Krieg in Libyen

24. März 2011 06:26; Akt: 24.03.2011 23:42 Print

Hunderte Menschen verschwunden

In den letzten Monaten sind in Libyen zahlreiche Menschen verschwunden. Das teilen Menschenrechtsexperten mit. Ausserdem hat die NATO nun das Kommando des Einsatzes übernommen.

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Am verkündet die Übergangsregierung Libyens offiziell die Befreiung des Landes. Am wird Muammar Gaddafi in Sirte gefangen und getötet. : In der Nacht auf Montag nehmen die Rebellen den Grünen Platz im Zentrum von Tripolis ein. Dort feiern Aufständische und Bewohner gemeinsam den Einmarsch. Auf dem Platz demonstrierten zuvor monatelang die Gaddafi-Getreuen. Aufständische bejubeln die Einfahrt in eines der Aussenquartiere der Hauptstadt Tripolis. In Bengasi feiern libysche Rebellen zusammen mit tausenden Menschen auf dem Tahrir-Platz die militärischen Erfolge ihrer Mitstreiter. Die Aufständischen erobern Brega und Sawija. Damit stehen sie nur noch wenige Kilometer von Tripolis entfernt: Auf dem Bild feiern Rebellenkämpfer die Eroberung Sawijas. Am mobilisieren die Rebellen ihre Kräfte im Westen des Landes. Ihr Ziel ist die Stadt Sawija. Am stirbt der Militärchef der Rebellen Abdel Fatah Junis. Die Urheber des Mordes sind nicht bekannt. : Libysche Rebellen und Angestellte der Botschaft übernehmen die libysche Botschaft in der bulgarischen Hauptstadt Sofia. : Libysche Rebellen dringen in der strategisch wichtigen Stadt Brega in Wohngebiete vor. : Ein libyscher Junge schlägt in der Rebellenhochburg Misrata mit einem Schuh auf ein Porträt des Machthabers Muammar al-Gaddafi ein. : Die diplomatischen Bemühungen laufen auf Hochtouren. Der Vorsitzende des Nationalen Übergangsrates Mahmoud Jibril trifft in Brüssel auf den Europaratspräsidenten Herman Van Rompuy. Saif al Islam Gaddafi Sagt am 11.7.2011: «Die Wahrheit ist, dass wir mit Frankreich verhandeln und nicht mit den Rebellen». : Strassenkunst in Bengasi: Gaddafi wird von einer Krake gefressen. : Noch geniesst Machthaber Muammar al-Gaddafi auch Unterstützung in der Bevölkerung. «Gott, Gaddafi und Libyen» ist auf den Händen dieses Mädchens in Tripolis zu lesen. Andere halten Porträts mit dem Despoten in die Höhe. Am erlässt der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag einen Haftbefehl gegen Gaddafi und seinen Sohn Saif al-Islam. Der libysche Justizminister Mohammad al-Kamudi verurteilt den Haftbefehl als ein «Werkzeug der westlichen Welt». Zahlreiche Top-Fussballer Libyens laufen zu den Aufständischen über. Seit einigen Tag steht Tripolis unter ständigem Beschuss. NATO-Jets greifen auch tagsüber an. Die Ungeduld lässt die Rebellen bisweilen fatale Fehler begehen: Sie greifen ohne Marschbefehl an. Die Zahl der Opfer ist daher in den vergangenen Tagen gestiegen. Wie die UNO am mitteilt, wurde in Libyen systematisch vergewaltigt. Den Befehl dazu soll Muammar Gaddafi selbst gegeben haben. Am gehen wieder viele Bomben auf Tripolis nieder. Muammar Gaddafi sprach wieder am TV: «Wir werden nicht kapitulieren». Im Krieg in Libyen setzt die NATO erstmals Kampfhelikopter ein. Jacob Zuma ist in Tripolis eingetroffen. Er will im Konflikt vermitteln. Libysche Rebellen beklagen, dass ihnen das Geld ausgehe, weil die finanzielle Unterstützung aus dem Ausland ausbleibe. Die NATO führt ihre Angriffe auf die Hauptstadt Tripolis fort. Durch ihre Bomben sterben laut Regierung drei Menschen. 150 werden verwundet. Am fliegt die NATO Luftangriffe auf den Hafen von Tripolis und zerstört sechs libysche Kriegsschiffe. Am . Es ist aber unklar, ob die Bänder aktuell sind. fordert Muammar Gaddafi zum sofortigen Rücktritt auf. Bei einem Nato-Angriff am soll sich während des Angriffs im Haus seines Sohnes befunden haben, blieb aber unverletzt. gegen sie einsetzt. aus. seine Beteiligung an den Luftangriffen zu. worden. (Bild), Adschabija und Brega wird immer heftiger gekämpft. Tausende hoffen auf ihre Ausreise. Im Bild: Aus Misrata evakuierte Viele Flüchtlinge kommen auf dem Weg zur italienischen Insel Lampedusa ums Leben. (r.) einen Friedensplan der Afrikanischen Union (AU). Die Rebellen bestehen auf dem sofortigen Rücktritt Gaddafis. NATO-Kampfflugzeuge bombardieren erneut versehentlich Fahrzeuge der Anti-Gaddafi-Milizen. Die Kritik der Rebellen an den NATO-Einsätzen wird lauter. haben Flugzeuge der internationalen Koalition einen libyschen Militärkonvoi angegriffen. Die libysche Regierung gibt sich zu Reformen bereit. Die Afrikanische Union fordert einen Waffenstillstand. verlängern ihre Beteiligung am internationalen Militäreinsatz in Libyen auf Bitten der NATO. Die Suche nach einer