Volk sagt Ja

20. Januar 2013 17:40; Akt: 20.01.2013 20:32 Print

Österreicher müssen weiterhin ins Militär

In ihrer erst dritten landesweiten Abstimmung entschieden die Österreicher über die Zukunft ihrer Armee. Das Resultat fiel deutlich zugunsten der Wehrpflicht aus.

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Ein österreichischer Militärhelikopter im Einsatz. (Bild: Keystone)

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Junge Männer müssen in Österreich auch weiterhin zum Militär: Bei einem Referendum sprachen sich am Sonntag nach ersten Hochrechnungen etwa 60 Prozent für die Beibehaltung von Wehrpflicht und Zivildienst aus, wie das Meinungsforschungsinstitut SORA ermittelte.

Umfrage
Soll die Wehrpflicht in der Schweiz abgeschafft werden?
52 %
45 %
3 %
Insgesamt 10566 Teilnehmer

Rund 40 Prozent stimmten für die Einführung einer Berufsarmee aus Freiwilligen. Insgesamt gaben knapp über die Hälfte der 6,3 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Damit war die Wahlbeteiligung deutlich höher als zunächst erwartet. Die Wahllokale schlossen um 17.00 Uhr.

Eine bundesweite Volksbefragung gab es in Österreich zuvor noch nie. Das Ergebnis des Referendums ist für die Regierung rechtlich nicht bindend. Bundeskanzler Werner Faymann hat aber angekündigt, dass seine Regierung dem Wählerwillen folgen wolle. Seine Sozialdemokraten hatten ebenso wie die Grünen für eine Umstellung auf ein Berufsheer geworben.

Die Stärke des Bundesheers liegt derzeit bei 55'000 Soldaten. In Österreich werden jedes Jahr rund 22'000 Wehrpflichtige für jeweils sechs Monate eingezogen. Auf Antrag können die jungen Österreicher alternativ neun Monate Zivildienst leisten.

Entscheid hat Ausstrahlung in die Schweiz

Nach dem Ja der Österreicher zur Wehrpflicht erhofft sich der Verein für eine sichere Schweiz Rückenwind. Die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) hingegen beschwichtigt. Im Zentrum dieser beiden Reaktionen auf die Volksbefragung im Nachbarland steht die GSoA-Initiative «Ja zur Aufhebung der Wehrpflicht».

Damit verlangt die GSoA, dass die Wehrpflicht abgeschafft und durch einen freiwilligen Zivildienst ersetzt wird, der auch für Frauen offenstünde. «In Österreich ging es um eine andere Alternative», teilte die GSoA am Sonntag mit. Mit der falschen Fragestellung habe das Land die Möglichkeit verpasst, über eine auf Freiwilligkeit basierende Milizarmee abzustimmen.

Bei der Wahl zwischen Militärzwang und Berufsarmee hätten die Gegnerinnen und Gegner «einer professionalisierten Kampftruppe» nur die Option gehabt, für die Wehrpflicht zu stimmen oder aber leer einzulegen. Zudem hätten die Österreicher um die Zukunft ihres Zivildienstes und des Katastrophenschutzes gebangt.

Die Initiative der GSoA sehe hingegen einen freiwilligen Zivildienst vor, und der Katastrophenschutz sei in der Schweiz «viel weniger an die Wehrpflicht gebunden».

Der Verein für eine sichere Schweiz von CVP-Nationalrat Jakob Büchler (SG) begrüsst hingegen den Ausgang der Volksbefragung in Österreich. In einer Mitteilung hielt er fest, dass er sich dafür einsetze, «dass die Schweizerinnen und Schweizer die Volksinitiative der Gruppe Schweiz ohne Armee zur Abschaffung der Wehrpflicht im Herbst 2013 ablehnen werden».

