Während Wahlkampf

13. Juli 2018 20:39; Akt: 13.07.2018 20:39 Print

128 Menschen sterben bei Selbstmordanschlag

Beim schwersten Anschlag in Pakistan in diesem Jahr sind mindestens 128 Menschen gestorben. Das Attentat fand während einer Wahlkampfveranstaltung statt.

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Bei dem tödlichsten Anschlag in Pakistan seit Jahren sind in der Südprovinz Baluchistan nach offiziellen Angaben mindestens 128 Menschen getötet worden. Das sagte der Verwaltungschef der betroffenen Region der Agentur DPA am späten Freitagabend.
Zuvor war von 85 Toten die Rede gewesen. «Mehr und mehr Menschen in den Kliniken sterben», sagte Qaim Lashari.

Ausserdem seien 130 Menschen verletzt worden. Bei einem kleineren Attentat auf eine Wahlveranstaltung waren schon am Morgen im Norden mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen.

Attentäter zündete acht bis zehn Kilo Sprengstoff

In Videos, die in sozialen Medien zirkulierten, waren viele Tote auf einem blutgetränkten Teppich zu sehen, der offenbar in einem Zelt für Zuhörer ausgelegt worden war. Überlebende riefen nach Krankenwagen, im Hintergrund waren weinende Frauen zu hören.

Medien zeigten Fotos von blutverschmierten Angehörigen, die neben Leichen kauerten. Bis in die Nacht mussten Opferzahlen alle halbe Stunde aktualisiert werden, weil mit Ambulanzen immer weiter Leichen und Verletzte in die Kliniken in der Region ankamen.

Die Zeitung «Dawn» berichtete, der Attentäter habe acht bis zehn Kilo Sprengstoff gezündet. Der Ladung seien Metallteile wie Kugellager beigemischt gewesen.

Kandidat für Parlamentswahlen ist tot

Auch der Kandidat der Partei für die Parlamentswahlen am 25. Juli sei unter den Todesopfern. Bei einem kleineren Anschlang starben weitere fünf Menschen.

In Videos, die in sozialen Medien zirkulierten, waren viele Tote auf einem blutgetränkten Teppich zu sehen, der offenbar in einem Zelt für Zuhörer ausgelegt worden war. Überlebende riefen nach Krankenwagen, im Hintergrund waren schreiende und weinende Frauen zu hören.

IS reklamiert Tat für sich

Nur Stunden später reklamierten sowohl die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) als auch die Ghazi-Gruppe der radikalislamischen pakistanischen Taliban die Tat für sich. Doppel-Bekenntnisse sind üblich in Pakistan.

Schon am Morgen waren in der Stadt Bannu im Norden des Landes mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen, als während der Rede des ehemaligen Ministerpräsidenten der Provinz Khyber-Pakhtunkhwa, Akram Durrani, eine Bombe explodierte.

Dritter Anschlag auf Wahlkämpfer

Durrani, Kandidat der MMA, einer Allianz islamistischer Parteien, blieb unverletzt. Ein Arzt an der städtischen Klinik berichtete von etwa 30 Verletzten, von denen einige in kritischer Verfassung seien.

Es war bereits der dritte Anschlag auf Wahlkämpfer innerhalb weniger Tage. Erst am Dienstag hatte sich ein Attentäter der pakistanischen Taliban bei einer Veranstaltung in der nordwestpakistanischen Stadt Peshawar in die Luft gesprengt und mindestens 20 Menschen getötet.

Parlamentswahlen finden am 25. Juli statt

Baluchistan ist die grösste, ärmste und unruhigste Provinz des Landes. Immer wieder gibt es dort besonders blutige Angriffe einer Vielzahl von Extremistengruppen. Im Oktober 2016 starben mehr als 60 Kadetten einer Polizeiakademie in einem nächtlichen Überfall auf ihre Baracken. Im November 2016 gab es einen grausamen Angriff auf einen Schiiten-Schrein mit mehr als 50 Toten.

Am 25. Juli wählen mehr als 100 Millionen wahlberechtigte Pakistaner eine neue Nationalversammlung sowie Provinzparlamente. Vorsorglich hatte die Wahlkommission das Militär gebeten, die Wahlen mit rund 370'000 Sicherheitskräften zu schützen.

(sil/sda)