diplomatischen Lösung wird verstärkt. unterstützen die Aufständischen nicht nur mit Luftangriffen, sondern auch durch CIA-Beamte. Diese hätten unter anderem nach dem Absturz des US-Kampfjets Hilfe geleistet, heisst es. tritt von seinem Amt zurück und setzt sich nach England ab. Gaddafis Truppen erobern derweil Ras Lanuf und Brega zurück. und nähern sich Gaddafis Geburtsstadt Sirte. ein und erringen damit den ersten grossen Sieg seit Eingreifen der Koalition. Ebenfalls am Journalisten in Tripolis, sie sei von Gaddafi-Leuten vergewaltigt worden. Nachdem die Koalition die Luftwaffe Gaddafis zerstört hat, sollen Angriffe auf Gaddafi-Truppen rund um Tripolis, Misrata und das ebenfalls heftig umkämpfte Adschdabija verstärkt werden. Am Abend des in Tripolis der Öffentlichkeit und ruft einmal mehr zum Kampf gegen die «Kreuzzügler» auf. Ein US-Kampfjet vom Typ F-15 Eagle stürzt in der Nähe der Rebellenstadt Bengasi auf einem Feld ab. Die beiden Besatzungsmitglieder konnten sich mit dem Schleudersitz retten. Am Abend des In der Stadt war nach Einbruch der Dunkelheit das Feuer von Flugabwehrgeschützen zu hören. Damit begann die dritte Nacht alliierter Luftangriffe gegen Libyen. Siegestrophäe à la libyenne: Aufständische haben am in der Nähe der befreiten Stadt Bengasi einen von den Allierten zerstörten Panzer mit einem rauchenden Schafskopf «geschmückt». Französische Kampfjets zerstören Militärfahrzeuge der Regierungstruppen auf einer strategisch wichtigen Strasse zur Rebellen-Hochburg Bengasi. eröffnet Frankreich das Feuer in Libyen. Danach feuern amerikanische und britische Kriegsschiffe im Mittelmeer 112 Tomahawk-Marschflugkörper ab. Im Bild: Eine Rafale im französischen St-Dizier. eine militärische Intervention abgesegnet hat. Zahlreiche Regierungschefs und Aussenminister sind in der französischen Hauptstadt zusammen. Gastgeber Nicolas Sarkozy kündigt im Anschluss baldige Militärschläge gegen Libyen an. warnt Muammar Gaddafi vor weiterer Gewalt gegen die Zivilbevölkerung. Überall in Südeuropa werden Luftstreitkräfte zusammengezogen: Dänische F-16-Jets landen im sizilianischen Sigonella, um ein Flugverbot über Libyen durchzusetzen. Der Flugzeugträger «CharlesDe Gaulle» kreuzt im Mittelmeer. über Libyen zu. hat diese bereits im Vorfeld befürwortet. Gleichentags haben die Regierunstruppen die Ölstadt Ras Lanuf wieder eingenommen. US-Geheimdienstchef James Clapper (Bild) rechnet vor einem Militärausschuss des US-Senats mit einem Sieg Gaddafis. Derweil bereiten die USA, Grossbritannien und die NATO militärische Optionen vor. Die EU will ihre Sanktionen ausweiten und die UNO ermittelt gegen Gaddafis Truppen wegen Folter. Die libyschen Rebellen geraten immer stärker unter Druck: Gaddafis Truppen sind nur noch eine Stadt von der Rebellen-Hochburg entfernt. Der Diktator beschimpft immer wieder die Rebellen und den Westen. Ein Rebell schiesst mit einem Maschinengewehr auf Gaddafis Luftwaffe. Mittlerweile haben über 213000 Gastarbeiter das Land verlassen: Somalier im Auffanglager bei Ras Ajdir an der libysch-tunesischen Grenze. Gaddafis Truppen verteidigen Sirte und versuchen, Misrata und Bin Jawad zurückzuerobern. Auf der Mittelmeerinsel Kreta ziehen die USA und andere NATO-Staaten starke Einheiten zusammen. (Bild) werden Zeltlager errichtet. Regierungstruppen und Aufständische kämpfen erbittert um stratigisch wichtige Städte. Am warnt die USA und die NATO vor einem militärischen Eingreifen. Ausserdem sagt er, dass er seit 1977 keine politische Macht mehr innehabe. Die Regimegegner formieren sich immer mehr zu Kampftruppen. Hier lernen Freiwillige, wie man gegen Kampfflugzeuge kämpft. Das 75 000 Menschen gestrandet. Die hat die lybische Opposition in Bengasi einen Übergangnsrat gegründet. scharenweise vor den Unruhen aus Libyen: Ägypter erreichen am 27. Februar die Grenze zu Tunesien. Am Einreisesperren gegen den Gaddafi-Clan, sperrt dessen Konten und verhängt ein Waffenembargo gegen Libyen. Ein weiterer TV-Auftritt von gegen den Gaddafi-Clan aus. Am Nachmittag des via Telefon im Staats-TV und bezeichnet die Demonstrationen als «kindisch». Derweil hält der Exodus von Ausländern aus Libyen an, das Regime geht weiter brutal gegen Demonstranten vor. Nach Bengasi und Tripolis gehen die Menschen auch in auf die Strasse: Aufständische haben eine Polizeistation in Beschlag genommen. im Staatsfernsehen mit einer wirren Rede zu Wort. Es ist sein erster öffentlicher Auftritt, nachdem bei Zusammenstössen zwischen Regierungsgegnern und Sicherheitskräften in wenigen Tagen hunderte von Menschen getötet worden sind. Der Aufstand in der arabischen Welt erfasst im

