Konzernchefs für Waffenrechtsreform

13. September 2019 04:17; Akt: 13.09.2019 09:44 Print

Dem Schützen von El Paso droht die Todesstrafe

Der mutmassliche Todesschütze von El Paso wurde am Donnerstag wegen Mordes an 22 Menschen angeklagt. Derweil wird der Ruf nach strengeren Waffengesetzen immer lauter.

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Das Waffenrecht in den USA soll verschärft werden. Nebst dem von den Demokraten kontrollierten Repräsentantenhaus haben sich nun auch 145 Konzernchefs dafür ausgesprochen. Die Republikaner warten jedoch ab. Mehrheitsführer Mitch McConnell will erst Präsident Trump Position beziehen lassen. Dieser hat sich bisher noch nicht zum Entwurf geäussert. Nancy Pelosi, Sprecherin des Repräsentantenhauses, wirft McConnell Verzögerungstaktik vor. Erst vor kurzem erschütterten Blutbäder die USA: Nach den tödlichen Schüssen in der texanischen Grenzstadt El Paso ist der mutmassliche Täter Patrick Crusius formell des Mordes beschuldigt worden. (4. August 2019) Dem 21-Jährigen drohe damit die Todesstrafe, sagte Polizeisprecher Robert Gomez am Sonntag. Die mexikanische Regierung erklärte, das Land könnte möglicherweise eine Auslieferung des 21-Jährigen wegen Terrorismusvorwürfen beantragen. Donald Trump hat sich am Sonntag zu den Schusswaffenangriffen geäussert. «Hass hat keinen Platz in unserem Land», sagte der US-Präsident. Connor Betts hat am Sonntagmorgen in Dayton, Ohio, neun Menschen getötet. Unter den Opfern ist auch seine 22-jährige Schwester. Auch ihr Freund ist tot. Die beiden wurden in einem Auto gefunden. Betts wurde schliesslich von der Polizei erschossen. Es war das zweite Shooting innerhalb von 24 Stunden in den USA. 27 Menschen wurden beim Shooting in Dayton verletzt. Die Polizei geht davon aus, dass Betts seine Tat geplant hat, da er eine schusssichere Weste trug. Der Schütze eröffnete das Feuer vor einer örtlich bekannten Bar. Innerhalb von einer Minute wurde er von der Polizei erschossen. Er hatte mehrere Magazine dabei. Bei Betts zuhause wurde eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Zuvor hatte Patrick Crusius (21) am Samstagabend in El Paso, Texas, mindestens 20 Menschen getötet. Bei einem Einkaufszentrum in El Paso, Texas, sind am Samstag Schüsse gefallen. Überwachungsmaterial zeigt den mutmasslichen Täter, den 21-jährigen Patrick Crusius. Die Polizei hatte zunächst mehrere Meldungen über mehrere Schützen erhalten. Die Polizei suchte das Gebiet ab. 20 Menschen sind dem Angriff zum Opfer gefallen. 26 Menschen wurden verletzt. Unter den Verletzten ist auch ein Kleinkind. Eine Person ist verhaftet worden. Der mutmassliche Täter stammt aus einem Ort etwa neun Stunden Autofahrt vom Tatort entfernt. Die Lage war lange unübersichtlich. Sergant Robert Gomez gab an einer kurzen Pressekonferenz erste Informationen über den Einsatz preis. Auch Präsident Donald Trump drückte seine Betroffenheit aus. Die Polizei war mit einem Grossaufgebot vor Ort. Der Bereich wurde weiträumig abgesperrt. Augenzeugen berichten, dass der Schütze einfach auf die Leute zielte und schoss. Die Leute in El Paso stehen unter Schock. Walmart-Angestellte unterstützen sich. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar. Auch Walmart drückte seine Betroffenheit aus. Die Polizei forderte die Leute auf, das Gebiet zu meiden. Die Tat geschah beim Cielo-Vista-Einkaufszentrum in El Paso, Texas. Auch das FBI war vor Ort. Der Schütze schoss zuerst auf dem Parkplatz um sich. Ein Augenzeuge berichtete von mindestens 10 Schüssen. Die Polizei ermittelt wegen Mordes.

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Der mutmassliche Todesschütze von El Paso ist im US-Bundesstaat Texas wegen Mordes an 22 Menschen angeklagt worden. Im Falle einer Verurteilung droht dem 21-Jährigen die Todesstrafe, wie aus einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft von Donnerstag hervorgeht.

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Brauchen die USA ein strengeres Waffengesetz?

Der Texaner wird beschuldigt, Anfang August in einer Walmart-Filiale in El Paso an der Grenze zu Mexiko das Feuer eröffnet und 22 Menschen getötet zu haben.

Ermittler behandeln die Bluttat als inländischen Terrorismus. Sie gehen davon aus, dass der Todesschütze bei seinem Angriff vor allem Mexikaner töten wollte. Der 21-jährige Verdächtige hatte sich nach dem Massaker in dem Einkaufszentrum schliesslich der Polizei ergeben und sich als den Schützen bezeichnet.

Schwierige Reformen

Das Gewaltverbrechen war nicht das einzige, das die Debatten über das Waffenrecht in den USA und dessen Reform anfachte. Wenige Stunden nach dem Massaker richtete ein weiterer Schütze in Dayton (Ohio) ein Blutbad an. Ende August tötete dann ein vorbestrafter Schütze im texanischen Odessa sieben Menschen.

In den USA kommt es immer wieder vor, dass in Schulen, Einkaufszentren oder an anderen öffentlichen Orten Menschen durch Schüsse getötet werden. Bemühungen für schärfere Waffengesetze laufen seit Jahren ins Leere – vor allem, weil die Republikaner von US-Präsident Donald Trump dagegen sind.

