G7-Gipfel

10. Juni 2018 01:03; Akt: 10.06.2018 09:39 Print

Trump sorgt nachträglich für Eklat

Der Gipfel in Kanada ist längst zu Ende, ein gemeinsamer Konsens mühsam errungen, da macht Donald Trump per wütender Twitternachricht einen Rückzieher.

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Hier scheint alles noch in bester Ordnung: Der kanadische Premierminister ist zufrieden – trotz Differenzen. Justin Trudeau gibt vor den Medien die Abschlusserklärung des G7-Gipfels ab. (9. Juni 2018) Die Verhandlungen waren hart, auch der Körpersprache nach zu urteilen: Doch zunächst war Donald Trump mit einem dicken Lob für einen «enorm erfolgreichen» Gipfel aus Kanada abgereist. Nur wenige Stunden später sah er die Sache dann jedoch völlig anders. Verärgert über eine Aussage von Kanadas Premier Justin Trudeau, machte er noch vom Flugzeug aus einen Rückzieher und kündigte der gemeinsamen Verabschiedung der G7-Staaten die Unterstützung auf. Dann meldete er sich schliesslich zu Wort: Wladimir Putin wirft den G7-Staaten «Gelaber» vor und übt scharfe Kritik an der Staatengruppe. Russlands Präsident schlägt als Alternative ein baldiges bilaterales Treffen mit US-Präsident Donald Trump vor. Zwar wurde der Gipfel vom Streit um die Strafzölle belastet. Dennoch sprach der US-Präsident zunächst von einem «enorm erfolgreichen» Gipfel und lobte die «extrem produktiven Diskussionen». Donald Trump und Kanadas Premier Justin Trudeau lächeln fürs Gruppenfoto. (8. Juni 2018) Angela Merkel und Donald Trump sprechen miteinander. Links der EU-Ratspräsident Donald Tusk, hinter Trump die britische Premierministerin Theresa May. An den Treffen nimmt auch die EU-Spitzen teil. Gruppenfoto von La Malbaie (von links nach rechts): EU-Ratspräsident Donald Tusk, die Britische Premierministerin Theresa May, die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, US-Präsident Donald Trump, der kanadische Premier Justin Trudeau, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der japanische Premire Shinzo Abe, der italienische Premierminister Giuseppe Conte und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Die Handschläge zwischen US-Präsident Donald Trump und Frankeichs Präsident Emmanuel Macron machten erneut Schlagzeilen. Das Bild zeigt den weissen Abdruck von Macrons Daumen auf Trumps geröteter Hand. Donald Trump nimmt Süssgras als Willkommensgeschenk entgegen. EU-Ratspräsident Donald Tusk erklärte kurz vor Beginn des Gipfeltreffens im kanadischen La Malbaie, das Verhalten des US-Präsidenten bereite ihm «grosse Sorge». (8. Juni 2018) Donald Trump vor den Medien in Quebec. (8. Juni 2018) Er war als letzter der G7-Vertreter angereist.

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Mit einem dicken Lob für einen «enorm erfolgreichen» Gipfel ist Donald Trump aus Kanada abgereist. Doch nur wenige Stunden später sieht er die Sache völlig anders. Von der Air Force One aus erklärt der US-Präsident via Twitter wegen der andauernden Handelskonflikte seine nachträgliche Abkehr von der einvernehmlich verabschiedeten G7-Erklärung – es ist ein beispielloser Affront, mit dem Trump den Gipfel zum Totaldebakel werden lässt.


Er habe die US-Vertreter angewiesen, «das Kommuniqué nicht zu unterstützen», twittert Trump, der sich auf dem Weg zu seinem historischen Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un in Singapur befindet. Es ist eine brüske Kehrtwende in typisch Trump'scher Manier – das Kommuniqué, das eine Kampfansage an den Protektionismus enthält, ist kurz zuvor im Einvernehmen mit der US-Delegation verabschiedet worden.

Kanada «unehrlich und schwach»

Doch Trump ist nun erzürnt über Gastgeber Justin Trudeau – weil der Premier im Streit um die US-Strafzölle auf Stahl und Aluminium partout nicht einknicken will. Auf seiner Pressekonferenz zum Gipfelende hat Trudeau soeben seine Absicht bekräftigt, zum 1. Juli mit Vergeltungszöllen auf US-Produkte zu antworten. Dies löst einen Wutausbruch an Bord der Präsidentenmaschine aus.