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In Libyen sind nach Angaben von Menschenrechtsexperten der Vereinten Nationen in den vergangenen Monaten Hunderte Menschen verschwunden.

Von einigen habe man nichts mehr gehört, nachdem sie an Demonstrationen gegen die Regierung teilgenommen hatten, erklärten die UNO-Experten zu Verschleppungen. Wenn sich herausstellen sollte, dass Regierungsstreitkräfte systematisch an Verschleppungen beteiligt waren, dann wäre das ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, sagten die UNO-Berichterstatter weiter.
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Vertreter des Regimes von Gaddafi sowie der libyschen Opposition werden nach Angaben von UNO-Generalksekretär Ban Ki Moon am Freitag an einem Treffen der Afrikanischen Union (AU) in Äthiopien teilnehmen.

Die Zusammenkunft in Addis Abeba sei Bestandteil der Bemühungen einen Waffenstillstand in Libyen zu erreichen sowie eine politische Lösung, sagte Ban am Donnerstag vor dem Sicherheitsrat.
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Laut der Nachrichtenagentur AFP haben die USA das lybische Militär aufgerufen, den Befehlen von Muammar al Gaddafi keine Folge mehr zu leisten.
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Bei den tagelangen Kämpfen um die libysche Hafenstadt Misurata sind nach einem Bericht des US-Senders CNN mehr als 100 Menschen getötet worden. 1300 weitere Menschen seien verletzt worden, berichtete CNN. Der Sender berief sich dabei auf einen Arzt.

Am Donnerstag hatte es wieder schwere Kämpfe in Misurata gegeben. Einheiten des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi feuerten aus Panzern auf das Viertel um das Zentralspital.

