Griechenland-Krise

14. Juli 2015 13:14; Akt: 14.07.2015 14:12 Print

15 Länder stützen Schäuble

Die Mehrheit der Länder der Eurozone hat sich für die harte Linie Deutschlands ausgesprochen. Lediglich drei Staaten wollten Athen mehr entgegenkommen.

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Konnte die meisten Eurostaaten überzeugen: Wolfgang Schäuble. (13. Juli 2015) (Bild: AFP/Thierry Charlier)

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Mit Italien, Frankreich und Zypern haben lediglich drei Staaten der Eurozone eine für Griechenland mildere Kompromiss-Vereinbarung befürwortet.

Die übrigen 15 Staaten hätten die harte Position Deutschlands unterstützt, sagte der italienische Finanzminister Pier Carlo Padoan in einem veröffentlichtem Interview von «Il Sole 24 Ore». Er sei überrascht gewesen, wie viele Länder Deutschland hinter sich habe versammeln können.

Frankreich, Italien und Zypern

Am Ende seien nur Frankreich, Zypern und sein Land für einen Kompromiss gewesen, sagte Padoan. Immerhin sei das Schlimmste vermieden worden. Allerdings sei von nun an ein sehr komplizierter Weg zu beschreiten. Das Ergebnis könne nicht als gesichert angenommen werden.

Griechenland hatte sich mit den übrigen 18 Staats- und Regierungschefs der Eurozone auf Gespräche über ein drittes Rettungspaket geeinigt. Dabei wird dem Land neue Hilfe von bis zu 86 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Im Gegenzug muss das griechische Parlament bis Mittwoch tiefgreifende Reformen beschliessen.

Griechenland zahlt Schulden an japanische Investoren zurück

Während das finanziell ausgeblutete Griechenland gegenüber dem Internationalen Währungsfonds (IWF) noch tiefer in Zahlungsverzug geraten ist, hat das Land seine Schulden bei japanischen Investoren beglichen.

Wie die japanische Grossbank Mizuho in Tokio mitteilte, überwies Athen fristgerecht 153,5 Millionen Franken für sogenannte Samurai-Bonds. Ohne die Rückzahlung hätte sich das Land einem Analysten zufolge den Weg zu frischem Geld an den Märkten versperren können.

Die Samurai-Bonds hatte die griechische Regierung vor genau zwei Jahrzehnten an private japanische Investoren ausgegeben. Sie wurden heute fällig. Die Bank habe am Morgen 20 Milliarden Yen an Kapital und Zinsen erhalten, sagte ein Sprecher in Tokio. Die Einnahmen würden nun an die Investoren zurückgegeben.

Die Finanzmärkte hatten mit Spannung erwartet, ob Athen diese Schulden begleichen würde, die im Vergleich zu den Verbindlichkeiten gegenüber IWF und EU verschwindend klein erscheinen.

(dia/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • alpha07 am 14.07.2015 14:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aber GR beschimpft

    hauptsächlich Deutschland. Ohne Einsicht der eigenen Fehler wird GR nie wieder auf Beine kommen. Da helfen auch die Milliarden nicht.Ist natürlich einfacher die Fehler auf andere zu schieben als selbst die Ärmel hochzukrempeln.

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  • Woody am 14.07.2015 14:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schäuble for President

    Schäuble ist der einzige Politiker in Europa - vielleicht auf der Welt - vor dem ich mich aus Respekt verbeuge. Intelligenz gepaart mit Erfahrung, Logik und Willensstärke ... was ist dagegen ein Versager wie Hollande, 3 Jahre im Dienst des Volkes, nichts erreicht und auch jetzt wieder eingebrochen. Wie heisst nochmal der Ministerpräsident aus Italien? Egal ... Hoffentlich bleibt Schäuble Europa noch lange erhalten ... auch wenn ich nicht verstehe, dass er sich diesem stupiden Griechen Geläster weiter aussetzt.

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  • Martin H. am 14.07.2015 14:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gummilösung, einmal mehr :(

    Das ganze ist noch viel zu milde für Griechenland gelaufen! Die griechischen Politiker haben ganz Europa aufs derbste an der Nase herumgeführt! Der Ausstieg wäre eh für alle das beste gewesen und genau das wollte Schäuble sinnvollerweise!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Elke am 19.07.2015 12:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Griechenland

    ich füge dem nichts hinzu, der Bericht hat mir aus dem Herzen gesprochen.

  • Wilhelm am 15.07.2015 21:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Bürger

    Also bei all dieser Kritik an DE, würden wir CH den das mit uns machen lassen, müssten wir Milliarden für die Griechen bezahlen. Die wohl gemerkt mit 45 in Rente gehen können, eine ca. 30h arb. Woche haben und fasst jeden Monat streiken. Wir hätten schon längst eine Volksabstimmung gehalten wo jeglicher weiterer Rappen verweigert würde. Mit ca. 80% angenommen. Die DE und restl. EU Bürger haben diese schöne direkte Demokratie leider nicht. Warum soll eine DE Rentnerin oder ein baltischer Bürger, der ca. Die Hälfte eines Griechen verdient dessen Lebensstandart finanzieren.

    • Tsakalopoulos am 15.07.2015 22:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Bitte um Beweise

      Ich wollte wissen, woher Sie diese unhaltbare Weisheiten haben? Haben Sie schon ein Mal in Griechenland gelebt, bzw. gearbeitet? Fahren Sie hin und zeigen Sie uns einen 40Jährigen Rentner mit einer Rente höher als in Deutschland. Ich bin gespannt.

