Nordkorea

07. Februar 2011 09:52; Akt: 07.02.2011 12:05 Print

Überläufer oder Verirrte?

31 Nordkoreaner haben am vergangenen Wochenende in einem Fischerboot die Grenze zu Südkorea passiert. Die Hintergründe sind unklar.

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Medienberichten zufolge sind am Wochenende 31 Nordkoreaner in einem Fischerboot in Südkorea eingetroffen. Ob es sich bei den 20 Frauen und elf Männern um Überläufer handelte oder ob sie die Seegrenze versehentlich passierten, war zunächst unklar. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap meldete, die Nordkoreaner seien am Samstag auf der Insel Yeonpyeong angekommen. Die südkoreanische Insel liegt nur rund elf Kilometer von Nordkorea entfernt. Die Zeitung «Dong-a Ilbo» hingegen berichtete, das Motorboot sei in der Nähe der Insel vom südkoreanischen Militär gestoppt und abgeschleppt worden. Das Boot sei in die Hafenstadt Incheon gebracht, die Passagiere vom Militär befragt worden.

Im November wurde Yeonpyeong vom nordkoreanischen Militär mit Granaten beschossen. Dabei kamen vier Menschen ums Leben. Ausgelöst wurde der Zwischenfall offenbar durch ein südkoreanisches Manöver, durch das sich der Norden provoziert fühlte. Es war der erste Angriff Nordkoreas auf von Zivilisten bewohnte Gebiete seit dem Ende des Korea-Kriegs 1953.

Bereits im März spitzten sich die Spannungen nach dem Untergang des südkoreanischen Kriegsschiffs «Cheonan» zu, bei dem 46 Seeleute ums Leben kamen. Internationalen Ermittlungen zufolge wurde die «Cheonan» von einem nordkoreanischen Torpedo versenkt. Pjöngjang hat dies zurückgewiesen.

Erster offizieller Kontakt zwischen Norden und Süden seit November am Freitag

Am kommenden Freitag sollte ein Gespräch zur Vorbereitung eines Treffens hochrangiger Militärangehöriger beider Länder in dem Grenzort Panmunjom stattfinden. Das hatte Südkorea vor rund zwei Wochen vorgeschlagen. Es wäre der erste offizielle Kontakt zwischen den beiden Ländern seit den militärischen Zwischenfällen im November.

Seit dem Ende des Koreakriegs 1953 sind 20 000 Nordkoreaner aus ihrem Heimatland geflüchtet, die meisten über China. Angesichts der wirtschaftlichen Not ist die Zahl der Überläufer in den vergangenen Jahren laut südkoreanischen Regierungsangaben zusehends gestiegen. Mehr als die Hälfte der Überläufer seien in den vergangenen drei Jahren geflüchtet, hiess es.

(ap)