Die internationalen Luftschläge der vergangenen Tage hätten die Panzer-Einheiten Gaddafis nicht ausreichend geschwächt, hiess es. Auch aus der Hauptstadt Tripolis wurden weitere Kämpfe gemeldet.
19:32
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Die NATO wird nach den Worten des türkischen Außenministers das Kommando über den Einsatz zur Durchsetzung des Flugverbots über Libyen übernehmen. Zuvor hatte das Parlament in Ankara einer Beteiligung der Türkei an einem militärischen Einsatzin Libyen zugestimmt.
18:44
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Deutschland sieht die nichtmilitärischen Möglichkeiten eines verstärkten Drucks auf das Gaddafi-Regime noch nicht ausgeschöpft. Angela Merkel sprach sich zum Auftakt des EU-Gipfels in Brüssel für ein vollständiges Ölembargo aus. Zugleich verteidigte Deutschland die Zurückhaltung beim Militäreinsatz.
18:26
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Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) erhält nach eigenen Angaben «alarmierende» Informationen über das Schicksal der Zivilbevölkerung in den libyschen Städten Misrata und Adschdabija. Ärzte kämpften unter schwierigsten Bedingungen um das Überleben von Verletzten.

Die Zivilbevölkerung komme angesichts der heftigen Kämpfe nicht zur Ruhe, teilte das IKRK in Genf mit. Die Organisation forderte für die Hilfsorganisationen freien Zugang zu den Verletzten in den Kampfgebieten. Alle Parteien müssten die humanitäre Hilfe zulassen.
17:34
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Das türkische Parlament hat einen Einsatz der Marine zur Kontrolle des Waffenembargos gegen Libyen genehmigt. Die Abgeordneten hätten dem Vorhaben in einer nichtöffentlichen Sitzung mehrheitlich zugestimmt, berichteten türkische Fernsehsender aus der Hauptstadt Ankara.

Damit kann sich die Türkei mit fünf Marineschiffen und einem U- Boot an der Durchsetzung des vom UNO-Sicherheitsrates beschlossenen Embargos beteiligen. Die beteiligten Einheiten sollen Schiffe auf dem Weg in libysche Häfen kontrollieren, sofern sie verdächtig werden, Waffen oder Söldner nach Libyen zu bringen.
17:16
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Deutschland hat bei der Entscheidung gegen eine Teilnahme am Krieg gegen Libyen eine Mehrheit des Volkes hinter sich. 66 Prozent lehnen eine deutsche Beteiligung an der internationalen Militäraktion ab. Dies berichtet «Saarbrücker Zeitung». Sie beruft sich auf eine aktuellen Umfrage des Emnid-Instituts.
16:44
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Die Kosten der Libyen-Militäraktion bringen das Pentagon in Nöte. Nach Angaben der «Washington Post» ist zurzeit noch unklar, woher die Gelder für den Einsatz kommen sollen und wie teuer das ganze Unternehmen die USA zu stehen kommt.

