Nordkorea

16. März 2016 05:12; Akt: 16.03.2016 09:50 Print

15 Jahre Arbeitslager für US-Student

Wegen «feindlicher Aktivitäten» wurde Otto Warmbier in Pyongyang verhaftet – und von einem Gericht schuldig gesprochen.

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Gesteht unter Tränen: Otto Warmbier. (29. Februar 2016) (Bild: AFP)

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Der 21-jährige Otto Frederick Warmbier von der Universität Virginia hatte sich nach nordkoreanischen Angaben zum Diebstahl von Propagandamaterial bekannt. Laut nordkoreanischen Staatsmedien gab Warmbier zu, ein Banner mit einer politischen Botschaft aus einem Mitarbeiterbereich seines Hotels in Pyongyang entwendet zu haben.

Demnach hatte ihn die Mutter eines Freunds, eine Methodistin, um «eine Trophäe» gebeten. Sie habe ihm ein Auto im Wert von 10'000 Dollar oder für den Fall seiner Festnahme 200'000 Dollar für seine Familie versprochen.

In einem vom US-Fernsehsender CNN verbreiteten Video sprach Warmbier bei einer Pressekonferenz Ende Februar vor in- und ausländischen Journalisten in Pyongyang unter Tränen vom «schlimmsten Fehler meines Lebens».

Mit Touristenvisum eingereist

Der junge Mann war den nordkoreanischen Angaben zufolge mit einem Touristenvisum eingereist, um die «Fundamente der Einheit» des Landes zu erschüttern. Dabei habe der Student «unter der Anleitung der US-Regierung» gehandelt. Bei der geplanten Ausreise nach Peking Anfang Januar wurde er festgenommen.

Warmbier ist einer von insgesamt drei in Nordkorea festgehaltenen Nordamerikanern. Im Dezember war ein 60-jähriger kanadischer Priester in Nordkorea wegen Vorwürfen der Aufwiegelung zu lebenslanger Haft mit Zwangsarbeit verurteilt worden.

Wie die Zeitung «New York Times» berichtete, traf der US-Diplomat Bill Richardson kurz vor dem Urteil am Dienstag zwei nordkoreanische UNO-Diplomaten in einem New Yorker Hotel. Er habe um die Freilassung des jungen Mannes aus humanitären Gründen gebeten, und die Nordkoreaner hätten zugesagt, diese Bitte zu übermitteln, sagte der ehemalige Gouverneur von New Mexico dem Blatt.

Freilassungen nach Gegenleistungen

In Nordkorea wurden in den vergangenen Jahren wiederholt Ausländer festgenommen, zu langjährigen Haftstrafen verurteilt und dann nach Gegenleistungen ausländischer Regierungen freigelassen. Häufig versucht Pyongyang, die Gefangenen als Faustpfand in Verhandlungen einzusetzen. Richardson war in der Vergangenheit mehrfach in Nordkorea, um über die Freilassung anderer US-Bürger zu verhandeln.

Im November 2014 war der aus Südkorea stammende US-Bürger Kenneth Bae freigekommen, der im April 2013 zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden war. Bevor Bae und sein Landsmann Matthew Miller freikamen, war US-Geheimdienstkoordinator James Clapper nach Nordkorea gereist.

Verstösse gegen UNO-Resolutionen

Das jüngste Urteil kommt vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen mit Nordkorea. Pyongyang hatte am 6. Januar seinen vierten Atomwaffentest und einen Monat später den Start einer ballistischen Rakete bekannt gegeben. Beides verstiess gegen UNO-Resolutionen, weshalb der UNO-Sicherheitsrat die bislang schärfsten Sanktionen gegen das abgeschottete kommunistische Land verhängte.

Machthaber Kim Jong-un drohte vergangene Woche erneut mit einem präventiven Atomschlag gegen Südkorea und die USA. Hintergrund der rhetorischen Eskalation ist vermutlich ein gemeinsames Militärmanöver Südkoreas mit den USA, das derzeit läuft.

