Fall Trayvon Martin

26. Juli 2013 13:42; Akt: 26.07.2013 15:53 Print

«Zimmerman kam mit Mord davon»

Die Geschworene B-29 hat sich öffentlich zum Freispruch im Zimmerman-Prozess geäussert. Sie «kämpfte bis zum Ende» dafür, dass der Angeklagte wegen Totschlags verurteilt werde.

Das ABC-Interview (YouTube)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Nach dem Freispruch im Fall Trayvon Martin hat sich ein weiteres Jurymitglied öffentlich zu dem umstrittenen Urteil geäussert. Todesschütze George Zimmerman sei aus ihrer Sicht mit Mord davongekommen, sagte die Geschworene «B-29» in einem am Donnerstag (Ortszeit) ausgestrahlten Interview des TV-Senders ABC. Aber für eine Verurteilung habe es nach den Gesetzen des US-Staats Florida nicht genügend Beweise gegeben.

In einem bewachten Wohnviertel der Stadt Sanford erschoss der Nachbarschaftswärter Zimmerman im Februar 2012 den unbewaffneten dunkelhäutigen Teenager Martin. Die Jury folgte Zimmermans Darstellung, in Notwehr gehandelt zu haben - und sprach ihn Anfang Juli frei. Der Fall löste heftige Proteste und eine Debatte über Hautfarbe und die Grenzen von Notwehr aus.

Sie sei für eine Verurteilung Zimmermans wegen Totschlags gewesen, sagte die Geschworene «B-29» im Fernsehen. «Ich kämpfte bis zum Ende.» Aber als sich der zweite Tag der Beratungen dem Ende zuneigte, habe sie realisiert, dass es keine rechtliche Handhabe für einen Schuldspruch gegen Zimmerman gebe. Der 29-Jährige sei davongekommen, könne aber nicht vor Gott davonrennen, sagte «B-29» weiter. Dass Hautfarbe eine Rolle in dem Prozess gespielt habe, glaube sie aber nicht.

Geschworene aus Puerto Rico

Sie war die zweite Geschworene, die Einblicke in die umstrittene Urteilsfindung in dem Fall gibt. In dem TV-Interview wurde das Gesicht von «B-29» gezeigt, zudem gab sie sich als Maddy zu erkennen. Sie stammt nach eigenen Angaben aus Puerto Rico und zog erst vor kurzem von Chicago nach Florida.

Sie habe den Eindruck, dass sie sich bei Trayvon Martins Eltern entschuldigen müsse. «Habe ich es richtig gemacht? Oder bin ich in die falsche Richtung gegangen?», fragte sie. «So sehr wir auch versucht haben, diesen Mann (Zimmerman) für schuldig zu befinden....Sie geben dir ein Büchlein, in dem die Wahrheit drinsteht. Und die Wahrheit war, das wir nichts machen konnten.» Ihr Fazit: George Zimmerman kam mit Mord davon, aber nicht vor Gott.

(kub/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jonas Lanter am 28.07.2013 19:47 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Rassist ohne Reue und Verstand

    Zimmermann ist ein Mörder ohne Skrupel; ein Rassist erster Garde. Ohne humanes Denken; ohne jede Reue. Dies das Fazit nach meinem Wissensstand. Gewisse Menschen kennen kein Mitgefühl für Kranke, Arme oder Schwache: Travor war ein Junge wie Du und ich! Mir soll niemand sagen, dass Bürgerwehren etwas Positives an sich haben! In einem solchen Falle hat der Staat also solches versagt. Mehr Menschlichkeit und soziales Engagement zu entfalten sollte an Schule Pflichtfach sein. Nur so können wir in Zukunft in Zufriedenheit mit uns und mit reinem Gewissen unsere Kinder in die Zukunft führen.

  • muzungu am 26.07.2013 21:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    einer weniger

    was soll einer weniger der später einer Familie leid zufügt (Trayvon) jetzt wird er von seiner Familie als so gutes Kind dargestellt, wenn er nichts gemacht hat warum rennt er dann davon. Kriminelle mach sich aus den staub wenn sie was gemacht haben.

  • Karl Krüsi am 26.07.2013 18:31 Report Diesen Beitrag melden

    Eindeutig Totschlag

    Wo ist da die Notwehr? Hatte der Bub den Bewaffneten mit seinem Finger angegriffen? Es darf doch nicht sein, dass ein Bub, der durch die Strassen läuft erschossen wird.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jonas Lanter am 28.07.2013 19:47 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Rassist ohne Reue und Verstand

    Zimmermann ist ein Mörder ohne Skrupel; ein Rassist erster Garde. Ohne humanes Denken; ohne jede Reue. Dies das Fazit nach meinem Wissensstand. Gewisse Menschen kennen kein Mitgefühl für Kranke, Arme oder Schwache: Travor war ein Junge wie Du und ich! Mir soll niemand sagen, dass Bürgerwehren etwas Positives an sich haben! In einem solchen Falle hat der Staat also solches versagt. Mehr Menschlichkeit und soziales Engagement zu entfalten sollte an Schule Pflichtfach sein. Nur so können wir in Zukunft in Zufriedenheit mit uns und mit reinem Gewissen unsere Kinder in die Zukunft führen.

  • Hamlet am 27.07.2013 11:58 Report Diesen Beitrag melden

    Medien

    Zimmermann hat einen unbewaffneten erschossen, dabei aber schwere Kopfverletzungen davon getragen. Nur das sich Zimmermann verletzt hat wird fast nie erwähnt. Also nur wenn ich das höre, wie schwer die Verletzungen waren, da kann das Opfer so noch so unbewaffnet sein.

    • Jonas Lanter am 28.07.2013 19:52 Report Diesen Beitrag melden

      Studier doch mal

      Dies ist doch völliger Schwachsinn. Er hat einen jungen Schwarzen ermordet. Und dies im vollen Bewusstsein noch was Gutes getan zu haben. Findest Du dies so in Ordnung? Sollte jeder so denken, dann 'bonne nuit'!

    einklappen einklappen
  • Elisabeth Dams am 27.07.2013 08:35 Report Diesen Beitrag melden

    Hilfe! Englisch.......

    Kam mit Mord davon? Meine Güte - gemeint ist "kam MIT EINEM/DEM Mord davon/durch" im Sinne von " wurde nicht dafür belangt". Soviel Englischkenntnisse müssten doch noch vorhanden sein.........

  • Dinu am 27.07.2013 08:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Hoch....

    ..... auf die Scheinheiligkeit der Amerikanischen Gesellschaft!

    • Nanuk am 27.07.2013 13:02 Report Diesen Beitrag melden

      Diese Scheinheiligkeit

      findest du auch hier, dafür brauchst du nicht nach USA zu spähen

    einklappen einklappen
  • Martin am 27.07.2013 07:49 Report Diesen Beitrag melden

    In dubio pro reo!

    Die konnten ihm den Mord nicht nachweisen, also "in dubio pro reo" - im Zweifel für den Angeklagten. Irgendwas ist passiert und es gibt wahrscheinlich einen Grund, weshalb Z. geschossen hat. Mord wäre es sowieso nicht, aber Totschlag oder so was vielleicht.