Nach manchen Expertenschätzungen kostet die Einrichtung einer begrenzten Flugverbotszone wie die in Libyen über stärker besiedelten Gebieten zwischen 30 und 100 Millionen Dollar pro Woche, aber konkrete Zahlen gibt es bisher nicht.
16:40
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Französische Kampfflugzeuge griffen eine tief im Landesinnern gelegene Luftwaffenbasis an. Das Ziel des Luftangriffs entfernt und damit so weit entfernt wie kein anderes Ziel während der seit Samstag andauernden Bombardements. Zugleich wurde die Seeblockade der NATO vor der Küste Libyens wirksam.
15:57
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An den Luftschlägen gegen das Gaddafi-Regime waren laut britischem Aussenminister William Hague bisher mehr als 150 Flugzeuge der Alliierten beteiligt gewesen. 13 Nationen hätten bisher Maschinen zur Verfügung gestellt. Weitere Länder hätten Flugzeuge und andere militärische Unterstützung angeboten. Hague sprach sich erneut dafür aus, die militärische Führung der Operation in Libyen in die Hände der NATO zu legen.
15:53
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Der britische Aussenminister beschrieb die Situation der Bevölkerung in der Stadt Misurata als problematisch. Die Stadt sei seit Tagen von Gaddafi-Truppen belagert. Viele Bewohner seien ohne Lebensmittel und Wasser in ihren Häusern gefangen. «Sie müssen mit Scharfschützen rechnen, wenn sie sich in den Strassen bewegen», sagte Hague. Das örtliche Spital sei voll mit Verwundeten.
15:36
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Der Ankläger des Internationalen Strafgerichtshofs, Luis Moreno-Ocampo, ist «hundertprozentig» davon überzeugt, dass seine Ermittlungen gegen den libyschen Machthaber Muammar al Gaddafi zu einer Anklage wegen Menschenrechtsverletzungen führen werden. Moreno-Ocampo sagte am Donnerstag, er und sein Team untersuchten sechs Fälle von Gewalt gegen Zivilisten, die Gaddafi angeordnet haben könnte. Gaddafis Versuch, den Aufstand gegen sein Regime niederzuschlagen, sei der Gewalttätigste seit Beginn der Unruhen in der arabischen Welt in Tunesien zu Beginn des Jahres gewesen. Moreno-Ocampo kündigte an, den UN-Sicherheitsrat im Mai über das Ergebnis seiner Ermittlungen gegen Gaddafi zu informieren und den Internationalen Strafgerichtshof anschliessend einzuschalten.
14:55
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Nach Angaben eines Vertreters Libyens wird der Treibstoff knapp. Importe seien nötig, um die Engpässe zu überbrücken, sagte ein Verantwortlicher für Energiefragen der Regierung. Ein Tanker sei auf dem Weg nach Libyen, werde aber womöglich wegen der Seeblockade der westlichen Militärallianz sein Ziel nicht erreichen.
14:23
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Die internationale Allianz hatte eigentlich bekannt gegeben, dass die gesamte Flugwaffe Gaddafis zerstört worden sei. Wie der TV-Sender ABC aber berichtet, hat ein französischer Kampfjet offenbar ein libysches Flugzeug abgeschossen, das in die Flugverbotszone eingedrungen ist.
14:03
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Der britische Aussenminister William Hague sagte laut BBC: «Es ist nicht an uns, die libysche Regierung auszuwählen – das muss das Volk selbst tun. Aber die libysche Bevölkerung hat jetzt eine weitaus grössere Chance, diese Wahl zu treffen, als am Samstag, als die oppositionellen Kräfte noch vor einer Niederlage standen und so viele Menschenleben in Gefahr waren.»
13:35
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Die internationale Arbeitsorganisation hat verkündet, dass immer noch 800 000 ausländische Arbeiter in Libyen seien.
13:07
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Die westlichen Alliierten haben am Mittag Luftangriffe auf die libysche Hauptstadt Tripolis geflogen, berichtet Spiegel Online. Das Ziel war laut libyschem Militär ein Militärstützpunkt im Stadtteil Tadschura
12:37
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Der Kommandeur der NATO-Flotte zur Durchsetzung des UN-Waffenembargos gegen Libyen ist überzeugt, dass er seinen Auftrag erfüllen kann. Der italienische Vizeadmiral Rinaldo Veri sagte am Donnerstag, er habe genügend Schiffe, um zu verhindern, dass Waffen und Söldner nach Libyen gelangen. Nach Veris Einschätzung ist das Mittelmeer der «einfachste, schnellste und direkteste Weg», um Güter und Kämpfer nach Libyen einzuschleusen. Mit dem Einsatz der NATO-Flotte vor der libyschen Küste habe das Bündnis aber «diese Haupteingangstür geschlossen».
12:26
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Tunesien fror Regierungskreisen zufolge Vermögen der Familie Gaddafi ein. Betroffen seien Gaddafi selbst sowie fünf Mitglieder seiner Familie. Westliche Länder, die UNO sowie die EU haben im Rahmen von Sanktionen bereits Vermögen der libyschen Regierung sowie der Gaddafi-Familie eingefroren. Dass sich nun Tunesien beteiligt, könnte grosse Signalwirkung haben, weil Libyen in dem Nachbarland grosse Investitionen, etwa in Hotels oder Tankstellen, getätigt hat.