Beim Gipfel habe sich Trudeau «zahm und mild» verhalten, um sich dann hinterher über die USA zu beschweren, tobt Trump. Dies sei «sehr unehrlich und schwach». Zusammen mit dem Rückzug vom Kommuniqué droht er abermals mit Strafzöllen auf Autos – eine Drohung, welche die Deutschen besonders beunruhigt.

Differenzen über Sonderzölle

Trudeau hatte am Samstag in seiner Abschluss-Pressekonferenz gesagt, die Strafzölle, die Trump mit der Wahrung der amerikanischen Sicherheitsinteressen begründet, seien «etwas beleidigend». Kanada werde seinerseits die USA mit höheren Zöllen belegen. «Das machen wir nicht gerne, aber wir werden es absolut machen, denn wir Kanadier sind freundlich und vernünftig, aber wir lassen uns nicht herumschubsen.»

Kurz zuvor hatten die USA und die sechs anderen G7-Staaten sich trotz tiefgreifender Differenzen auf eine gemeinsame Abschlusserklärung geeinigt. Grundlegende Streitpunkte zwischen Trump und den anderen Staats- und Regierungschefs wie zum Beispiel bei Handel und Klimaschutz konnten allerdings nicht ausgeräumt werden.

Die massiven Differenzen über Sonderzölle der USA auf Stahl- und Aluminiumimporte aus Deutschland und anderen G7-Staaten wurden in dem Dokument gar nicht erwähnt.

Senator McCain rügt Trump

Die EU will trotz des völlig überraschenden Rückziehers von Trump zu der G7-Gipfelerklärung stehen. «Wir halten an dem Kommuniqué fest, so wie es von allen Teilnehmern vereinbart wurde», sagte ein Sprecher von EU-Ratspräsident Donald Tusk in der Nacht zu Sonntag der Nachrichtenagentur DPA.

Auch ein Regierungssprecher Deutschlands betonte in einer Mitteilung: «Deutschland steht zu dem gemeinsam vereinbarten Communiqué»

Der republikanische US-Senator John McCain rügte Präsident Donald Trump wegen dessen nachträglichen Ausstiegs aus der G7-Abschlusserklärung. Er wendete sich direkt an die Bündnispartner und sagte ihnen Unterstützung zu. «An unsere Verbündeten: die parteiübergreifende Mehrheit der Amerikaner bleibt für freien Handel, für Globalisierung & unterstützt Bündnisse, die auf 70 Jahre lang gemeinsam geteilten Werten basieren», schrieb der 81-Jährige, der an einem Hirntumor erkrankt ist, am späten Samstagabend auf Twitter. «Die Amerikaner stehen zu euch, auch wenn es unser Präsident nicht macht.»

(roy/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • oryx am 10.06.2018 06:43 Report Diesen Beitrag melden

    Schuss vor den Bug.

    Ja ich weiss, USA ist eine Wirtschaftsmacht. Aber warum kuscht die ganze Welt vor der USA. Haltet doch mal zusammen gegen die USA, und die werden auch klein bei geben müssen.

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  • Sonderegger am 10.06.2018 07:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Peinlich

    Dieser Donald ist einfach nur peinlich. Ich hoffe seine Macht hat bald ein Ende

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  • Dr Brändi am 10.06.2018 06:14 Report Diesen Beitrag melden

    Schade um die USA

    Ich denke mal, langsam aber sicher sollte den meisten Amerikaner klar werden, dass sie ihr Kreuzlein im falschen Quadrat gemacht haben. Das Verhalten ist ja wohl eines Präsidenten unwürdig und seinem Land fügt er mehr Schaden hinzu als Nutzen

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Overlord am 10.06.2018 12:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    neue partner schaffen

    russland annäherung würde ihn auch aus dem konzept bringen.

  • Overlord am 10.06.2018 12:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mus be den kleinen anfangen

    trump und usa boykot

  • Ahjo am 10.06.2018 12:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pro Trump!

    Trump ist lange nicht so schlecht und schlimm wie es uns die Medien Beweisen wollen. Siehe Nordkorea, er sagt er hat den grösseren Atomknopf und schon wird Kim ganz versöhnlich. Er weiss wie er mit diesem Mensch umgehen muss damit dieser es versteht. Aber folgt nur alle der Meinung die euch eingebleut wird von den Medien und der Politik, der Mensch ist einfach viel zu manipulativ.

  • Mariam am 10.06.2018 12:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kasper!

    Wann wird die Welt endlich von diesem fürchterlichen Kasper befreit??

  • Robi am 10.06.2018 11:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    USA=EU

    Ich denke Putin ist schuld für Dise Situation.