Kairo

09. Februar 2011 22:30; Akt: 09.02.2011 21:01 Print

Ägypten-Vize provoziert neuen Massenprotest

Eine Warnung von Vizepräsident Omar Suleiman vor Putsch und Chaos hat die Lage am 16. Tag der Protestbewegung gegen den ägyptischen Präsidenten Mubarak erheblich verschärft.

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16. Tag der Protestbewegung in Ägypten: Demonstrierende auf dem Kairoer Tahrir-Platz. (epa)

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Ein Bündnis von fünf Oppositionsgruppen rief gestern für Freitag erneut zu einem «Protest der Millionen» auf, der erstmals nicht nur auf dem Kairoer Tahrir-Platz, sondern auch an anderen Orten der Hauptstadt stattfinden soll. Oppositionssprecher Abdul-Rahman Samir sagte, Suleimans Äusserungen vom Dienstagabend seien eine Drohung mit der Verhängung des Kriegsrechts gewesen. Suleiman hatte zuvor bei einem Treffen mit Chefredaktoren mehrerer Zeitungen erklärt, dass die Krise so bald wie möglich ein Ende finden müsse. Einen Rücktritt Mubaraks und ein Ende des Regimes schloss er aus. Die Regierung wolle die Forderungen der Demonstranten nach demokratischen Reformen über einen Dialog lösen und nicht die Polizei gegen «die ägyptische Gesellschaft» einsetzen. Die Alternative zu einem Dialog sei ein Putsch, und das würde hektische Entscheidungen und viel Unvernunft bedeuten, erklärte Suleiman ­weiter.

Ein Sprecher der die Proteste auf dem Tahrir-Platz tragenden Jugendorganisationen, Chaled Abdel-Hamid, wies Suleimans Forderung nach einem Dialog ohne einen Rücktritt Mubaraks zurück. «Wir streiken und wir werden protestieren und wir werden nicht verhandeln, bevor Mubarak zurücktritt», sagte er beim Aufruf zum «Protest der Millionen».