12:14
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Bewohner und Rebellen berichteten, Gaddafis Truppen seien am Donnerstag auch erneut mit Panzern erneut in die umkämpfte Stadt Misrata vorgedrungen. Zudem würden die Truppen die Gegend rund um das grösste Spital beschiessen. Scharfschützen sollen in der drittgrössten Stadt des Landes 16 Menschen erschossen haben.
11:59
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Bewohner der Stadt Misrata sagten gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, die Stadt stehe vor einer «humanitären Krise» nachdem Gaddafi-Truppen den Hafen der Stadt eingenommen hätten. Mehr als 6000 Arbeiter aus Ägypten und anderen afrikanischen Staaten befänden sich am Hafen – teilweise sogar mit ihren Familien – und warten auf ihre Evakuierung. Das libysche Regime habe jetzt zwei Kriegsschiffe und mehrere Boote an den Hafen gesandt: «Sie haben uns vom Meer her erobert. Sie haben uns bislang noch nicht angegriffen, aber wenn sie dies tun, werden tausende Arbeiter die ersten Opfer sein.»
11:36
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Der frühere russische Botschafter in Libyen, Wladimir Tschamow, warnte davor, dass der Militäreinsatz Libyen auf Dauer destabilisieren und in einen Hort der Unsicherheit verwandeln könnte, vergleichbar mit dem Irak oder Somalia. Nach seiner Einschätzung könnte Machthaber Muammar al Gaddafi die Alliierten monatelang hinhalten und sich dabei einer breiten Unterstützung im Volk erfreuen, sagte Tschamow.
11:24
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Gaddafi-Truppen haben laut der Nachrichtenagentur Reuters die Kontrolle über den Hafen in Misurata übernommen. Tausende ausländische Arbeiter seien jetzt dort gestrandet und warten auf ihre Evakuierung.
11:09
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Die türkische Regierung soll angeblich einen friedlichen Machtwechsel in Libyen vorbereitet haben, schreibt die «Süddeutsche Zeitung» unter Berufung auf die türkische Zeitung «Hürriyet». Die türkische Regierung soll hinter den Kulissen mit Gaddafis Regierung und den libyschen Aufständischen gesprochen haben. In dem Plan sei ein zeitlich begrenzter Übergang zur Demokratie vorgesehen gewesen. Die USA hätten über die Gespräche Bescheid gewusst. Gescheitert sei der Plan an Frankreichs Luftangriffen.
10:53
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Die Staatsmedien meldeten, bei den Angriffen der Allianz in Tadschura seien auch zivile Ziele bombardiert worden. Das Fernsehen zeigte Bilder von Leichen, die zum Teil verkohlt waren. Oppositionelle bestritten, dass es sich dabei um die Leichen von Zivilisten handelt, die bei den Luftangriffen ums Leben gekommen seien.
10:44
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Ein BBC-Korrespondent in Bengasi sagte, die Rebellen seien den Alliierten dankbar für die Einrichtung der Flugverbotszone, sie wollen aber keine fremden Truppen auf libyschem Boden. Trotz des fehlenden militärischen Fortschritts insistieren sie: «Das libysche Volk kann das selbst tun.»
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Der französische Aussenminister Alain Juppé geht davon aus, dass der Libyen-Einsatz noch Wochen dauern wird. Gegenüber Journalisten sagte Juppé in Paris, er hoffe, dass die Operation in dem nordafrikanischen Land anderen autokratischen Regimes eine Warnung sein werde. Er nannte ausdrücklich Syrien und Saudi-Arabien. Frankreich forcierte die UN-Resolution zum Schutz der Zivilbevölkerung in Libyen, die Grundlage der am Samstag begonnenen Militäroperation ist. Französische Flugzeuge waren die ersten, diein den libyschen Luftraum eindrangen und Ziele unter Feuer nahmen.
10:15
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Die libyschen Rebellen könnten legal mit Waffen aus dem Ausland ausgestattet werden. Dies würde den Konflikt rasch beenden, sagt ein Verteidigungs-Experte gegenüber einem Korrespondenten des «Telegraph». Das Waffenembargo der UNO richte sich nur gegen die libysche Regierung. Wenn die UNO den Übergangsrat der Aufständischen als neue Regierung anerkennen würden, könnten die Aufständischen mit Waffen beliefert werden, so Brig Ben Barry vom International Institute of Strategic Studies. Wenn das libysche Militär geschwächt und die Rebellen mit Waffen ausgerüstet seien, könne dies bei Gaddafi-Treuen etwas auslösen: «Regime-Mitglieder könnten in Gaddafi mehr das Problem als die Lösung sehen.»
10:01