Die mächtige Waffenlobbyorganisation NRA bekämpft vehement jeden Versuch, Waffenbesitz stärker zu regulieren. Auch Trump ist gegen eine Einschränkung des Rechts auf Waffenbesitz, das in der US-Verfassung verankert ist.

Auch Konzernchefs verlangen Verschärfung

Die oppositionellen Demokraten bekamen bei ihrem Ruf nach einer Verschärfung nun Unterstützung aus der Wirtschaft: 145 Konzernchefs riefen den US-Senat auf, einen vom Repräsentantenhaus bereits im Februar beschlossenen Gesetzesentwurf zu verabschieden.

Damit sollen Privatverkäufe von Waffen, bei denen es keine Hintergrundprüfung des Käufers gibt, prinzipiell verboten werden, hiess es in dem am Donnerstag von der «New York Times» veröffentlichten Brief der Konzernlenker.

Chefs von Airbnb, Uber und Yelp haben unterschrieben

In dem Schreiben heisst es: «Waffengewalt in Amerika ist nicht unausweichlich; sie ist vermeidbar. Es gibt Schritte, die der Kongress unternehmen kann und muss, um Waffengewalt zu verhindern und zu reduzieren.» Es sei nicht hinnehmbar, in dieser Krise untätig zu bleiben.

Der von den Republikanern von US-Präsident Donald Trump dominierte Senat müsse dem Beispiel des Repräsentantenhauses folgen. Letzteres kontrollieren die Demokraten. Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem die Geschäftsführer von Airbnb, Uber und Yelp.

Republikaner warten ab

Der republikanische Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, will die Kammer erst über den Gesetzesentwurf abstimmen lassen, wenn Trump Position zu dem Entwurf bezogen hat.

Die Sprecherin des Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, warf McConnell vor, mit seiner Verzögerungstaktik Menschenleben zu gefährden. Wäre das Gesetz bereits in Kraft getreten, hätten zahlreiche Leben gerettet werden können, sagte sie am Donnerstag in Washington.

(vro/scl/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Helvetica am 12.09.2019 21:12 Report Diesen Beitrag melden

    Waffenbesitz USA

    Das Problem sind nicht die Waffen, von denen die USA überschwemmt werden. Das Problem ist, wem darf man eine Waffe geben! Ein Straftäter darf schonmal keine Schusswaffe besitzen. Die meisten Morde sind Gangmitglieder zurückzuführen, die meist aus Vergeltung töten und denen Kollateralschäden egal sind. Nun bleiben noch die abermillionen"Guten"gesetzestreuen Bürger die im Besitz von Waffen übrig. Zudem ist nicht jeder US-Bundestaat so liberal wie andere. In machen ist schwieriger als bei uns. Massacker kann man nicht verhindern. Das ist alles politisches Kalkül. Noch Fragen? Dann stellen Sie sie

  • Elvis Presley am 13.09.2019 04:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Waffensammler

    Es kommt nicht auf die Waffen sondern auf die Menschen drauf an. Wenn man sich z.B die Waffen pro Kopf in der Schweiz, Deutschland oder Tschechien anschaut müsste es hier ja auch andauernd knallen. Tut es aber nicht weil wir nicht derartige soziale Unruhen haben. Und eine Verschärfung ist ungerecht denen gegenüber welche sich nichts zu Schulden kommen lassen und anständige Bürger sind, irgendwie gerät in solchen Diskussionen immer der Sport und Sammelfaktor von Schusswaffen aus dem Fokus.

  • StoryHaus ennipS am 12.09.2019 22:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Du wirst gezwungen eine Waffe zu kaufen

    Wenn viele eine Waffe tragen um im Notfall den anderen töten zu können, dann musst doch auch du zu deiner Verteidigung eine Waffe tagen. Oder sehe ich das falsch.

Die neusten Leser-Kommentare

  • 'neutraler' schweizer flex am 13.09.2019 13:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mr trump

    werden die amis jetzt echt noch vernünftig?!? es wäre ihnen zu wünschen. vielleicht hat die präsidentschaft trumps doch noch ihr gutes: die menschen wachen auf und merken (sich-hoffentlich noch lange), was sie sicher nicht mehr wollen: eine narzisstische, diktatorische marionette.

  • Cat's Eye am 13.09.2019 12:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Glaube nicht daran

    Ich selber glaube das sich genau 0% verändern wird. Die NRA ist bei den USA-Politikern wie bei uns die Pharma (CEO's) im Parlament.

  • BZ am 13.09.2019 11:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abhängige Republikaner

    Abhängigkeiten im höchsten Masse: Die Reps brauchen einen rep. Potus, denn ohne können sie wieder nur alles blockieren wie zu Obamas Zeiten, so haben sie Mitspracherecht, auch wenn das Trump eigentlich egal ist. Trump wiederum braucht die Reps mehr denn je, denn ohne sie wäre er schon lange im Knast wenn nicht schon im Gulag.

  • Daniel Egger am 13.09.2019 11:30 Report Diesen Beitrag melden

    Ausgewogen berichten

    Richtig so, hoffentlich bekommt der Antifa Anhänger der in Dayton Menschen getötet hat dasselbe. Man hört und liest halt von dem fast gar nichts in den Medien, ist halt ein linker, nicht so schlimm.

  • InYourFace am 13.09.2019 10:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Quatsch mit Sosse!

    Hat denn irgendein Waffentragender eines dieser Massaker verhindern können!? So argumentiert ja die NRA! Eine Handfeuerwaffe bringt herzlich wenig gegen einen Sniper, der mit einer AR-15 aus dem Versteck schiesst...