Sie verloren drei Kinder

24. Juli 2014 10:16; Akt: 24.07.2014 10:16 Print

«Wir leben in einer Hölle unterhalb der Hölle»

In einem herzzerreissenden Brief wenden sich die Eltern von drei beim Unglück in der Ukraine verstorbenen Kindern an die Öffentlichkeit. Sie bitten um Umsicht im Umgang mit den Opfern.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Marite Norris und Anthony Maslin aus Perth, Australien, sind völlig verzweifelt. Ihre drei Kinder Mo (12), Evie (10) und Otis (8) starben auf dem Flug MH 17. Die Eltern wollten noch einige Tage in Amsterdam bleiben. Die Kinder mussten zurück zur Schule. Darum flog Grossvater Richard Norris mit ihnen nach Hause – und alle vier kamen an jenem verhängnisvollen 17. Juli ums Leben. Die Eltern haben auf diesem Flug alles verloren, was ihnen lieb war, berichtet das australische Nachrichtenportal Canberra Times.

Nun hat sich das tief erschütterte Paar in einem herzzerreissenden Brief an die Soldaten in der Ukraine, die Politiker und die Medien gewendet. Darin beschreiben sie ihren «tiefen und unaufhörlichen» Schmerz, den sie über den Tod ihrer Kinder empfinden: «Wir leben in einer Hölle unterhalb der Hölle.» Sie müssten von nun an mit dieser Horror-Tat leben, jeden Tag, für den Rest ihres Lebens. «Unsere Kinder sind nicht hier bei uns.» Niemand verdiene, was sie durchleben müssten, nicht einmal jene Leute, die ihre ganze Familie aus dem Himmel geschossen hätten.

Liebe grösser als Hass

Entsprechend betonen Marite und Anthony, dass sie niemanden hassen. Denn sie lieben ihre Kinder, ihren Vater und einander viel mehr, als sie je hassen könnten. Daran bittet das Paar die Soldaten, Politiker und Medien zu denken, bei jenen Entscheidungen, die einen Einfluss auf sie selbst und alle anderen Opfer dieses Horrors haben.

Dann bedankt sich das Paar noch bei seinem Umfeld, das sie in dieser schwierigen Zeit sehr unterstützt habe und für sie da sei. Das halte sie derzeit am Leben. «Wir haben kein Leben mehr, das wir für uns leben wollen.»




(ann)