    • PlazeboZH am 16.07.2015 16:41 Report Diesen Beitrag melden

      @Tsakalopoulos

      aber sie wollen doch nicht leugnen, dass das GR rentensystem löchrig ist, oder? warum steht es denn auf der agenda, das rentenalter schrittweise auf EU niveau anzupassen? und nein, ich selbst bin kein GR, aber habe viele GR freunde und ja, ich informiere mich breit aufgestellt.... von daher gehe ich davon aus, dass an diesen "unhaltbaren weisheiten" doch was dran sein muss

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  • Paul Fornara am 15.07.2015 17:47 Report Diesen Beitrag melden

    Immerhin so tun als ob...

    Griechenland überhaupt in der Lage sei tiefgreifende, Strukturveränderungen vorzunehmen. Griechenland ist ein schwammiges Konstrukt aus Oligarchien, korrupten Beamten und "organisch gewachsener" Desorganisation. Auch eine harte Haltung wird genau zum gleichen Ergebnis führen wie ein Kompromiss, nämlich zu gar nichts. Griechenland ist zahlungsunfähig und wird über die kommenden nächsten Jahre ein Dauerpatient bleiben. Es wird wahrscheinlich nie möglich sein, griechisch zu denken und deutsch zu handeln! Und genau an diesem Punkt stösst die EU letztlich an ihre Grenzen.

    • Heini am 15.07.2015 22:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Schon mal genau nachgedacht?

      Es Schaffen es nicht einmal Schweizer und Deutsche gleich zu handeln, die in den Augen eines Griechen untereinander gleich sind. und die Schweizer sind auch stolz darauf, wieso ist es bei den Griechen verwerflich?

    • PlazeboZH am 16.07.2015 16:45 Report Diesen Beitrag melden

      @heini

      da gebe ich ihnen recht. aber was den CH und den DE doch verbindet, sind gewisse werte... pflichtbewusst, moral, zuverlässigkeit, ordnungssinn etc.... jedoch sind diese werte kaum vorhanden bei den GR... sonst wüssten sie (die GR), dass es ihre pflicht ist steuern zu zahlen.. es moralisch verwerflich ist, auf kosten anderer zu leben...

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  • PlazeboZH am 15.07.2015 15:29 Report Diesen Beitrag melden

    kritischer post...

    ...und mal schauen ob er publiziert wird: an alle, die meinen sie müssten mit dem stinkefinger auf DE zeigen.... würde sich die CH nicht an dem ganzen schwarzgeld eine goldene nase verdienen und das geld, welches an sich den staaten gehört, wo es nicht deklariert wurde, dann hätte GR längst seine milliarden beisammen! die umstände, wie das geld hierher gelangt ist, ist zweitranging... fakt aber: es gehört nicht der CH sondern den staaten, in denen die bürger ihr geld nicht versteuert haben! wo bleibt da die solidarität, rechtsverständnis und generell eine ehrliche betrachtung?

    • Hans am 15.07.2015 16:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Und wenn schon...

      wenn in der Schweiz kein Schwarzgeld mehr deponiert werden kann, dann werden die Milliarden einfach in eine andere Steueroase verschoben. Die USA ist dafür sogar sehr gut aufgestellt. Wir sollten endlich mal ein wenig egoistischer werden. Am Schluss werden wir verarmt sein, dafür mit einem guten Gewissen. Toll, dass sich sonst niemand auf der Welt daran hält!

    • Ch. Dürr am 15.07.2015 18:01 Report Diesen Beitrag melden

      @PlazeboZH

      Diese ganze Angelegenheit hat weder mit Rechtsverständnis noch mit Solidarität zu tun. Sie überschätzen die Macht der heutigen Schweizer Banken bei weitem. Sobald Griechenland eine konkretes Anliegen a punkto Schwarzgeld bei einer unserer Banken geltend macht, müsste man ohne Umschweife Rechtshilfe leisten. Die "schönen Zeiten" des Bankgeheimnisses existieren schon lange nicht mehr in ihrer alten Form. Die von ihnen genannten Milliarden sind via Offshore-Konstrukte über die ganze Welt verstreut worden und haben mit Schweizerbanken wenig bis gar nichts zu tun.

    • PlazbeoZH am 15.07.2015 19:16 Report Diesen Beitrag melden

      @ch. dürr

      dann lesen sie kurz die artikel in der handelszeitung, faz, welt, tagesanzeiger etc... möchte an dieser stelle nicht auslassen, dass es GR ist, welches bisher hier nicht tätig geworden ist. bern wartet auf athen um das steuerabkommen zu unterschreiben. jedoch unbestritten, dass hier einiges an schwarzgeld liegt. und gerne komme ich hier nochmal auf einen punkt: GR ist in sich "verfault". seit 6 monaten tut sich absolut gar nix!! selbst nichts in die wege leiten, aber vorne rum die hand aufhalten und hinterrücks den dolch in den rücken. das zum teil auf eine sehr platten art und weise!

    • der Skeptiker am 16.07.2015 08:17 Report Diesen Beitrag melden

      ein Selbstverständnis des Grauens

      @placebo ihr eigentlicher post spricht mir aus dem Herzen. Die Kommentare zeigen eine unglaublicher Überheblichkeit im Sinne, "schaut her, wir Schweizer machen alles richtig, wir bunkern das Geld der reichen, das der guten und das der bösen. Denn, wir sind ja neutral und behandeln jeden gleich. " Der Gipfel dieser Selbstanmassung ist dann noch, dass viele glauben, der Reichtum der Schweizer sei mit eigener Hände Arbeit erschaffen.

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  • Marcel am 15.07.2015 14:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    EZB

    Wo kann ich Geld bei der EZB anfragen. Brauche nur ein paar Tausend und keine Miliarden. Rückzahlung garantiert. :-) Müsste doch klappen, wenn andere nicht zurückzahlen?