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Die internationale Militärallianz hat ihre Luftangriffe in Libyen nun auch auf den Süden des Landes ausgeweitet. Zudem wurden in der Nacht mehrere Ziele östlich der Hauptstadt Tripolis bombardiert. Augenzeugen sahen Flammen auf einem Militärstützpunkt im Vorort Tadschura. Nach Angaben aus libyschen Sicherheitskreisen bombardierte die Allianz unter anderem mehrere Ziele in der Stadt Sebha, rund 1000 Kilometer südlich von Tripolis. Auch ein Militärflughafen in Al-Dschufra, 800 Kilometer südlich der Hauptstadt, geriet unter Beschuss.
09:45
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Die libysche Internet-Zeitung «Al-Watan» meldete, über Sirte, der Heimatstadt des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi, sei am Mittwochabend ein französisches Kampfflugzeug abgeschossen worden. Der Pilot habe sich retten können. Er sei nun ein Gefangener der libyschen Armee. Für diese Nachricht gab es allerdings keine Bestätigung von unabhängiger oder von staatlicher Seite.
09:39
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Der NATO-Oberbefehlshaber für Europa, der amerikanische General James Stavridis, ist zu Gesprächen in Ankara eingetroffen. Dies verlautete am Donnerstag aus türkischen Militärkreisen. Beobachter werten Stavridis' Besuch als Versuch,eine Kommandostruktur unter dem Dach der NATO für den Libyen-Einsatz herzustellen. Bislang konnten sich die NATO-Mitglieder nicht einigen, in welcher Form und unter welcher Führung sie als Bündnis die Durchsetzung der UN-Resolution gegen Libyen übernehmen könnten. Die NATO beschloss lediglich, ein UN-Waffenembargo gegen das nordafrikanische Land mit Schiffen im Mittelmeer durchzusetzen. Stavridis werde mit Vertretern des türkischen Generalstabeszusammentreffen, hiess es.
09:15
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Libyens Opposition hatte sich bislang kaum zu Wort gemeldet. Jetzt hat sich aber ein Vertreter des nationalen Übergangsrats erstmals zur Stärke der Rebellen-Truppe geäussert. Ali Tarhouni, der neue Finanzminister des Rats, sagte gegenüber der «New York Times», dass die Armee der Aufständischen nur aus etwa 1000 trainierten Männern bestehe. Wie viele untrainierte Freiwillige bei den Kämpfen mitwirken, habe er nicht gesagt. Tarhouni gab auch zu, dass man beim chaotischen Truppenvorstoss der ersten Tage grosse Defizite gehabt habe: «Es gab ein totales Vakuum.» Zudem sagte Tarhouni, die Rebellen hätten keine finanziellen Probleme. Verschiedene Länder hätten den Rebellen Kredite zugestanden, Grossbritannien werde 1,1 Milliarden Dollar beisteuern. Ali Tarhouni hatte an der Universität von Washington Wirtschaft unterrichtet und war nach 35-jährigem Exil vor einem Monat nach Libyen zurückgekehrt, um die Opposition bei Wirtschaftsfragen zu beraten. Der Finanzminister gab sich hoffnungsvoll, dass die Rebellen Adschdabija bald wieder einnehmen könnten und dann auf weniger Widerstand von Regierungstruppen stossen, wenn sie Richtung Tripolis weiterziehen. «Wenn Adschdabija befreit ist, wird sich die Dynamik ändern», zitiert ihn die «New York Times».
08:57
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US-Aussenministerin Hillary Clinton hat dem libyschen Staatschef Muammar al Gaddafi den Rücktritt nahegelegt. Um die Krise in seinem Land zu beenden, ginge dies am schnellsten, wenn er von der Macht lasse. Die USA wollten die libysche Regierung «die richtige Entscheidung treffen lassen», indem sie einen Waffenstillstand einrichteten, damit die Truppen aus den Städten zurückgezogen und der Übergang ohne den langjährigen Diktator vorbereitet werden könne.
08:25
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Der französische Aussenminister Alain Juppé verkündete, dass die Alliierten weiterhin mit Luftangriffen gegen militärische Ziele in Libyen vorgehen werden.
08:15
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Die britische Zeitung «The Guardian» berichtet, Luftangriffe der Alliierten hätten die Belagerung von Misrata beendet. Während eines zwölfstündigen Luftangriffs sei die Gaddafis Artillerie zerstört und die Blockade des Regimes gebrochen worden. Mohammed Ali, ein IT-Techniker von Misratas Hauptspital, sagte gegenüber der Zeitung, die Luftangriffe hätten kurz nach Mitternacht angefangen. «Wir sind sehr erleichtert und dankbar», so Ali, denn die letzten Tage seien die «Hölle» gewesen.
07:47
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Nancy Soderberg, die ehemalige US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, sagte gegenüber BBC World Service, dass die internationale Koalition nicht auseinanderfalle, sondern gestärkt werden müsse. Die Situation verändere sich ständig. Vieles hänge davon ab, was in Libyen auf dem Boden passiere. «Wir wissen nicht genau, wer die Rebellen sind, welche Ziele sie haben und wer die Zivilisten sind. Es ist eine sehr komplexe Situation.»
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Die Situation am Donnerstagmorgen:

Die internationale Allianz zur Durchsetzung des Flugverbots über Libyen hat ihre Angriffe auch in der fünften Nacht in Folge fortgesetzt. Wie der arabische Sender Al- Dschasira aus Tripolis berichtete, waren um Mitternacht Explosionen im Südwesten der Stadt zu hören.

Unklar war zunächst, was das Ziel der Attacken in der libyschen Hauptstadt war. Wie eine Al-Dschasira-Korrespondentin berichtete, erschütterten die Explosionen den Süden und Südosten der Stadt. Auf Fernsehbildern war Luftabwehrfeuer der Truppen des libyschen Machthabers Muammar Gaddafi zu sehen.

Auch von Stützpunkten der libyschen Armee ausserhalb von Tripolis wurden heftige Detonationen gemeldet. Augenzeugen berichteten, auf der Militärbasis von Tajura, rund 30 Kilometer von der Hauptstadt entfernt, seien Flammen zu sehen.

Im Staatsfernsehen hiess es unter Berufung auf Armeeangaben, das westliche Kriegsbündnis habe zivile und militärische Ziele in Tajura angegriffen. Ausserdem habe es Angriffe auf Jafar, 100 Kilometer südwestlich von Tripolis, gegeben. Dabei seien auch zivile Einrichtungen ins Visier genommen worden.

Misrata unter Panzerbeschuss

Aus Misrata wurden schwere Kämpfe zwischen Gaddafis Soldaten und Aufständischen gemeldet. Bewohner berichteten dem US-Sender CNN, dass am Mittwochabend auch das Spital der Stadt angegriffen worden sei. Panzer hätten die Klinik beschossen, zwei Menschen sollen dabei ums Leben gekommen sein.

«Panzer kommen immer näher an das Krankenhaus heran und nehmen die Gegend unter Beschuss», sagte ein Arzt am Telefon, bevor die Leitung nach kurzer Zeit wieder unterbrochen war.

Die libysche Regierung wies unterdessen Vorwürfe zurück, wonach Misrata gezielt von der Wasser- und Stromversorgung abgeschnitten worden sei. Es handle sich lediglich um ein technisches Problem, das von den Schäden durch die Kämpfe und Plünderungen verursacht worden sei, erklärte Vize-Aussenminister Chaled Kaim.

Luftwaffe ausgeschaltet

Die internationale Koalition kündigte an, die Angriffe auf die Gaddafi-Truppen bei Misrata und der ebenfalls heftig umkämpften Stadt Adschdabija zu verstärken.

Die Koalition konzentriere ihre Angriffe unter anderem auf motorisierte Einheiten Gaddafis, Boden-Luft-Raketenstellungen und darauf, Kommunikationslinien zu kappen, sagte US-Konteradmiral Gerard Hueber. Gaddafis Luftwaffe sei nicht mehr einsatzfähig. «Die Flugzeuge wurden entweder zerstört oder flugunfähig gemacht.»

Zuvor hatte bereits der Kommandeur der britischen Luftstreitkräfte, Greg Bagwell, gesagt, die libysche Luftwaffe sei «keine kämpfende Kraft mehr». Die Flugzeuge der Alliierten könnten nahezu ungestört im Luftraum über Libyen operieren und die Flugverbotszone überwachen.

NATO weiter uneins

Auch Tage nach dem Beginn des Militäreinsatzes in Libyen konnten sich die NATO-Staaten immer noch nicht auf eine Übernahme des Kommandos einigen. Es seien noch überhaupt keine Entscheidungen getroffen worden, sagte ein Diplomat am Mittwochabend. Unter anderem gebe es Uneinigkeit über den Umfang des Einsatzes.

Vertreter der NATO-Staaten ringen seit drei Tagen um eine Einigung. Vor allem die Türkei ist dagegen, dass die NATO die Führung des seit Samstag laufenden Einsatzes ergreift. Notwendig ist eine Zustimmung aller 28 NATO-Staaten.

Die Angriffe gegen die Einheiten von Machthaber Muammar Gaddafi finden gegenwärtig unter der Führung der USA statt. Die an dem Einsatz beteiligten Länder wollen nun in der kommenden Woche über die nächsten politischen Schritte beraten.

(sda/ap)