(chk/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Spassa am 16.03.2016 09:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nordkorea, Syrien usw...

    Wer fährt schon nach Nordkorea? Es gibt einfach Länder, welche Tabu sind!!!

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  • Globi am 16.03.2016 08:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was

    Soll man da schon sagen? Wir sind uns gewohnt als Bürger viel Macht zu haben. Wahrscheinlich hat er die Situation deshalb völlig unterschätzt. 15 Jahre in so einem Lager wird er wohl nicht überleben. :(

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  • GII am 16.03.2016 06:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nordkorea demütigt die USA

    Für die Beschämung der USA benutzt Nordkorea jetzt schon einen 21 jährigen Studenten. Auch wenn vom Studenten seine Handlung nicht sehr bedacht war, so hat ihn bestimmt nicht die USA als Spion dahin geschickt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Senior am 16.03.2016 10:16 Report Diesen Beitrag melden

    Wer kommt den auf solche Ideen?

    Was um Gottes Willen wollen/sollen denn "westliche" Touristen in diesem Land? Es ist doch weltweit bekannt was mit diesem Politsystem dort los ist? Habe trotzdem irgendwie Mitleid mit dem, wohl etwas naiven, jungen Mann. Wer weiss, ob er nicht durch ein hohes Ablösegeld freikommt? Nordkorea's Machthaber wird die Knete sicher gut für seine Atombomben gebrauchen. Dann hätte er gleich nochmals eine Hieb gegen die USA.

  • Sniper am 16.03.2016 09:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eliminieren

    Wir leben im 21. Jahrhundert, wie kann die Welt einen solch absurden und zurück gebliebenen Diktator wie Kim Jong Un dulden? Der gehört schon längst weg von der Bildfläche

  • Blödsinn am 16.03.2016 09:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nordkorea-Bashing machen nur Unwissende

    Die Hauptstadt heisst Pjöngjang und nicht Pjongjang. Als ich in Nordkorea war hat mir mein Verstand mitgeteilt, dass ich meine Worte zügle und da ich mich daran hielt, war es eine sehr spannende und lehrreiche Zeit!

    • HomerJ am 16.03.2016 11:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Blödsinn

      Eine Frage: wieso darf man echt nicht alles fotografieren/filmen? Wieso darf man nur ausgewählte Personen ansprechen? Wieso ist man permanent von Soldaten bewacht? Wieso darf man nicht überall hinreisen?

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  • Peter S. am 16.03.2016 09:24 Report Diesen Beitrag melden

    Recht so!

    Bei uns sollte es auch so sein. Fertig mit der Kuscheljustiz! Wer nochmal ein SVP Plakat abreisst kommt 15 in den Bau.

  • Spassa am 16.03.2016 09:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nordkorea, Syrien usw...

    Wer fährt schon nach Nordkorea? Es gibt einfach Länder, welche Tabu sind!!!

    • Spion81 am 16.03.2016 09:32 Report Diesen Beitrag melden

      Natur vs Politik

      Nordkorea ist landschaftlich gesehen ein Wunderschönes Land. Viele unberührte Natur, in der Nacht sieht man die Sterne sehr gut (Keine Lichtverschmutzung) uvm. Politisch gesehen sind sie dafür um so schlimmer

    • Daniel Gut am 16.03.2016 10:02 Report Diesen Beitrag melden

      Eine Reise wert

      Syrien kann ich unterschrieben, aber Nordkorea? Etwas zu sehen was nur wenigen möglich ist, sich von einem abgeschotteten Land ein eigenes Bild machen zu können, das klingt für mich sehr interessant und ich würde bestimmt nicht nein sagen zu einer Reise nach Nordkorea, für mich persöndlich wäre das mehr Abenteuer als in Mallorca mit tausenden Anderen am Strand rumzuliegen. :-)

    • Geissenpeter am 16.03.2016 12:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Spassa

      Türkei, Tunesien, Ägypten gehören auch dazu.

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