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Wolfgang-Leo Krenn am 19.01.2013 22:05 Report Diesen Beitrag melden

    Wehrdienst

    Da ich selber meinen 12 Monatiegen Wehrdienst abgeleistet habe,bin ich für die Beibehaltung der seit über 50 Jahren bewährten Wehrpflicht

  • el presidente am 18.01.2013 17:12 Report Diesen Beitrag melden

    alles klar

    der westliche imperialismus und kolonialisierung findet die letzten 10 jahre iene neue blütezeit, darum brauchen sie auch mehr soldaten. Da man freiwillige soldaten besser in kriege schicken kann, welche als kanonenfutter für die westlichen eliten herhalten müssen, wollen sie nun auch die wehrpflicht in Österreich abschaffen.. alles klar

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  • Fnord am 18.01.2013 20:04 Report Diesen Beitrag melden

    Katastrophenschutz und Rettungsdienste?

    Ich bin ja strikter Gegner von Zwangsdiensten. Die Freiheit gewichte ich da in einem friedlichen Europa am höchsten. Mehr als das Milizprinzip. Aber das Milizprinzip ist wenigstens ein faires und schlüssiges Argument. Das mit dem Katastrophenschutz und den Rettungsdiensten allerdings nicht. Es ist eine Schande, dass man dafür Zwangsarbeiter verpflichten muss, die normale Beschäftigung verdrängen. Katastrophenschutz und Rettungsdienste sollen gefälligst Profis in die Hand nehmen, die für ehrliche Arbeit fair bezahlt werden. Für Grosskatastrophen kann man eine FREIWILLIGE Zusatzreserve vorhalten

Die neusten Leser-Kommentare

  • E.Meyer Schweiz am 20.01.2013 19:03 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Armee

    Schweizer Armee? Selten so gelacht!

  • Maximilian am 20.01.2013 18:19 Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Gute Entscheidung!

  • anti militär am 20.01.2013 17:54 Report Diesen Beitrag melden

    sollen doch die frauen ins militär

    wer hat hier abgestimmt? die nicht wehrdienstpflichtigen und alle frauen? so wie es aussieht, können die 52%, die ja gestimmt haben, den bedarf an berufsmilitär decken quasi selber die wehrpflicht leisten!

  • max weber am 20.01.2013 16:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pro-Argumentation

    Wenn in der CH die Armee abgeschafft würde, würden wir das Geld einfach für anderes sinnloses verschwenden! Mal ehrlich, denkt ihr wirklich wir hätten dann tiefere Steuern?? Nein! Das Geld würden wir für den IWF, Asylbewerber und für irgendwelche hässlichen Hafenkräne verpulvern! So gesehen, und weil wir einen sicheren Luftraum und im Krisenfall (Epidemien, Katastrophen usw.) die notwenigen Kapazitäten brauchen gibt die Armee durchaus Sinn. Im Gegenteil benötigt die Armee eher mehr Geld, um ein gutes Training zu bieten. Im Regen herumstehen und ewig nur auf etwas warten bringt nichts!

    • Johannes Wurst am 20.01.2013 18:38 Report Diesen Beitrag melden

      Huiuiui ...

      Aha, das Geld wird also ausnahmslos verschwendet, einfach weil Sie dass so behaupten? Und klar, wir brauchen unbedingt eine tolle Armee mit neuen fighter jets, weil man Epidemien und Katastrophen ja so gut mit Waffen bekämpfen kann ...

    • Jorge Walker am 20.01.2013 20:21 Report Diesen Beitrag melden

      gefällt mir Button

      wenn's da einen "gefällt mir - Knopf" gäbe. würde ich den anklicken....

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  • Stefan H am 20.01.2013 15:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nachdenken bitte

    Könnt ihr Armeegegner nicht einmal weiter denken als bis vor eure Nasenspitze?! Der Wehrdienst hat noch niemandem geschadet, selbst mir nicht und man muss nicht allzu weit schauen damit man sehen kann wie die Lage in unserer Welt zur Zeit aussieht. Wollt ihr eine Feuerwehr auch erst gründen wenn EUER Haus brennt? Von wegen die Armee kostet zu viel - seit ihr euch bewusst wieviel Schweizer und Schweizerinnen von der Armee leben? Einfach mal nachdenken bitte!