Lügde-Prozess

05. September 2019 09:14; Akt: 05.09.2019 09:49 Print

13 und 12 Jahre Haft für mehrfache Kinderschänder

Zwei Männer hatten auf einem Campingplatz in Lüdge mehrere Kinder missbraucht und dabei gefilmt. Nun müssen sie mehrere Jahre ins Gefängnis.

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Beschuldigte haben Dutzende Kinder missbraucht: Spielwaren vor dem Tatort auf dem Campingplatz in Lügde. (Archivbild) Mitte April 2019 haben Mitarbeiter eines Abrissunternehmers neue Datenträger auf der Parzelle von Andreas V. entdeckt. Seit dem 9. April stehen Bagger vor der Parzelle und reissen die Behausung des 56-Jährigen V. ab. Als die Angestellten der Firma Vs. Wohnwagen zerlegten, fanden sie drei CDs und zwei Disketten, die die Polizei bei der Durchsuchung offenbar übersehen hatte. Die Datenträger seien in einem Zwischenraum des doppelten Holzbodens des Wohnwagens gelegen. Eine weitere CD sei später im Schutt des bereits zerstörten Wohnwagens gefunden worden. Die Missbrauchsserie im nordrhein-westfälischen Lügde hätten die Behörden schon vor mindestens zwei Jahren aufdecken können. Das behauptet der 57-jährige Jens Ruzsitska, dessen Töchter sich unter den Opfern befinden. Am 30. Januar 2019 wurde bekannt, dass drei Männer auf dem Campingplatz in Lügde 23 Kinder sexuell missbraucht und kinderpornografisches Material hergestellt hatten. Während zehn Jahren sollen die Täter über 1000-mal zugeschlagen haben. 23 Kinder konnten bisher als Missbrauchsopfer ermittelt werden. Bei den drei Männern, die mittlerweile festgenommen wurden, handelt es sich um einen 56-Jährigen aus Lüdge, einen 48-Jährigen aus Stade und einen 33-Jährigen aus Steinheim. Während zwei von ihnen die Taten auf dem Campingplatz begingen, erwarb der dritte Täter kinderpornografisches Material der Missbrauchsfälle. Die Polizei stellte mehr als 400 CDs und DVDs mit einer Grösse von rund 14 Terabyte mit kinderpornografischen Inhalten sicher. Auf dem Campingplatz können auch kleine Blockhäuser oder Langzeitplätze gemietet werden. Der mutmassliche Haupttäter lebte als Dauercamper auf dem Platz. Während sich im Hintergrund diese Horror-Taten abspielten, warb der Campingplatz in der Öffentlichkeit mit diesen Worten: «Beginnen Sie bei uns Ihre erlebnisreichen Ausflüge und erholen Sie sich zwischendurch in herrlicher Ruhe der malerischen Landschaft.»

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Beim Prozess zum massenhaften Kindesmissbrauch in Lügde, Deutschland, hat das Landgericht Detmold ein Urteil gefällt. Wie die AFP berichtet, wurden die beiden geständigen Angeklagten zu jeweils 12 und 13 Jahren Haft verurteilt. Ausserdem müssen die beiden Männer in der Sicherungsverwahrung untergebracht werden.

Der Hauptbeschuldigte soll dem Bericht der Ermittler zufolge 28 Kinder missbraucht haben, sein Komplize 18. Einige der Vergewaltigungsopfer waren noch kleine Kinder. Einer der beiden Männer soll zudem einige seiner Opfer auf dem Campingplatz gezwungen haben, ihrerseits andere Kinder zu missbrauchen. Dabei soll er sie angeleitet und gefilmt haben.

Über 1000 Übergriffe

Die Taten sollen sich zwischen 2008 und 2018 ereignet haben. Bereits über 1000 sexuelle Übergriffe auf die Kinder konnte den Tätern nachgewiesen werden. Die Polizei geht jedoch noch von weiteren Opfern aus.

Beim Hauptbeschuldigten handelt es sich um einen 56-jährigen Mann, der auf dem Campingplatz Eichwald einer von 280 Dauercampern war. Beim anderen Angeklagten handelte es sich um einen 34-Jährigen aus Steinheim bei Höxter. Die beiden sitzen seit Mitte November 2018 in Untersuchungshaft.


(doz)