gewalttätig», sagte er dem ZDF. Vielleicht habe sein Bruder Angst gehabt, vielleicht sei er verspielt gewesen. «Ich kann es nicht erklären.»

«Konflikte haben ihn nicht interessiert»

Sein Bruder habe sich nicht für Politik interessiert, sagte der Ältere im Interview. «Politik, Konflikte haben ihn nicht interessiert auf der Welt.» Er wisse nicht, ob sein Bruder von jemandem beeinflusst worden sei. Vielleicht habe er Angstzustände oder ein Trauma gehabt. Wenn man Bilder vom Krieg sehe, «ist man nicht mehr klar ... Das ist keine Entschuldigung dafür, was passiert ist. Das ist schrecklich, was da passiert ist.» Er fügte hinzu: «Er war ein junger Mann und hat etwas falsches gesehen, was ihn vielleicht beeinträchtigt hat, was ihn verwirrt gemacht hat.»

Zum möglichen Tatmotiv hatte Bundesanwalt Rainer Griesbaum am Freitag mitgeteilt, der 21-Jährige habe Vergeltung für die Beteiligung von US-Soldaten am Militäreinsatz der NATO in Afghanistan üben wollen.

(ap)